Bezirksliga 8 Niederrhein: Expertentipp von Yalcin Avci (Trainer Safakspor)

"In unserer Defensive hapert es"

Heiko Gaeb
14. Dezember 2006, 19:15 Uhr

Den Herbstmeistertitel hat BW Oberhausen-Lirich schon am grünen Tisch ein wenig glücklich errungen (revierkick.de berichtete). Jetzt geht es darum, wer als Spitzenreiter in die Winterpause geht. Und auch da stehen die Chancen für die Puszamszies-Kicker alles andere als schlecht. Die Elf reist in den Iltispark zum abgeschlagenen Schlusslicht Hertha Hamborn, wo sogar schon Gerüchte aufkamen, dass die Mannschaft sich in der Winterpause vom Spielbetrieb abmelden würde.

Ein Gerücht, dass jedoch vehement von Vereinsseite dementiert wird. Ein Punktverlust für den Klassenprimus am Sonntag käme jedoch einer Sensation gleich.

In direkter Lauerstellung sind Heimaterde Mülheim und der SV Wanheim 1900. Und auch Preußen Duisburg ist ganz vorne dabei und komplettiert das aktuelle Spitzenquartett. Für Spannung ist also gesorgt, nachdem in den letzten zwei Spielzeiten mit TuRa 88 und Duisburger SV 1900 jeweils ein Team aus der Hafenstadt einsam an der Spitze in die Landesliga marschierte.
"Das finde ich gut so", bemerkt Yalcin Avci, seit September Cheftrainer bei Safakspor Oberhausen, "so ist es nie langweilig."

Sein Team hat auch eine beachtliche Bilanz vorzuweisen: Aus den letzten vier Spielen wurden zehn Punkte geholt und somit der Schritt vom Tabellenkeller in Richtung Mittelfeld vollzogen. Nun geht es vor der Winterpause noch einmal ins Naturstadion in Heimaterde. "Das wird schwer, doch ein Punkt ist drin. In der Liga können wir an guten Tagen gegen jeden Gegner mithalten."

Am letzten Sonntag gab es ein lockeres 4:0 gegen Schlusslicht Hertha Hamborn. Die Bilanz der letzten Spieltage dürfte die Spieler aus Oberhausen Tackenberg beflügeln. Außerdem stellt Avci, der das Amt von Aslan Kilic übernommen hat, klar: "Unsere Probleme innerhalb des Teams sind ausgeräumt. Wir bilden jetzt eine harmonische Mannschaft."

Sorgen bereiten dem ehemaligen linken Mittelfeld-Akteur jedoch einige Ausfälle: Mirsat Racic fällt wegen Bänderdehnung definitiv aus. Hinter dem Einsatz von Orhan Candan steht wegen Oberschenkelproblemen ein dickes Fragezeichen. Das gilt auch für drei weitere Akteure. Desweiteren muss Ümit Cavlak arbeiten. Dennoch erklärt der 37-jährige Übungsleiter: "Wir haben auch so eine starke Elf auf dem Platz." Und das soll nach der Winterpause noch deutlicher zum Vorschein kommen. Avci: "Offensiv sind wir gut besetzt, aber in unserer Defensive hapert es. Da wird es in der Winterpause Aktivitäten geben."

Ein neuer Spieler für die Abwehr ist schon da: Ramazan Alagözoglu kommt von Adler Osterfeld. Der Defensiv-Spezialist kam nach einem Kreuzbandriss und der damit verbundenen langen Pause bei seinem alten Klub nicht mehr so richtig in Fahrt und versucht nun sein Glück bei Safakspor.

Desweiteren befinden sich aktuell drei weitere Spieler zur Verstärkung der mit bereits 36 Gegentoren wackligen Abwehr im Probetraining.

Einen Top-Favoriten für den Aufstieg in der ausgeglichenen Gruppe hat Avci nicht. Dennoch sieht er das Spitzenquartett zu Recht vorne. So geht der Coach von Safakpor auch davon aus, dass sich sowohl Wanheim 1900 gegen TSV Bruckhausen als auch Preußen Duisburg bei Tuspo Huckingen durchsetzen werden. Und dass Lirich bei Hertha Hamborn deutlich gewinnen wird, ist Avci auch klar. "Letzte Woche haben wir ja gegen Hertha gekickt. Da sind sehr deutliche Mängel erkennbar."

Einzig dem Tabellenzweiten traut er aus den ersten vier der Tabelle keinen dreifachen Punktgewinn zu: "Die spielen ja gegen uns und da müssen sie sich mit einem Remis begnügen", zeigt sich der 37-Jährige zuversichtlich und kündigt an: "Wenn wir unsere Defensiv-Probleme gut in den Griff bekommen, sind wir im neuen Jahr noch stärker."

Ehrgeizig ist man der Dinnendahlstraße allemal. Das Training beim Vorjahreszwölften beginnt bereits am 8. Januar.

Den Spieltag tippt Yalcin Avci (Trainer Safakspor Oberhausen)

Autor: Heiko Gaeb

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