Nein, Voodoo-Puppen führt Thorsten Rarreck nicht in seinem Repertoire. Wenn es medizinisch Sinn macht, greift der Schalker Vereinsarzt gerne zu alternativen Behandlungs-Methoden.

Voodoo-Zauber, Kopfball-Ungeheuer? Asamoah: „Das gibt es nur auf Schalke“

15. Februar 2005, 10:11 Uhr

Nein, Voodoo-Puppen führt Thorsten Rarreck nicht in seinem Repertoire. Wenn es medizinisch Sinn macht, greift der Schalker Vereinsarzt gerne zu alternativen Behandlungs-Methoden.

Voodoo-Zauber, Kopfball-Ungeheuer? Asamoah: „Das gibt es nur auf Schalke“
Rarreck und Mpenza

Nein, Voodoo-Puppen führt Thorsten Rarreck nicht in seinem Repertoire. Wenn es medizinisch Sinn macht, greift der Schalker Vereinsarzt gerne zu alternativen Behandlungs-Methoden. Ostheopathie, Akupunktur und andere anthroposophische Heilverfahren sind Rarreck, der bei schweren Verletzungen zu einer Operation erst als letzte Alternative rät, nicht fremd. Bei Gerald Asamoah dagegen hat einfach nur „sein gutes Heilfleisch“ zur angeblichen Wundergenesung geführt. „Emile Mpenza wäre damit wahrscheinlich drei Monate ausgefallen, bei 80 Prozent aller Fußballer hätte es vier Wochen gedauert“, grinste Rarreck und erläuterte: „Es kann sich schon um einen Muskelfaserriss handeln. Aber die Erstversorgung bei der Nationalmannschaft war sehr gut. Bei Asa heilen solche Verletzungen eben sehr gut.“

Der 26-Jährige kam natürlich aus dem Lachen nicht mehr heraus, als er nach der Partie seine schier unglaubliche Gesundung binnen 48 Stunden erklärte. „Mein Körper ist anders als normal“, grinste der Strahlemann. „Ich hatte schon Schmerzen, aber wenn die zu schlimm gewesen wären, hätte ich nicht gespielt“, gab Asamoah zu.
Am Mittwoch Abend beim Länderspiel gegen Argentinien 20 Meter vor den Augen von Ralf Rangnick mit verzerrtem Gesicht ausgewechselt, diagnostizierte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Muskelfaser-Riss im Oberschenkel. „Der ist auch Bayern-Doc“, feixte „Asa“, gab aber zu: „Zu dem Zeitpunkt hat der Muskel zu gemacht. Aber schon am Donnerstag bei der nächsten Untersuchung von Thorsten habe ich gedacht, dass es bis Samstag klappen würde. Das gibt es nur auf Schalke!“

Als Asamoah in der 13. Minute auch noch per Kopf das 1:0 gelang, war das wieder so eine der Geschichten, die nur der Fußball schreibt. „Ich dachte, warum kommt denn da keiner? Und dann: Der geht sowieso drüber. Auf einmal war er drin“, kratzte sich der Angreifer an der Stirn und erinnerte sich gleich: „Ihr wisst ja: Das war nicht mein erstes Kopfball-Tor. In Bayern habe ich auch so getroffen.“

In seiner mit Abstand besten Saison, seit er auf Schalke ist, hat Asamoah inzwischen seinen Rekord von sechs Hütten in einer Serie gebrochen. Wo soll das nur hinführen, dass er nicht nur für gute Laune sorgt, sondern auch noch in beständiger Top-Form aufläuft und aus allen Lagen knipst? „Wenn ich das früher gemacht hätte, wäre ich längst bei Real Madrid“, sprach Gerald auf seine unnachahmliche Art das Wort zum Sonntag.

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