Ralf Rangnick würde nicht noch einmal auf eine

Rangnick bereut Ehrenrunde

jana
13. Dezember 2005, 14:03 Uhr

Ralf Rangnick würde nicht noch einmal auf eine "vorzeitige" Ehrenrunde in der Veltins-Arena gehen. "Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen", so Rangnick 24 Stunden nach seiner Demission als Schalke-Coach.

Einen Tag nach seiner Entlassung als Trainer von Schalke 04 hat Ralf Rangnick seine doppelte Ehrenrunde öffentlich bedauert. "Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen", sagte der Schwabe am Dienstag, nachdem er sich von der Mannschaft des Vizemeisters verabschiedet hatte. Rangnick hatte sich am Samstag bereits vor dem 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 von den Fans feiern lassen, nachdem er tags zuvor seinen Abschied zum Saisonende angekündigt hatte.

"Aber ich konnte nicht anders", sagte Rangnick, der vor dem Anpfiff nach eigener Darstellung auf Sprechchöre der Fans reagiert habe und sich bei ihnen bedanken wollte. "Dass dies als Provokation interpretiert wurde, bestätigt meine Entscheidung vom Freitag." Der Schalker Vorstand hatte die Ehrenrunde vor dem Spiel als Hauptgrund für die sofortige Trennung am Montag genannt.

Die Entscheidung, ihn sofort zu beurlauben, habe ihn nicht mehr überrascht, sagte Rangnick, dem sein Ex-Klub zum Abschied noch einmal auf einer Pressekonferenz ein Podium bot. Allerdings habe er durchaus eine Möglichkeit gesehen, trotz der offensichtlichen Dissonanzen bis zum Saisonende weiterzuarbeiten. "Ich glaube zu 100 Prozent, dass die Mannschaft und ich weiter hätten zusammenarbeiten können. Wir hätten versucht, weiter im Schnitt zwei Punkte pro Spiel zu holen oder mehr. Ich hätte auch meine Augen zugedrückt und Kröten geschluckt."

"Der Professor und der Volksnahe"

Das Verhältnis zu Manager Rudi Assauer sei ein Problem gewesen, bestätigte der Schwabe: "Es war von Anfang an schwierig, nach außen glaubhaft zu machen, das wir gut zusammenarbeiten können - der Professor Rangnick und der volksnahe Rudi Assauer, der Junge aus dem Ruhrgebiet." Er habe Assauer wiederholt darauf hingewiesen, dass nur der Manager dies glaubhaft machen könne.

Er selbst habe sich keine Fehler vorzuwerfen. Die sportliche Bilanz mit dem Einzug in die Champions League und ins Pokalfinale sowie der Bundesliga-Ausbeute von 88 Punkten in 44 Spielen spreche für sich. "Und mir kann keiner den Vorwurf machen, dass ich mich in der Außendarstellung nicht absolut loyal gegenüber dem Verein verhalten hätte."

Ein abschließendes Gespräch mit dem Vorstand ist für Mittwoch oder Donnerstag geplant. Wie Finanzchef Josef Schnusenberg bereits ankündigte, erhält Rangnick bis zum Auslaufen seines Vertrages am 30. Juni 2006 weiter sein Gehalt. "Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, dafür war die Enttäuschung zu groß", sagte Rangnick.

Autor: jana

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