21.10.2018

Schalke

Heidel: Noch kein Anlass für Brandreden

Foto: Firo

Vizemeister Schalke klebt nach dem 0:2 gegen Bremen im Tabellenkeller fest. Manager Heidel sieht das Hauptmanko in der mauen Trefferausbeute.

Das Bild hängt schief. Nach dem achten Spieltag der vergangenen Saison grüßte Schalke 04 mit 13 Punkten vom sechsten Tabellenplatz. Werder Bremen war damals siegloser Vorletzter. Aktuell sieht die Sache komplett anders aus. Nach dem 2:0 (1:0)-Sieg auf Schalke hat sich Werder mit 17 Punkten in die Spitzengruppe vorgeschoben. Schalke ist mit nur sechs Zählern auf den Relegationsplatz zurückgefallen. Die Königsblauen und die Hanseaten haben binnen eines Jahres die Rollen getauscht.

Den Zeitpunkt, nach der sechsten Pleite im achten Saisonspiel kräftig mit der Faust auf den Tisch zu hauen, hält Manager Christian Heidel jetzt noch nicht für gekommen. „Brandreden hält man dann, wenn man den Eindruck hat, dass einige nicht verstanden haben, worum es geht“, sagt der 55-Jährige.


Obwohl Stammspieler wie Daniel Caligiuri, der in der Vizemeister-Saison zu den überragenden Kräften bei den Schalkern zählte, oder auch der technisch versierte Amine Harit ihrer Form deutlich hinterherlaufen, hält Heidel nichts davon, sich einzelne Akteure herauszupicken. „Der Manager ist jetzt weniger dafür da, zu sagen, wie die Jungs Fußball spielen sollen. Da würde ich mich beim Trainer einmischen. Das habe ich noch nie gemacht. Da ist das Vertrauen in den Trainer da, dass er das viel, viel besser kann als ich“, erklärt Heidel.

2016 lief es auf Schalke ähnlich schlecht

Als es 2016 auf Schalke ähnlich schlecht lief und der Klub durch fünf Niederlagen zum Saisonstart auf den letzten Platz zurückfiel, reagierte Heidel anders. „Vor zwei Jahren habe ich nach dem Spiel in Hoffenheim etwas gesagt, weil ich mich über ein paar Dinge äußerst aufgeregt habe und ich da den Eindruck hatte, dass manche nicht verstanden haben, um was es da geht“, bilanziert der Manager. Eine Parallele macht er jetzt, zwei Spielzeiten später, nicht aus.

Auch gegen Bremen offenbarte Schalke ein erhebliches Defizit, das zum ständigen Begleiter zu werden scheint. Die mangelnde Chancenverwertung wird immer mehr zum Rucksack. Zu Hause haben die Königsblauen in vier Begegnungen nur ein Tor zustande gebracht, das zum 1:0-Sieg über Mainz reichte. Gegen Werder, Bayern und Hertha BSC setzte es drei 0:2-Pleiten. Insgesamt hat Schalke erst fünf Bundesliga-Treffer erzielt – also so viel wie Frankfurts Talent Luka Jovic beim 7:1 über Neuling Düsseldorf.

Heidel nennt das Manko ohne Umschweife: „Wenn man nach acht Spielen fünf Tore hat, dann ist das sicherlich das Hauptproblem.“ Der Manager analysiert: „Bremen hat es clever gemacht. Bremen hat zurecht gewonnen, weil wir diese Effizienz momentan nicht an den Tag legen. Chancen hatten wir insgesamt mehr, aber wir machen sie eben nicht rein.“

Schalkes Torwart Alexander Nübel, der für den am Oberschenkel verletzten Kapitän Ralf Fährmann zwischen die Pfosten rückte und sein erstes Bundesliga-Spiel von Beginn an absolvierte, war bei den Bremer Treffern von Maximilian Eggestein (43./66.) machtlos. Die Gastgeber ließen Großchancen von Guido Burgstaller (58.), Franco Di Santo (64.) und Mark Uth (88.) aus. Heidel: „Wir hatten in dieser Saison bisher sechs 50:50-Spiele. Davon haben wir eines gewonnen und fünf verloren. Das müssen wir stoppen.“

Schalke-Vorstand Heidel: „Effizienter werden, besser spielen“

Wie weit Schalke aktuell hinter der Musik herläuft, das will der Manager gar nicht hören. „Wir müssen damit aufhören, dass irgendwelche Leute berechnen, wie viele Punkte zu irgendwelchen Plätzen fehlen“, sagt Heidel. „Momentan geht es darum, als Allererstes da unten rauszukommen. Dafür müssen wir effizienter sein und auch besser Fußball spielen.“

Trainer Domenico Tedesco, der gegen Bremen auf Top-Einkauf Sebastian Rudy verzichtete und Neuzugang Hamza Mendyl erneut wegen Gelb-Rot-Gefahr auswechseln musste, blickt bereits auf die Champions-League-Aufgabe bei Galatasaray (Mittwoch) und das Punktspiel in Leipzig (Sonntag). „Wir dürfen nicht zulassen, dass uns diese Niederlage ausbremst“, sagt Tedesco. Er weiß, dass er mit Schalke jetzt dringend Fahrt aufnehmen muss.

Autor: Thomas Tartemann

Kommentieren

23.10.2018 - 23:55 - Bayerischschalke

Wäre Platz 9 gut??? Okay, die Neuzugänge wären darauf ausgerichtet, das passt dann schon. Nur ein bisschen viel Geld für Platz 9 ausgegeben. ich glaube aber, Schalke hatte andere Ziele.
Der Trainer wird nicht mutiger spielen lassen, schon gar nicht von Anfang an, darum ist ER das Problem. Und natürlich derjenige, der für die Transferpolitik zuständig ist.

23.10.2018 - 13:09 - easybyter

"Wie weit Schalke aktuell hinter der Musik herläuft, das will der Manager nicht hören" Schalke ist 3 Punkte von Platz 9 entfernt, soll Heidel jetzt den Einzug in die CL verlangen? Es ist doch völlig richtig, jetzt nicht von Tabellenplätzen zu träumen, die momentan in unerreichbarer Ferne sind, sondern einfach Punkte zu machen und sich auf die Spiele zu konzentrieren. Schalke hat gegen Bremen auch nicht so schlecht gespielt, wie das jetzt in einigen Medien dargestellt wird. Es wurden mehrere hochkarätige Chancen erspielt und Bremen hatte das Glück, dass sie aus 2,5 Chancen 2 Tore machen konnten, die zudem noch in psychologisch sehr günstigen Momenten für Bremen fielen, das 0:1 kurz vor der Pause und das 0:2 nach einer sehr guten Phase der Schalker, in der eigentlich der Ausgleich fallen musste. Es bringt gar nichts, jetzt alles nieder zu reden oder zu schreiben, denn es werden auch andere Zeiten und andere Spiele kommen. Ruhe bewahren, Mut zeigen und den Neuen die Chance geben, in die Mannschaft hineinzuwachsen. Es wäre auch gut, nicht erst nach einem Rückstand mutiger zu spielen, sondern mal ein Tor vorzulegen.

22.10.2018 - 20:36 - Bayerischschalke

Letzte Saison hatten wir schon einiges an Dusel mit unseren knappen Siegen. Und noch mehr Glück, dass Dortmund, Leipzig und Leverkusen teilweise noch schwächer waren, oder andere Probleme hatten.
Diese Saison scheinbar zumindest Dortmund und Leipzig nicht. Wenn ich sehe, was ein Trainer Favre nach ein paar Spielen hinbekommen hat und was unsere Mannschaft spielt.... Finde nicht, dass Dortmund einen so tollen Kader hat. Für mich zeigt sich hier eher die Qualität eines Trainers.
Warten wir mal die nächsten 2-3 Spiele ab, ich glaube, dann war es das....
Ich würde dann sagen, endlich....vorausgesetzt, es gehen beide.

22.10.2018 - 19:09 - Libuda63

Ich denke nicht, dass der Kader schlecht ist oder der Trainer. Mit 34 Mal Glück wird man nicht Zweiter in der letzten
Saison. Leider spielen einige, die letzte Saison stark waren momentan höchstens mittelmäßig. Und ich bin mir
nicht sicher ob der eine oder andere im Moment auf seiner besten Position eingesetzt wird. Ein wirklich gutes Spiel
von Schalke habe ich noch nicht gesehen. Aber Bremen war Samstag nicht wirklich besser

22.10.2018 - 09:27 - easybyter

"Schalke steckt im Tabellenkeller fest" was für eine tolle Schlagzeile. Schalke hat zu Platz 9 3 Punkte Abstand, die Tabelle gibt ein momentanes Bild und wird sich noch sehr ändern. Die Chancenverwertung ist auch so eine Floskel, auf der einen Seite hat Eggestein Glück mit seinem Weitschuß, der an Freund und Feind vorbei den Weg ins Tor findet und Uth trifft die Unterkante der Latte und der Ball ist nicht drin, wie bei anderen Chancen, die Schalke hatte ja auch. Bremen wird jetzt in den HImmel gelobt und Schalke wird verdammt. Es war ein Spiel, das beide Mannschaften hätten gewinnen können und Bremen hat momentan einen Lauf. Natürlich müssen Punkte her, aber die wird Schalke auch noch holen. Da sollen sich weder die Spieler, noch Heidel noch Tedesco beirren lassen.

21.10.2018 - 23:55 - Bayerischschalke

Wie sollen Tore fallen, abgesehen von Glücksmomenten, wenn ich so defensiv auftrete?
Ich sehe schon, dass vielleicht einer nicht sieht, worum es geht. Es geht doch um Fußball, oder?
Und Harit war vielleicht schon stärker, aber spielt er auch auf der richtigen Position?
Vielleicht sollte Herr Heidel sich mal fragen, ob es an der Zeit wäre, mal ordentlich auf seinen Schreibtisch zu klopfen. Vielleicht liegt dort das ganze Übel. Ersatzweise könnte Herr Tönnies mal klopfen.
Miese Transferpolitik, miese Kader Planung, miese Trainerauswahl.
Natürlich stehen wir viel zu schlecht in der Tabelle, ein gesicherter Mittelfeldplatz wäre angemessen.

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