Bezirksliga 6 Niederrhein: Ortstermin (TV Asberg-VfR Krefeld)

"Im Stile einer Spitzenmannschaft"

Moritz Rieckhoff
17. Dezember 2006, 20:22 Uhr

"Underdog". So lautet der Name eines Fanklubs des TV Asberg. Doch geht es nach den Leistungen ihrer Lieblinge müssen sich die Fans der Moerser bald einen anderen Namen zulegen. Denn in der Bezirksliga Niederrehin 6 ist die Elf von Trainer Zihat Brkic schon lange kein Außenseiter mehr. Gegen den Tabellenzehnten VfR Krefeld gelang am Samstag der sechste Heimsieg der Saison. [i]Ein Ortstermin[/i]

Bei nicht enden wollenden Regen entwickelte sich ein kampfbetontes, aber wenig hochklassiges Match, dass bei Fans und Offiziellen nur selten für Freude sorgen konnte.

Der TV Asberg, der ohne drei seiner Stammkräfte auskommen musste, begann auf schwierigem Geläuf besser als der Gast, erspielte sich jedoch in der ersten halben Stunde nicht eine nennenswerte Torchance. Auch die Gäste aus der Samt- und Seidenstadt taten sich auf der vom Dauerregen aufgeschwemmten Asche schwer. Dabei agierten die Gastgeber in der Defensive ein ums andere Mal äußerst leichtsinnig, doch die Krefelder verstanden es nicht, die Unsicherheiten im Deckungsverbund der Blau-Gelben zu ihren Gunsten auszunutzen.

Lediglich durch einen Freistoß, der sein Ziel allerdings deutlich verfehlte, schaffte es der VfR in der 33. Spielminute das Tor von TVA-Torsteher Olaf Hellgrewe ein wenig in Gefahr zu bringen. Fünf Minuten zuvor war es auf der Sportanlage an der Asberger Straße unter den gut 60 Zuschauern kurz laut geworden. Nach einem harmlosen Zweikampf im Strafraum der Gäste forderte das Publikum Elfmeter. Doch Schiedsrichter Frank Jelonnek (DJK SC Flingern 08) ließ das Spiel zurecht weiterlaufen.

Kurz vor der Pause drehten die Platzherren dann noch einmal auf und kamen durch Andre von Zabiensky und Massimo Piras zu zwei weiteren Chancen (38./44.). Doch den treffenden Halbzeitkommentar von Hans Pierch, früherer Funktionär und jetzt im Ältestenrat des TV Asberg tätig, konnten auch diese beiden Chancen nicht mehr verhindern. "Grausam", murmelte der 74-jährige und zog sich kopfschüttelnd in das gut geheizte Klubhaus zurück.

Völlig verwandelt kam die Brkic-Elf dann aus der Kabine. Der Tabellenfünfte erhöhte jetzt deutlich die Schlagzahl und erarbeitete sich in der 50. und in der 53. Spielminute zwei klare Tormöglichkeit. Doch Marco Armienlo und Jan-Marvin Schlößer spielten den Weihnachtsmann und verteilten durch das Auslassen der Torchancen großzügige Geschenke an die Krefelder Gäste.

Diese konnten den spielentscheidenden Treffer zum 1:0 in der 65. Spielminute durch Andre von Zabiensky dennoch nicht verhindern, und mussten so den Platz trotz einer engagierten Schlussphase als Verlierer verlassen. So freute sich, neben den völlig durchnässten Fans auch TVA-Übungsleiter Brkic über einen gelungenen Jahresabschluss: "Auch wenn das mit Sicherheit unser schlechtestes Heimspiel war, bin ich zufrieden. Hinten steht bei uns die Null und vorne haben wir Einen gemacht. Das reicht für drei Punkte."

Auch das Publikum zeigte sich versöhnt. Einige Mutige attestierten ihrem Team sogar "im Stile einer Spitzenmannschaft aufgetreten zu sein". Eine Meinung, die nach diesem Spiel entweder dem Tragen der rosaroten Vereinsbrille geschuldet war, oder auf eine gehörige Portion Humor der Wortführer schließen lässt.

Autor: Moritz Rieckhoff

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