Landesliga

Duisburg statt Regionalliga – Warum Adil Chihi lieber beim FSV spielt

Niclas Scheidt
05. September 2019, 15:06 Uhr

Foto: firo

Am Mittwochabend gab es eine Meldung, die sich wie eine Ente las. Der ehemalige Bundesligaprofi und Zweitliga-Meister Adil Chihi wechselt in die Landesliga nach Duisburg. 

Aber es stimmt: Und Chihi könnte am kommenden Sonntag vielleicht schon sein erstes Pflichtspiel bestreiten. 


Chihi (31) selbst wollte noch nicht reden. Dafür war Ayhan Coskun, 1. Vorsitzender des FSV Duisburg, umso auskunftsfreudiger: „Wir erhoffen uns hier erhebliche Impulse durch seine Erfahrung und seine Sympathie.“ Chihi nimmt laut Coskun bereits seit drei Wochen am Trainingsbetrieb des FSV teil. Warum hat es mit der Bekanntmachung also so lange gedauert?

„Wir haben das bewusst nicht an die Medien gegeben, weil das noch über die FIFA laufen musste. Adil hatte vor eineinhalb Jahren einen Vertrag und er hatte den Auflösungsvertrag noch nicht.“ Die Rede ist vom marokkanischen Verein Ittihad Tanger, zu dem im Jahr 2017 wechselte. 


Chihi fühlt sich wohl in Duisburg

Nach viel Hin und Her sei Chihi laut dem 1. Vorsitzenden jetzt froh, dass es mit dem Wechsel in den Pott geklappt hat. So sah es für die Besucher des Niederrheinpokal-Spiels gegen Germania Ratingen (1:0) auch aus. Der 31-Jährige wirkte gelassen, stand dicht bei der Trainerbank und hatte permanent ein Lächeln auf den Lippen. Der gebürtige Düsseldorfer fühlt sich offensichtlich wohl beim Landesligisten. Nach dem Sieg gegen Ratingen feierte er ausgelassen mit seinen Teamkollegen auf dem Platz. 


Der letzte Strohhalm war der FSV Duisburg für Chihi aber nicht, wie Coskun verrät: „Er hatte auch Angebote aus der Regionalliga, zudem aus der dritten Liga.“ Der entscheidende Grund für den Wechsel in die Landesliga war laut Coskun das Trainingspensum: „Er wollte nicht jeden Tag zwei mal trainieren, weil er sich parallel noch beruflich etwas aufbaut.“

Der Kontakt mit Chihi entstand relativ ungewöhnlich: „Ich arbeite im Immobilienbereich und habe ihn früher dahingehend beraten. Wir haben im letzten Jahr in der Rückrunde schon mit ihm gesprochen, dann haben wir ihn zu ein paar Spielen mit genommen, er hat die Atmosphäre kennengelernt und sich dann für uns entschieden“, resümiert Coskun. 

Beim Pokalspiel konnte Chihi aufgrund einer kleinen Verletzung noch nicht mitwirken, doch Coskun ist mit Blick auf das nächste Meisterschaftsspiel optimistisch: „Wir hoffen, dass er eventuell Sonntag spielen kann.“ Es dauert also nicht mehr lange, bis die Zuschauer an der Warbruckstraße in Duisburg-Hamborn einen ehemaligen Bundesligaprofi bestaunen dürfen. 

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