In der Kreisliga C Gruppe 3 Gelsenkirchen wurde die Partie zwischen dem TSV Feldhausen und dem FC Kickers Ückendorf ll am Sonntag abgebrochen

Amateure

Nach Faustschlägen - C-Ligist erzwingt Spielabbruch

11. November 2019, 11:40 Uhr

Foto: Felix Hoffmann

In der Kreisliga C Gruppe 3 Gelsenkirchen wurde die Partie zwischen dem TSV Feldhausen und dem FC Kickers Ückendorf ll am Sonntag abgebrochen

Mit 5:0 führte der TSV Feldhausen gegen die Zweitvertretung der Kickers Ückendorf in der zweiten Halbzeit, die Partie schien längst entschieden. Doch dann sorgte ein eigentlich unbedeutender Zwischenfall nach 60 Minuten für Tumulte auf dem Feld - und im Endeffekt für einen Abbruch der Begegnung.

Nach einem Pressschlag krümmte sich ein Spieler des Gästeteams verletzt am Boden. Daraufhin entstand laut Westdeutscher Allgemeiner Zeitung (WAZ) eine wilde Rudelbildung. Während des Handgemenges sollen einem Ückendorfer die Sicherungen durchgebrannt sein, wie der TSV Feldhausen in einem Beitrag auf Facebook berichtete.

Schiedsrichter zeigt zweimal die Rote Karte

„In der Rudelbildung hat dann ein Spieler der Kickers aus Ückendorf die Kontrolle verloren und hat unserem Spielercoach Sascha Wolff mit einem Faustschlag auf dem Hinterkopf getroffen.“ Woraufhin auch der Feldhausener handgreiflich geworden sein soll: „Unser Coach hat sich dem Spieler aus Ückendorf zur Gegenwehr gesetzt“, heißt es in dem Beitrag. 

Betreuer beider Mannschaften schafften es schließlich, eine weitere Eskalation zu vermeiden und die Situation zu beruhigen. Der Schiedsrichter zog Konsequenzen: Er zeigte Wolff ebenso die Rote Karte wie dem Ückendorfer Spieler, der den Spielertrainer geschlagen haben soll. 

Ückendorf weigert sich, weiterzuspielen

Anschließend sollte die Partie fortgesetzt werden. Doch die Kickers Ückendorf weigerten sich, weiterzuspielen, sie verließen den Ascheplatz und erzwangen so einen Spielabbruch. Als das Gästeteam nach einer vom Unparteiischen gesetzten Fünf-Minuten-Frist nicht zurückkehrte, beendete der Schiedsrichter die Partie vorzeitig. Auf RevierSport-Nachfrage waren alle Beteiligten am Montagvormittag nicht zu erreichen.

Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagte Sascha Wolff: „Das ist natürlich ganz großer Mist“ und fügte mit Blick auf die Aktion des gegnerischen Spielers an: „Der schlägt mir rücklings gegen den Kopf, was stimmt mit dem nicht?“

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12.11.2019 - 22:39 - Außenverteidiger

Dann kann ich die Aussage zu den Schiedsrichtern nicht verstehen. Genauso wenig wie "früher wurde sich auch geprügelt", hört sich verharmlosend an. Die Statistik sieht immer besser aus als die Realität. Schließlich ist sie nur eine Abbildung der gemeldeten und erfassten Daten.

12.11.2019 - 16:00 - fender65

@außenverteidiger, ja ich bin Jg 65, ja ich spiele seit meiner Kindheit Fussball und bin immer noch bei den AH aktiv, ja ich war jahrelang Jugend und Seniorentrainer, ja ich bin im Vorstand eines Kreisligavereins und mindestens jedes Wochenende auffem Platz. Du brauchst mir also nichts erklären...
Sicherlich hast du recht mit der veränderten Mentalität, vor allem die der "Südländer". Ich habe selber etliche Spruchkammersitzungen mit erlebt, auch da finde ich bei körperlichen Delikten die verhängten Strafen fragwürdig.
Aber ich bleibe dabei, ab KL B oder A gibt es kaum Übergriffe. Und statistisch gesehen passiert bei tausenden Spielen am WE relativ wenig, wobei selbstverständlich jeder Schlag in die Fresse einer zuviel ist.
Früher wurde übrigens auch mal geprügelt, aber das blieb dann lokal da es weder Internet oder Facebook gab...

12.11.2019 - 10:59 - Außenverteidiger

Richtig Lokutus. Soll uns mal einer zeigen, der alleine eine Rudelbildung im Sinne der Regelauslegung überblicken kann. Wenn jedes Mal mindestens fünf sechs Spieler aneinander geraten, kann auch ein Bundesligaschiri nicht helfen.

12.11.2019 - 09:50 - Lokutus

und schuld......die Andern ! Immer !

12.11.2019 - 09:48 - Lokutus

Normal kann ich mit den Ausführungen von Außenverteidiger nicht wirklich viel anfangen, in einem hat er aber recht. Es wird auf dem Platz für Kelinigkeiten rumgeheult wie im Kindergarten. Körperlich erwachsene Männer lassen sich von 2-5 Worten so provozieren, dass geschlagen, getreten und gespuckt wird.
Und wenn Kampfklops sagt, dass der Schiedsrichter überfordert war liegt das doch nicht am Schiedsrichter, sondern an dumm dämlichen beinahe Fußballern, die auf dem Fußballfeld ihre Aggressionen abbauen wollen !
Eine wirkliche Aufklärung ist wahrscheinlich wieder mal nicht wirklich machbar. Zumindest den "erwischten" Spielern dicke Strafen auf zu brummen muss jedoch sein !

12.11.2019 - 09:23 - Außenverteidiger

Achja, ein weiterer wichtiger Unterschied: Wir haben mittlerweile multikulturelle Mannschaften. Die sind mit den damaligen deutschen Teams nicht mehr zu vergleichen. Jeder wächst da anders auf und hat eine andere Vorstellung von Respekt und Ehre. Die Sportgerichtsbarkeit hat sich der neuen Zeit nicht angepasst. Für manche wird der Faustschlag nicht schlimm gewesen sein, für andere hingegen schon. Je nach Kultur. Finde ich persönlich okay. Dafür gibt's die Richter als Erzieher, um zu zeigen wie der Hase zu laufen hat. Der eigentliche Skandal ist doch, dass der Schiedsrichter und eine Mannschaft nach dieser Aktion noch weiterspielen wollten. Wie soll das zukünftige Spielgeschehen nach Schlägen eigentlich aussehen? Kann ich auch nicht verstehen. Normal ist danach Abpfiff. Als Mitspieler bin ich doch auf Rache aus und versuche einen Gegner kaputt zu treten.

12.11.2019 - 09:18 - Außenverteidiger

@fender: Genau dieses Denken geht mir auf die Nerven. Totaler Täterschutz. Jetzt sind die Schiedsrichter Schuld. In den unteren Ligen spielt nun einmal nicht die Elite des Sports. Gilt natürlich für alle Beteiligten. Was jedoch gilt, sind Regeln und Gesetze des Miteinanders. Dazu zählen Beleidigungen usw. Wenn mal Abseits gepfiffen wird, dann ist das so. Wenn mal ein Foul übersehen wird, dann ist das so. Wir reden hier über Auswüchse, die bereits im körperlichen Bereich enden. Wenn wir hier statistisch über die Spielberichtsbögen lesen, dann haben wir etwas verpasst. Unsere Politiker sitzen auch im Büro, lesen das Leid und Elend auf Papier, vergleichen mit früher und alles ist gut. Andere vergleichen die Kriminalitätsstatistik, obwohl ein mangel an Personal herrscht und denken alles wäre gut.
Geh doch mal jedes Wochenende aktiv auf einen Sportplatz. Dieses Wochenende durften die Spieler bei meinem Spiel den Schiedsrichter ohne Karte ANSCHREIEN. Zwei Beleidigungen in fremder Sprache und eine in deutscher Sprache wurden nicht geahndet. (3 mal Rot) Ein Nachtreten von unserer Mannschaft wurde mit Gelb bedacht. Dieses Spiel war stellvertretend für mindestens ein Amateurspiel, welches ich pro Woche sehe. Wenn es anderen ähnlich geht, dann ist dein Spielbericht wertlos. Falls die 65 auf deinen Jahrgang hindeutet, bitte ich dich die neue Generation neu kennen zu lernen. Wir haben nicht mehr die Erlebnisse und Gedanken eurer Generation. Ab Jahrgang 1980 wird's richtig asozial/egoistisch/individuell/selbstbewusst. Ab dem Jahrgang 1990 wird's noch schlimmer. Jetzt kommen die ganzen nicht erzogenen Jahgänge in den Mannschaftssport.

12.11.2019 - 08:35 - fender65

@Außenverteidiger, das zu wenig Karten gezeigt werden ist vollkommen falsch! Früher wurden weitaus weniger gezeigt, da waren Spiele mit 5-6 gelben schon fast ein Skandal. Heute sind im Schnitt genau diese Anzahl in den Spielberichten zu erkennen. Auch die damalige Einführung der gelb/roten war eine gute Entscheidung. Letztendlich trägt leider die Qualität der Schiedsrichter in den untersten Klassen ein wenig dazu bei, da oftmals überfordert. Wenn man in der 9. oder 10. Liga spielt bekommt man auch Schiedsrichter auf diesem Niveau...es fehlen gute Leute für die unteren Klassen! Dort wird letztendlich der "Rest" angesetzt, der noch übrig ist wenn alle höheren Ligen besetzt wurden. Rentner die kaum laufen können und sich nur im Mittelkreis bewegen, Schiri Low-Performer die einfach kein Talent für höhere Aufgaben haben, usw.

11.11.2019 - 16:18 - Außenverteidiger

@Kampfklops: Somit wäre Rot für den Aschezieher drin gewesen und alles wäre in Ordnung. Als Spieler habe ich den Schiedsrichter die Wertung zu überalles. Die Selbstbeherrschung im Sport ist das A und O. Würde den "Helfern" und "Tätern" Rot zeigen, die an Rudelbildungen teilnehmen. Für mich eine Triebhandlung.

11.11.2019 - 16:04 - Außenverteidiger

Ja, genau. Verallgemeinerungen sind doch gut. Regeln gelten für ALLE und nicht jeder bekommt eine individuelle Regel geschenkt. Wozu dient die Angabe, eine Vielzahl der Spiele läuft friedlich ab? Ist doch selbstverständlich und sollte Normalität sein. Allerdings ist die Dunkelziffer sehr hoch und viele Schiedsrichter drucken beide Augen zu. Würde der Schiedsrichter besser geschützt, hätten wir wesentlich mehr rote Karten. Ich schaue mindestens zwei Amateurspiele pro Woche und neutral betrachtet werden pro Spiel mindestens zwei bis fünf Platzverweise nicht gegeben. Pro Spiel wohl gemerkt. Die Nachahmer werden durch die laschen Strafen animiert und nicht durch die Berichterstattung. Zudem kann es nicht sein, dass man jetzt Aufklärung zugunsten potenzieller Täter unterlässt. Finde ich ziemlich krank. Bitte weniger Täterdenken. ;)

Ich selber begebe mich gerne in Verallgemeinerungen. So kann ich das Gegenteil BEWEISEN. Gerne Woche für Woche auf dem Platz. Zudem finde ich viele allgemeine Regeln ganz gut um meinen menschlichen Trieb zu kontrollieren. Z.B. den Gegenspieler nicht zu schlagen usw...Was hält einen davon ab? Richtig, das Regelwerk.

Bin auch für lebenslange Sperren. Irgendwann muss aufgeräumt werden. Erst gehen die Straftaten hoch und sinken dann überproportional ab. Wie überall, wo Opfer geschützt werden.

11.11.2019 - 16:01 - Kampfklops

Die Herren von Feldhausen haben anscheinen vergessen was der Auslöser der Rudelbildung war !
Der Spieler der Verletzt am Boden lag wurde von einem FH Spieler auf übelster weise versucht aufzuhelfen das war dann mehr ein über den Platz schleifen.
Der Spieler von KÜ der später geschlagen wurde wollte das unterbinden und schupste den Spieler von FH weg erst danach ging das ganze los !
Was in dem Bericht noch fehlt ist das der FH Spieler mit der Nr. 6 sich anschleicht und auch von der Seite den KÜ Spieler schlägt Fotoshow der WAZ … Bild 15 von 21 ganz klar zu sehen.
https://www.waz.de/sport/lokalsport/bottrop/spielabbruch-beim-tsv-feldhausen-id227609817.html

Wir können froh sein das jedes Wochenende genug Schiedsrichter auf der Plätzen für die Leitung der Spiele da sind, leider muss ich sagen das der Schiri der Begegnung total überfordert war, er gibt dem Spieler FH Nr. 21 die gelbe Karte wegen einer Tätlichkeit die er gar nicht gesehen hat mit dem Satz ich kann kein rot geben, weil ich es nicht gesehen habe, warum dann gelb, wenn er es nicht gesehen hat ?
Die Gelben Ordner Westen wurden auch erst Verteilt als schon alles wieder ruhig war 

11.11.2019 - 15:04 - FrankG

Sehr geehrter Herr Außenverteidiger,
Ihr Kommentar ist sehr verallgemeinert. Eine Vielzahl der Spiele in den Kreisligen gehen sehr sportlich über die Bühne.
Leider wird diesen unsäglichen Spielabbrüchen in diesem Portal zuviel Aufmerksamkeit geschaffen und Nachahmer könnten sich animiert fühlen.

Die persönlichen Strafen sind meines Erachtens zu lasch. Gewalttätige Sportler dürften in keinem Verein, Verband oder ähnliches aufgenommen werden.
Zusätzlich sollten Sie mindestens 100 Stunden soziale Arbeit ableisten, bevor überhaupt über eine Resozialisierung nachgedacht wird.

11.11.2019 - 12:39 - Außenverteidiger

Bei der Überschrift wollte ich erst süffisant schreiben, ob es sich um einen männlichen Zweikampf als Auslöser gehandelt hat. Dabei war es noch viel schlimmer. Jetzt reichen normale Ballberührungen aus, um die verzogenen Spieler zum Austicken zu bringen.

Sprechen wir mal aus, was Sache ist. Wir haben in Deutschland ein bis zwei Lutschergenerationen aufgezogen, für die selbst der Fußball zu hart geworden ist. Rote, pinke, gelbe Schuhe dürfen nicht dreckig werden. Zusätzlich macht jeder in der Dicso einen auf hart und in erlaubten Zweikämpfen wird herumgeheult, weil die Mama-macht-alles Kinder sich nicht weh tun dürfen/wollen. Wenn Papa Schiedsrichter keinen Zweikampf abpfeifft, gibts kloppe. Natürlich ist jeder so egoistisch/liberal eingestellt, dass der Schiri für beide Seiten einen Freistoß und Rot geben muss. Ansonsten bekommt er einen drauf.

Fußball ist und bleibt Prollosport. Erziehung im Fußballsport ist im unteren Bereich nicht möglich und sorgt eher für das Gegenteil eine Gemeinschaft zu schaffen. (All die schönen DFB, Uefa und Fifafloskeln) Es macht den Eindruck, nur die Chance in höhere Ligen oder in Berufe zu kommen, beruhigt die Gemüter. Ansonsten lässt man die Sau raus. Wieder ein hoch egoistischer Trieb. Bis zum nächsten Sonntag.