14 Stunden nach dem bisher schlimmsten Erlebnis seiner etwas über einjährigen Amtszeit auf Schalke wirkte Ralf Rangnick wieder selbstsicher wie immer. Zuvor hatte er seine Mannschaft in einer 30-minütigen Ansprache zusammengefaltet und versucht, die Spieler auf die gemeinsamen Ziele einzuschwören.

SCHALKE - Ralf Rangnick wähnt sich fest im Sattel - ein Trugschluss?

hb
27. Oktober 2005, 11:00 Uhr

14 Stunden nach dem bisher schlimmsten Erlebnis seiner etwas über einjährigen Amtszeit auf Schalke wirkte Ralf Rangnick wieder selbstsicher wie immer. Zuvor hatte er seine Mannschaft in einer 30-minütigen Ansprache zusammengefaltet und versucht, die Spieler auf die gemeinsamen Ziele einzuschwören.

14 Stunden nach dem bisher schlimmsten Erlebnis seiner etwas über einjährigen Amtszeit auf Schalke wirkte Ralf Rangnick wieder selbstsicher wie immer. Zuvor hatte er seine Mannschaft in einer 30-minütigen Ansprache zusammengefaltet und versucht, die Spieler auf die gemeinsamen Ziele einzuschwören. Die Profis reagierten im ersten Reflex einsichtig und gelobten Besserung. Warum Rangnick meint, dass er die Truppe noch erreicht, erklärte er gestern gegenüber der Presse.

Herr Rangnick, was haben Sie der Truppe in der Kabine gesagt?
Das werde ich sicher nicht im Detail über die Medien verbreiten, aber so viel kann ich sagen: Wir haben die Fehler, die in Frankfurt gemacht wurden, klar und scharf analysiert. Wichtig ist, dass wir in den nächsten Spielen nicht nur auf Ballbesitz spielen, sondern wieder torgefährlich in den Strafraum kommen. Wir spielen im Zweifelsfall zu oft quer, es fehlt eine Schnell-Komponente, die nicht allein von den Stürmern, sondern auch von den Mittelfeldspielern kommen muss.

Nach den Auflösungs-Erscheinungen in Frankfurt muss die Frage erlaubt sein, ob der Charakter in der Mannschaft stimmt?!
Das tut er, wir haben keine Stinkstiefel im Team. Vielleicht muss einfach mal einer dazwischen hauen und sagen: ’So können wir uns nicht präsentieren.’ Andererseits haben wir nicht genug Schweinehunde in der Mannschaft. Das ist auch beim Elfmeter deutlich geworden. Da erwarte ich, dass ein Spieler dazwischen geht. Ich frage mich, worüber Gustavo Varela und Hamit Altintop da diskutieren. Es gibt bei uns nur einen Schützen und das ist Sören Larsen, wenn er auf dem Platz steht. Es kann sein, dass uns da der eine oder andere fehlt, aber das gibt es nicht zu bemängeln. Ich kann nur Spieler auffordern, diese Rolle zu übernehmen, die in dem Moment vorhanden sind.

Erreichen Sie die Truppe denn noch?
Davon gehe ich aus. Ich glaube weiter an die Mannschaft und auch sie weiß, dass sie es kann. Wichtig ist wie wir damit umgehen und in Hamburg auftreten. Wir erwarten jetzt eine Reaktion von der Mannschaft, denn wir müssen uns dort ganz anders präsentieren, wie zum Beispiel in Istanbul, gegen Mailand oder Hannover.

Nach den beiden Partien beim HSV und gegen Fenerbahce kann die Saison für den FC Schalke im negativen Sinne so gut wie gelaufen sein. Was veranlasst Sie nach dem gestrigen Debakel zu glauben, dass es anders kommen wird?
Es ist möglich, dass wir alles verspielen, aber ich befürchte es nicht, weil ich weiß, dass die Mannschaft die Qualität hat, um dort zu bestehen. Dass wir das können, haben wir dieses Jahr auch schon gezeigt. Jetzt kommen zwei sehr gute Mannschaften auf uns zu, deswegen ist es für uns genau der richtige Zeitpunkt, wieder unsere Stärken abzurufen.

Auch an Sie die Frage, die ebenfalls Rudi Assauer und Andy Müller gestellt wurde: Eine Gelsenkirchener Lokalzeitung behauptete: ’Rangnick wackelt’! Ist dem so?
Ganz sicher nicht! Ich empfinde die jetzigen Tage auch nicht als die schwierigste Phase, seit ich hier Trainer bin. Da hatten wir vorher schon ein paar von, aber es ist eine Phase, in der wir sehr wachsam sein müssen.

Autor: hb

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