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Bundesliga-Saison der Extreme: Viele Elfmeter und Pässe, selten Rot

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Lewandowskis 40-Tore-Rekord sticht in der laufenden Spielzeit der Bundesliga heraus. Doch auch in vielen anderen Kategorien gibt es statistische Extremwerte. Der von Pep Guardiola gelehrte Spielstil setzt sich ligaweit immer mehr durch.

Robert Lewandowskis Saison wird so oder so in den Fußball-Geschichtsbüchern landen. Der Starstürmer des FC Bayern München hat bei der Einstellung des Gerd-Müller-Rekords von 40 Toren 31 mal mit rechts getroffen, viermal mit links sowie fünfmal mit dem Kopf. Acht Treffer waren Elfmeter, 22 waren es in der Hinserie, 18 bisher in der Rückrunde - Fortsetzung könnte folgen, wenn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) das Saisonabschlussspiel gegen den FC Augsburg stattfindet.

Extreme Zahlen gab es aber nicht nur bei Lewandowski, sondern auch in der gesamten Bundesliga-Saison 2020/21. Klar, die Zuschauerzahlen waren pandemiebedingt so niedrig wie nie, in den vergangenen knapp sieben Monaten gab es nur noch Geisterspiele. Doch auch auf dem Rasen passierte Erstaunliches. Eine Saisonanalyse auf Grundlage einer Datenerhebung.

ELFMETERFLUT

Nicht nur Lewandowski verwandelte in diesem Jahr drei oder mehr Elfmeter, sondern auch André Silva, Lars Stindl (je sechs), Andrej Kramaric, Max Kruse (je fünf), Marcel Sabitzer, Vincenzo Grifo (je vier) sowie Silas Wamangituka, Nicolas Gonzalez, Ondrej Duda und Jonas Hofmann (alle drei). So viele Elfmeter? Ja, tatsächlich. In der laufenden Spielzeit waren es 0,36 Strafstöße pro Spiel, so viele wie seit der Saison 1985/86 nicht mehr. In der Vorsaison waren es gerade einmal 0,24 Elfmeter pro Spiel. Heißt: Gab es im Vorjahr in etwa vier Spielen durchschnittlich einen Elfmeter, dauert es diesmal keine drei Partien bis zum nächsten Elfmeter.

KAUM PLATZVERWEISE

Bei den Platzverweiesen hingegen gab es so wenige wie seit 1989/90 nicht mehr. 0,11 Gelb-Rote und Rote Karten pro Spiel ergeben durchschnittlich genau einen Platzverweis pro Spieltag. Die Werte lagen in den vergangenen Jahren klar darüber und reichten teilweise bis zu knapp zwei Platzverweisen pro Spieltag. Verantwortlich dafür könnte auch sein, dass es verhältnismäßig immer weniger Zweikämpfe gibt. Dies könnte auch an einer Entwicklung liegen, die ein spanischer Fußballprofessor in der Bundesliga beschleunigt hat.

BALLBESITZFUSSBALL UND DIE FOLGEN

Denn Pep Guardiola ist zwar schon fünf Jahre aus Deutschland weitergezogen, sein Werk bei Manchester City kann er am 29. Mai mit dem Champions-League-Titel krönen. Seine Fußballlehre hat sich in der Bundesliga aber inzwischen weit verbreitet, der Ballbesitzfußball mit ganz viel Kontrolle und kurzen Pässen setzt sich immer mehr durch, wie die Datenerfassung deutlich zeigt.

Durchschnittlich 936 Pässe wurden in dieser Saison pro Liga-Spiel abgegeben, ein Bestwert. Zu Beginn der Datenerfassung waren es noch 704 Pässe, fortan stieg der Wert stetig an, bis es 2018/19 (914) erstmals über 900 waren. Auch die durchschnittliche Passquote (80 Prozent) ist höher denn je. Der Anteil von langen Pässen hingegen geht immer mehr zurück, inzwischen werden nur noch 13 Prozent aller Pässe über 32 Meter gespielt.

VARIANTEN BEI STANDARDS

Der gute, alte Direktfreistoß, der über die Mauer ins Tor fliegt, wird immer seltener. Bis zum 33. Spieltag gab es insgesamt nur zehn Tore aus solchen Situationen. Zum Vergleich: in den drei vergangenen Spielzeiten waren es 18 (2019/20), 22 (2018/19) und 18 (2017/18). Auch anteilig werden immer wenige Freistöße direkt getreten. Die Teams erhoffen sich offenbar mehr von Flanken in den gegnerischen Strafraum. Dort ergibt sich die Chance für Kopfballtore, zweite Chancen oder gefährliche Bälle aus dem Halbfeld, die auch für die Torhüter eine ganz besondere Herausforderung sind.

DISTANZSCHÜSSE

Einfach mal auf der Distanz draufhalten - auf gut Glück? Das kommt in der Bundesliga immer seltener vor. Seit die Daten detailliert erfasst werden (Saison 2004/05), hat es noch nie so wenig Distanzschüsse gegeben wie in dieser Saison (35 Prozent). Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 45 Prozent, die Kurve ging fortan kontinuierlich nach unten.

Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Chancenverwertung und die Schussgenauigkeit aus. In beiden Kategorien wurden in der aktuellen Spielzeit Bestwerte aufgestellt: So wurden 16 Prozent aller Chancen zu Toren genutzt und 48 Prozent der Schüsse gingen auf und nicht neben oder über das Tor. Beide Werte haben sich in den vergangenen Jahren gesteigert, was auch an der immer weiter reduzierten Anzahl von Distanzschüssen liegen dürfte. dpa

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