Das Sommermärchen scheint in Wiedenbrück eine unendliche Geschichte zu werden. Sieben Kapitel hat Trainer und Autor Thomas Stratos bereits geschrieben.

Stratos' Sommermärchen

Zwischen Phantasie-Roman und Krimi

10. September 2009, 08:25 Uhr

Das Sommermärchen scheint in Wiedenbrück eine unendliche Geschichte zu werden. Sieben Kapitel hat Trainer und Autor Thomas Stratos bereits geschrieben.

Und dank seiner erfolgreichen Episoden ist der SC Wiedenbrück nach wie vor Spitzenreiter. „Das ist schon ein bisschen unheimlich“, gibt Dr. Michael Reinker offen zu. Aber der „Boss“ hat Gefallen an diesem schauerlich-schönen Thriller gefunden.

„Dass wir ein paar Spiele gewinnen würden, war klar. Aber dass wir mit der bislang gebotenen Souveränität agieren, ist schon erstaunlich. Hoffentlich bleibt das noch ein paar Wochen so.“
Dass der SCW bis zum Saisonende die Bestseller-Liste anführt, glaubt er indes nicht. „Das Saisonziel ist nach wie vor der Nicht-Abstieg“, bleibt Reinker eher vorsichtig.

Schließlich will er keine Hauptrolle in einem Fantasy-Roman bekleiden und mit überschwänglichen Aussagen baden gehen, sondern lieber eine realistische Dokumentation erleben, an der am Ende auch gejubelt werden darf. „Wenn dabei am Ende herauskommen sollte, dass wir die Qualität besitzen und aufsteigen können, ist es um so schöner“, ist Reinker gespannt, was das Manuskript für ihn noch bereit halten wird. „Ich habe aber noch die SG Wattenscheid im letzten Jahr vor Augen. Die ist ebenfalls sehr gut gestartet, hat am Ende aber nur mit Hängen und Würgen die Klasse gehalten. Deshalb sollte man noch vorsichtig sein.“

Dennoch hat der SCW satte fünf Punkte Vorsprung auf den ebenfalls als Überraschungs-Team geltenden VfB Hüls. Und die Zahlen sprechen für die Stratos-Elf. Denn nach Germania Windeck (fünf Gegentreffer) hat Wiedenbrück mit nur sechs Einschlägen die beste Abwehr und nach Hüls (19) mit 18 Toren den erfolgreichsten Sturm. „Aber wir haben keinen großen Kader“, merkt Reinker an. „Wenn bei uns ein paar Spieler verletzungsbedingt ausfallen, haben wir es schwer.“

Und dann blickt er ein bisschen neidisch auf die Sportfreunde aus Siegen: „Die können zwei Mal täglich trainieren. Unsere Jungs gehen alle hauptberuflich arbeiten. Damit haben die Sportfreunde ganz andere und bessere Voraussetzungen als wir.“

Dennoch ist Wiedenbrück der Taktgeber. „Wir holen ja auch das Maximum aus uns heraus“, weiß Reinker. „Wenn das so weiter geht, sind wir sicherlich schwer zu schlagen. Aber der Kräfteeinbruch wird bestimmt irgendwann einmal kommen.“

Doch bis dahin sollen noch einige Erfolgs-Kapitel an das Sommermärchen angehängt werden. Und wer weiß, vielleicht wird es ja dann doch noch eine unendliche Geschichte.

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