Tristesse in Bochum

Das sind die VfL-Brandherde

Christian Hoch
20. März 2019, 18:43 Uhr

Foto: Firo

Das Jahr 2019 verläuft für den VfL Bochum mehr als enttäuschend: fünf Pleiten in acht Spielen genügen nicht den Ansprüchen. Das sind die VfL-Brandherde.

Saisonziel in Gefahr: Bochum. Castroper Straße. Ruhrstadion. Kurz vor Saisonbeginn. Sebastian Schindzielorz, Geschäftsführer Sport des VfL Bochum, rief das perspektivische VfL-Ziel aus, welches aber auch für die aktuelle Saison Bestand hat: „Wir wollen uns unter den Top 25-Mannschaften in Deutschland etablieren.“ Knapp ein Jahr später droht der VfL das Minimalziel, Platz sieben, in der ersten Spielzeit zu verpassen. Holstein Kiel (Platz fünf), 1.FC Heidenheim, SC Paderborn, Jahn Regensburg - all diese Mannschaften stehen mit weitem Abstand vor dem VfL. Selbst Paderborn als Siebter ist satte sieben Punkte entfernt. Lange Phasen in dieser Saison wähnten sich die Bochumer Fans als Aufstiegsaspirant. Im März 2019 muss der VfL festhalten: Union Berlin, aktuell auf dem Relegationsplatz, ist 13 Zähler entfernt.


In der Rückrundentabelle im Abstiegskampf: Im vergangenen Jahr lag der Pott-Klub in seinen Einzelteilen, kämpfte um den Klassenerhalt und die eigene Existenz. Nach 26 Spielen hatten die Bochumer 31 Punkte, das sind nur drei (!) weniger als in dieser Spielzeit. Zwar ist die gefährliche Zone momentan weit entfernt, doch in der Rückrundentabelle steht der VfL auf dem 16. Tabellenplatz - Relegationsrang. Durch die starke Hinrunde und die schwache Konkurrenz in diesem Jahr wird der VfL mit dem Klassenkampf aber nichts mehr zu tun bekommen.

Saison gefühlt zu Ende: Der Tenor bei den Fans des VfL Bochum momentan lautet: Die Saison könnte auch jetzt schon gerne zu Ende sein. Der VfL ist aktuell im Mittelfeld der zweiten Bundesliga. Das Problem dabei: Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt hat noch acht Partien vor der Brust, in denen es um TV-Gelder und um den Kredit der eigenen Anhänger geht.

Eigenmotivation der Spieler: In der Rückrunde liefen zwischenzeitlich neun Verträge gleichzeitig von Spielern aus, die eigentlich zu den Leistungsträgern gehören. Jan Gyamerah hat mittlerweile seinen Abschied zum Hamburger SV bekanntgegeben, Tom Weilandt hat um drei Jahre verlängert, bei Lukas Hinterseer stehen die Zeichen auf Trennung. VfL-Trainer Dutt will deswegen in den kommenden Wochen genau hinsehen, auf wen er setzen kann, wer genug Motivation hat und wer sich auch für die Zukunft empfiehlt. Klar ist: Silvere Ganvoula und Robbie Kruse haben diese über den Sommer hinaus nicht mehr, auch Görkem Saglam ist bei Dutt wohl außen vor.

Kredit der eigenen Anhänger: Unter Robin Dutt schaffte der VfL zunächst den Klassenerhalt, im Jahr 2018 entwickelte sich die Mannschaft unter ihm stetig positiv, spielte attraktiven Fußball und begeisterte die Fans. Mittlerweile ist die Stimmung aber gekippt, die eigenen Anhänger bekunden zunehmend ihren Unmut über die Ergebnisse und Leistungen der Mannschaft. Mit einer Serie zum Schluss könnte das Bochumer Umfeld aber auch wieder beruhigt werden.

Autor: Christian Hoch 

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21.03.2019 - 11:27 - Julius.Oppermann

Es gab Zeiten, da war der VfL "unabsteigbar" aus der 1. Liga, dann war der Abstieg ein Betriebsunfall, der sofort in der Folgesaison ohne Probleme wieder korrigiert wurde, dann war der VfL Dauergast der 2. Liga und nun kämpft er gegen den Abstieg in die 3. Liga. Die Tendenz zeigt eindeutig nach unten. RWE, RWO, Aachen, Wuppertal und Co. lassen grüßen.

21.03.2019 - 10:24 - na-und

Robin Dutt ist für mich auch inzwischen eine große Enttäuschung. Vor einem Jahr hat er mit seiner Ruhe und Gelassenheit zwar für einen Umbruch gesorgt nach all den hektischen Experimenten der Vortrainer, inzwischen überträgt sich seine Ruhe aber so auf die Mannschaft, dass sie phasenweise einschläft. Während erfolgreichere Trainer aus Kiel, Paderborn oder Regensburg die Spieler von der Seitenlinie aus nach vorne treiben, wenn es zu langsam wird, schaut Dutt sich in aller Seelenruhe das müde Gekicke an. Junge Spieler werden fast total vernachlässigt und resignieren (wie Serra im lezten Jahr), die alten und langsamen Spieler dominieren dann mit ihrer müden Spielweise. Daher fehlt das Tempo im VfL-Spiel ja fast völlig. Das alles muss man natürlich dem Trainer anlasten, denn es wird inzwischen alles schlechter, je länger die Saison andauert.

21.03.2019 - 10:18 - asaph

Richtig was die beiden Kommentatoren hier schreiben:
Neuanfang muß jetzt passieren mit jungen Spielern, nicht erst in der nächsten Saison!

20.03.2019 - 20:26 - Stollenterror

Den Artikel kann ich nicht zu 100% verstehen. Dutt hat den Großverdienern Kruse und Sam den Arsch nachgetragen und Saglam (ein Beispiel) komplett ignoriert. Da muss dann auch mal ein Sportvorstand einschreiten. Warum bilde ich denn dann junge Leute aus? Saglam wurden wenige Möglichkeiten geboten, schlechter als Kruse und Sam hat er es nicht gemacht. Der VfL stellt meist die älteste Anfangself daher nicht verwunderlich dass es oft zum Ende her nicht mehr reicht. Viele Leute sind einfach zu langsam und auch junge Leute sind taktisch nicht gut geschult. Wenn der Gegner in die Bochumer Hälfte kommt wird es immer gefährlich, wenn es nicht durch die Mitte geht. Die Außenverteidigung ist desaströs und viel zu passiv. Keine Ahnung was da im letzten Jahrzehnt unter den Trainern trainiert wurde aber mein Puls geht jedesmal hoch wenn der Gegner die Mittellinie überschreitet und wenn dann geflankt wird bekomme ich Angst, komischerweise geht es sehr vielen Freunden genauso. (Kommt einem vor wie ein Hühnerhaufen, viele Spieler aber keiner weiß was/wen er verteidigen soll.) Woran liegt das?

20.03.2019 - 19:43 - Mitglied aus DD

Sorry aber wie sagt der Sachse? Der Dutt ne gudd !!!! Welchen Verein hat er in der Vergangenheit nach oben geführt? Und welche alle nach unten ? Will nicht nur auf den Trainer meckern, jedoch so eine nahmhafte Truppe im Mittelfeld der zweiten Liga, da stimmt etwas nicht. Besonders ärgerlich ist und das ist Sache des Trainers, dass ab der 70. !!!! Minute die ganze Saison über die Luft raus ist. Die Spieler sind platt und haben keine Kondition. Das ist Sache des Trainers. Einige Stars hätte ich ebenfalls schon längst auf die Bank gesetzt.
Ja, es geht um TV Gelder in dieser Saison, jedoch Perspektivspieler aus der Jugend Einsatzzeit geben, wo es ,, um nichts ,, mehr geht ist mehr wert. In der kommenden Saison wirft man Sie ins kalte Wasser und steht wieder unten drin. Unser Vfl wird bestimmt nicht die Kohle haben um für die neue Saison 4 - 5 Topspieler verpflichten zu können.
Hoffnung auf die neue Saison.