Ausland

Nach Malaysia: Ex-RWE-Trainer holt 200-maligen Zweitligaspieler

22. Februar 2021, 08:43 Uhr
Manuel Konrad (rechts), hier gegen den ehemaligen Duisburger Boris Tashchy im Zweikampf um den Ball. Foto: dpa

Manuel Konrad (rechts), hier gegen den ehemaligen Duisburger Boris Tashchy im Zweikampf um den Ball. Foto: dpa

Seit rund vier Monaten ist Karsten Neitzel Trainer des malaysischen Tradtionsklub FA Selangor. Er hatte schon bei der Unterschrift verraten, dass er ein bis zwei deutsche Spieler verpflichten will. Gesagt, getan.

Mitte November unterschrieb Karsten Neitzel, der zuletzt bei Schwarz-Weiß Essen und Rot-Weiss Essen arbeitete, einen Zweijahresvertrag beim malaysischen Klub FA Selangor.

Der 53-jährige Fußballlehrer aus Dresden verriet gegenüber RevierSport, dass er gewillt ist, auch deutsche Spieler zu verpflichten. Mitte Dezember war es dann so weit: Der 32-jährige Innenverteidiger Tim Heubach wurde bei Selangor als Neuzugang vorgestellt. Der gebürtige Neusser bestritt unter anderem 91 Zweitligaspiele und lief 109 Mal in der Regionalliga West auf. Heubach stand bei Vereinen wie Borussia Mönchengladbach II - bei den Fohlen wurde er zwischen 2003 und 2012 neun Jahre lang im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet - FSV Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern und zuletzt Maccabi Netanya in Israel. 


Nun bekommt Heubach Verstärkung von einem Landsmann. Manuel Konrad wechselt ebenfalls nach Malaysia. Das bestätigte Neitzel gegenüber RevierSport.

Nach Tim Heubach kommt auch Manuel Konrad

Der 32-jährige Konrad, der 200 Zweitligaspiele und 110 Begegnungen in der 3. Liga auf dem Buckel hat, stand zuletzt beim KFC Uerdingen unter Vertrag. Anfang Oktober 2020 löste er seinen Vertrag beim Krefelder Drittligisten auf. Zuvor spielte der gebürtige Illertissener für Klubs wie FSV Frankfurt, Dynamo Dresden, SpVgg Unterhaching oder den SC Freiburg.

Beim KFC Uerdingen wird man sich an Konrad und seinen WhatsApp-Skandal mit Sicherheit noch lange erinnern. Ende September 2019 kam eine Sprachnachricht an die Öffentlichkeit, in der Konrad Ex-Präsident Mikhail Ponomarev nachahmte.

"Ich kenne Manuel Konrad schon sehr, sehr lange. Ich habe ihn schon vor vielen Jahren in Freiburg betreut. Damals pendelte er zwischen der Regionalliga- und Bundesligamannschaft. Ich habe seinen Werdegang dann auch intensiv verfolgt. Er hat auch in meiner Heimatstadt bei Dynamo in Dresden gespielt. Ich habe zuletzt natürlich auch seine Situation in Uerdingen wahrgenommen. Nach seiner Vertragsauflösung habe ich einfach mal gefragt und er war sofort Feuer und Flamme für dieses Abenteuer Malaysia. Er ist ein total zuverlässiger Spieler, der einen starken Zweikampf und ein gutes Auge für den Mitspieler hat. Manuel hat jetzt seine siebentägige Quarantäne hinter sich gebracht und wird schon am Montag mit der Mannschaft trainieren", erzählt Neitzel gegenüber RevierSport.

Nur dreiwöchige Vorbereitung auf die Meisterschaft

In nur drei Wochen startet dann auch schon die Super League in Malaysia. Titelverteidiger ist Johor Darul Ta’zim FC. Seit 2014 holte der Klub sieben Meisterschaften. Hier steht auch der gebürtige Münchner Liridon Krasniqi, der in Malasia den Status eines Superstars genießt, unter Vertrag.

Für Neitzel geht es ein wenig zu früh wieder los. Doch der ehemalige RWE-Trainer nimmt die Situation an, wie sie ist. Neitzel: "Wir haben nach drei Monaten Pause am 15. Februar mit dem Training begonnen. Die Saison beginnt nach einer extrem kurzen Vorbereitung von drei Wochen mit einer englischen Woche. Ich sage es mal so: Sport-Wissenschaftler saßen bei dieser Entscheidung nicht am Tisch. Das ist schon Wahnsinn. Aber trotzdem freuen wir uns auf den Ligastart."

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