DFL weist Vorwürfe einer Ungleichbehandlung zurück

14. Januar 2005, 15:32 Uhr

Die jüngsten Attacken von Uli Hoeneß und Werner Altegoer gegen Mitkonkurrenten aus der Bundesliga haben die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH auf den Plan gerufen.

Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH hat auf die jüngsten Attacken von Uli Hoeneß und Werner Altegoer gegen Mitkonkurrenten aus der Bundesliga reagiert. "Den Verdacht einer Ungleichbehandlung müssen wir auf das Schärfste zurückweisen. Alle Bundesligaklubs werden beim Lizenzierungsverfahren gleich behandelt", stellte der bei der DFL für die Finanzen zuständige Christian Müller im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) unmissverständlich klar.

Altegoer greift DFL scharf an

Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte zuletzt vor allem das Finanzgebaren von Schalke 04 heftig kritisiert, Bochums Aufsichtsrats-Vorsitzender Werner Altegoer seinerseits sogar die DFL massiv angegriffen. "Ich weiß nicht, wie die DFL angesichts der Geschehnisse in den vergangenen Jahren künftig irgendjemanden überhaupt noch die Lizenz verweigern könnte. Es gibt Vereine, die haben belegbar weit über ihre Verhältnisse gelebt und trotzdem die Lizenz bekommen. Dazu gehören auch unsere beiden Nachbarn", meinte der frühere VfL-Präsident in Anspielung auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der West-Konkurrenten Borussia Dortmund und Schalke 04.

Diesen indirekten Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung lässt die DFL aber nicht auf sich sitzen. "Es ist jetzt an der Zeit, den Unterschied zwischen Schulden, Verlusten und Liquidität deutlich zu machen. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat bereits vor Jahren entschieden, dass die Vereine oder Kapitalgesellschaften die Autonomie über die Finanzierung des Klubs behalten. Uns hat im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens nur die Liquidität für die kommende Saison zu interessieren. Der Spielbetrieb muss gesichert sein", machte Müller deutlich und verwies in diesem Zusammenhang auf das Starensemble des englischen Premier-League-Klubs Chelsea London.

"Meinen Sie denn, Chelsea macht Gewinn? Aber in Deutschland würde Chelsea trotz hoher Verluste dennoch die Lizenz bekommen, sofern Klubbesitzer Roman Abramowitsch entsprechende Bankgarantien geben würde, mit denen laufende Unterdeckungen finanziert werden", erklärte der DFL-Finanzexperte.

DFL denkt über schärfere Zulassungskriterien nach

Die DFL überlegt allerdings schon seit geraumer Zeit, ihre bereits europaweit als streng anerkannten wirtschaftlichen Kriterien zur Zulassung am Profispielbetrieb im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten erneut zu verschärfen und auch die Vermögensverhältnisse der Vereine mit in den Prozess einzubeziehen, was bislang nur begrenzt möglich ist. Aber dennoch werden schon die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei den Vereinen akribisch nachgeprüft und den Klubs bei offensichtlichen Missständen diverse Auflagen gemacht.

Müller weist zudem darauf hin, dass das Lizenzierungsverfahren in Deutschland beispielhaft für andere Länder sei und die DFL maßgeblich darauf hinarbeite, ein einheitliches Prozedere in ganz Europa zu erreichen: "Wenn man das mit einem 100-Meter-Lauf vergleicht, sind wir bei bei 95 Metern. Andere Nationen stehen noch in den Startblöcken."

Auch Wilfried Straub, der demnächst scheidende Geschäftsführende Vorsitzende der DFL, ist von dem in Deutschland praktizierten System überzeugt und versichert allen Vereinen: "Das Lizenzierungsverfahren ist ein hohes Gut, dass wir heilig behandeln."

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