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Rassistische Äußerung gegen Kosi Saka? Das sagen Verband und Spieler

Dominik Hamers
19. Oktober 2020, 13:06 Uhr
Soll Opfer einer rassistischen Äußerung geworden sein: Kosi Saka von den Sportfreunden Baumberg. Foto:Tillmann

Soll Opfer einer rassistischen Äußerung geworden sein: Kosi Saka von den Sportfreunden Baumberg. Foto:Tillmann

Was geschah bei der Partie zwischen der TVD Velbert und den Sportfreunden Baumberg? Im Raum steht der Vorwurf einer rassistischen Äußerung. Der Beschuldigte dementiert entschieden.

Bitteres Nachspiel der Oberliga-Partie zwischen TVD Velbert und den Sportfreunden Baumberg (4:1). Angeblich - so berichten es Spieler der Gäste - soll ein Schiedsrichter-Assistent Ex-Profi Kosi Saka mit einer rassistischen Äußerung bedacht haben. Der Beschuldigte dementiert den Vorfall und kann nicht verstehen, wie es zu der Anschuldigung kommen konnte.

Der Reihe nach: Bora Gümüs hatte beim Stand von 1:3 aus Sicht der Gäste die Rote Karte gesehen. Kosi Saka, ehemaliger Junioren- und Bundesliga-Spieler von Borussia Dortmund, erkundigte sich daraufhin beim Schiedsrichter, der sich nach Rücksprache mit dem Linienrichter für den Platzverweis entschieden hatte. 


Weil der 34-Jährige das Strafmaß überzogen fand, habe er dem Assistenten ungefragt ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. „Ich habe ihm gesagt, dass er der schlechteste Mann auf dem Platz ist“, berichtet Saka im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Folge: Der zweimalige Nationalspieler Kongos durfte ebenfalls vorzeitig unter die Dusche (83.). Saka ging vom Platz, ließ sich dabei aber betont viel Zeit. Daraufhin soll der Assistent laut gerufen haben: „Der Schwarze soll runter!“

Beim zuständigen Fußballverband Niederrhein (FVN) habe man von dem Vorfall umgehend Kenntnis genommen. "Ich habe mit unserem Schiedsrichter-Assistenten, dem gegenüber die Rassismus-Vorwürfe geäußert wurden, über das Spiel in Velbert gesprochen: Er versicherte mir, dass er diese Äußerungen nicht getätigt hat, auch nichts, was in diese Richtung zu verstehen wäre. Erst nach dem Abpfiff der Partie sei das Schiedsrichter-Team plötzlich mit den Vorwürfen konfrontiert worden und habe sich sehr darüber gewundert", erklärte Pressesprecher Henrik Lerch dieser Redaktion.

Louis Klotz von den Sportfreunden Baumberg sieht das anders. Er habe daneben gestanden und genau gehört, welche Worte gefallen sind. „Das kann ich bestätigen. Er hat es leider gesagt. Und ich bin nicht der einzige, der das gehört hat.“ Dem 30-Jährigen gehe es nicht darum, den Unparteiischen per se als Rassisten abzustempeln. „Jeder von uns macht Fehler. Ich bin auch kein Kind von Traurigkeit und wähle manchmal derbe Worte. Aber wenn jemand so etwas sagt, soll er dazu stehen und sich entschuldigen.“

Saka selbst hat die Äußerung nach eigener Aussage nicht sofort vernommen - hier äußert sich der Spieler in einem 17-minütigen YouTube-Video. Seine Teamkollegen hätten jedoch umgehend reagiert und geschlossen den Platz verlassen. Der Ex-Profi habe sie daran gehindert. "Hätte ich gewusst, worum es ging, wäre ich auch dafür gewesen, dass wir abbrechen."

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19.10.2020 - 18:47 - Schommi

Bewußter beleidigender Rassismus ist zu verurteilen gar keine Frage, aber so langsam sollte man die Kirche mal im Dorf lassen. Auf dem Platz passieren Dinge die auf dem Platz bleiben sollten. So war es zumindest mal und das war auch gut so!!!!!!