Der Fußballverband Niederrhein hat am Freitag bekanntgegeben, wie Auf- und Abstieg nach Saisonabbruch aussehen sollen. Ein Kommentar.

Kommentar

Der FVN hat gründlich und besonnen gehandelt

Stefan Loyda
12. Juni 2020, 15:45 Uhr
Der FVN hat die Richtung vorgegeben. Foto: Frank Oppitz

Der FVN hat die Richtung vorgegeben. Foto: Frank Oppitz

Der Fußballverband Niederrhein hat am Freitag bekanntgegeben, wie Auf- und Abstieg nach Saisonabbruch aussehen sollen. Ein Kommentar.

Und dafür haben die nun so viel länger gebraucht? Es wäre ein Leichtes, an dieser Stelle Verbandsbashing zu betreiben. Drei Tage nachdem der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen seinen Saison-Abbruch inklusive Wertung fix gemacht hat, hat der Fußballverband Niederrhein endlich bekanntgegeben, unter welchen Kriterien die Saison abgebrochen werden soll. Dass es keine Absteiger geben soll, war schon länger bekannt. Nun ist klar, nach welchen Kriterien aufgestiegen werden soll. Alle Mannschaften, die nach Quotientenregel auf einem Aufstiegs- oder Relegationsplatz stehen, gehen hoch. Genauso die Tabellenführer nach der Hinrunde.

Einen Unterschied gibt es jedoch: Die überraschende Entscheidung, dass auch Relegationsteilnehmer hochdürfen, führt dazu, dass beispielsweise der 1. FC Mönchengladbach als Drittplatzierter in der Landesliga Niederrhein 2 plötzlich für die Oberliga Niederrhein planen darf, obwohl der Klub zum Zeitpunkt des Abbruchs elf Punkte Rückstand auf den Zweiten hatte. Eine Relegation hätte es schließlich auch nur gegeben, wenn kein FVN-Verein aus der Regionalliga abgestiegen wäre. Dies minimiert jedoch noch einmal mehr die Zahl der Verlierer aufgrund des Saisonabbruchs, als es bei der FLVW-Entscheidung der Fall war.

Videokonferenzen bis in die Kreisliga C

Am Ende muss man jedoch festhalten: Der FVN hat in der Corona-Krise gründlich und besonnen gehandelt. Mit der Saison-Unterbrechung am 13. März bis zum Ende der Osterferien war man Vorreiter, danach hat man in zahlreichen Videokonferenzen jeden Verein bis in die Kreisliga C angehört und den gleichen Platz eingeräumt, seine Fragen und Bemerkungen Raum zu geben. So etwas erfordert nun einmal auch Zeit.

Wenn man überhaupt eine Sache kritisieren kann, dann, dass es nun immer noch knapp zwei Wochen dauert, bis der Vorschlag auf dem außerordentlichen Verbandstag bestätigt wird. Mit Freudensprüngen müssen die profiierenden Klubs also noch warten, bis die Entscheidung endgültig fix ist. Hier könnte der FVN (aber auch alle anderen Verbände) prüfen, ob zumindest in Krisen wie dieser den obersten Gremien eine Entscheidungsgewalt erteilt wird, ohne dass ein solcher Verbandstag nötig ist. In anderen Sportarten ging das schließlich auch.

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