Drei Mal ist Aleksandar Ristic als Trainer mit Fortuna Düsseldorf aufgestiegen.

Düsseldorf: Der letzte Aufstiegscoach im Interview

Ristic drückt Fortuna die Daumen

Christian Krumm
22. Mai 2009, 10:57 Uhr

Drei Mal ist Aleksandar Ristic als Trainer mit Fortuna Düsseldorf aufgestiegen.

Nicht nur deshalb wurde er jetzt bei einer Abstimmung von den Fans als Coach der Legenden-Mannschaft gewählt. 50,93 Prozent der 3.183 Abstimmenden wählten den Mann an der Linie, der es verstand, die Linienrichter mit Bonbons auf seine Seite zu ziehen. Nach wie vor hat die Fortuna ein großes Stück seines Herzens in Beschlag, seinen Wohnsitz hat er auch noch in der NRW-Landeshauptstadt. RS unterhielt sich vor dem Aufstiegsfinale am Samstag mit dem Kult-Coach.

Aleks Ristic, Sie sind selbst mehrmals mit der Fortuna aufgestiegen. Am Samstag gibt es mal wieder die Chance auf die Rückkehr in Liga zwei. Verfolgen Sie das Geschehen?

Ja, ein bisschen schon. Ich lebe in Düsseldorf, da bekommt man natürlich einiges mit. Es ist sehr schön, dass nach der langen Zeit momentan wieder so eine Fußball-Euphorie in dieser Stadt herrscht. Jetzt natürlich erst recht, weil man am Samstag alles klar machen kann.
Waren Sie in dieser Saison einmal in der LTU-arena?

Ich war nur einmal im Stadion, beim „Stadtwerke-Düsseldorf-Wintercup“. Da hat mir die Mannschaft wirklich gut gefallen, obwohl man dazu sagen muss, dass es zum einen Vorbereitung war und es zum anderen für einen Drittligisten leicht ist, gegen klassenhöhere Teams anzutreten. Aber seitdem sage ich schon die ganze Zeit, dieses Team hat gute Chancen, den Aufstieg zu schaffen.

Würden Sie sich über eine Rückkehr der Fortuna in die Zweite Liga freuen?

Ja, natürlich. Ich werde am Samstag die Daumen drücken. Düsseldorf hat es verdient, eine Mannschaft in der Ersten Bundesliga zu haben. Aber das ist immer schwer, zumal die finanzielle Lage nicht optimal ist. Doch damals haben wir es geschafft. Wieso sollte es nicht wieder klappen?

Am Samstag wird das Stadion ausverkauft sein, über 50.000 Fans bei einem Drittliga-Spiel. Was sagen Sie dazu?

Es ist unglaublich, aber so war es damals bei uns auch. Als wir von der dritten in die zweite und dann von der zweiten in die erste Liga aufsteigen konnten, waren die Leute einfach verrückt. Das war wirklich super. Die Erwartung ist nun natürlich dementsprechend hoch.

Zu Ihrer Person: Sie wurden vor kurzem von den Fans als Trainer der Legenden-Mannschaft gewählt. Ehrt Sie das?

Das habe ich gar nicht mitbekommen. Aber nachdem Sie mir das jetzt gesagt haben, bin ich sehr stolz. Mit mir gab es einige Erfolge in Düsseldorf, aber man darf nicht vergessen, dass es mit anderen Trainern sogar einige Pokalendspiele gab. Nicht zu vergessen das legendäre Finale im Pokalsieger-Cup gegen den FC Barcelona. Wenn ich trotzdem die Mehrheit der Stimmen erhalten, ist das eine große Ehre für mich. Das zeigt, dass die Anhänger mich sehr schätzen.
Können Sie sich noch an die Aufstiege mit Düsseldorf erinnern?

Ja, sicher. Vor allem an den in Chemnitz. Wir hatten diese schwere Aufgabe vor der Brust und standen in direkter Konkurrenz mit dem VfL Wolfsburg. Doch die Jungs haben die Ruhe bewahrt und 2:0 gewonnen. Ich weiß noch genau, wie mich die Zuschauer danach eine halbe Stunde lang auf den Armen getragen haben.

Mit anderen Worten: Man kann sich auf eine große Party einstellen, sollte Fortuna gegen Bremen II gewinnen?

Na klar, das wird eine Riesen-Party. Ich freue mich schon auf die Bilder, wenn Norbert Meier dann derjenige sein wird, den die Leute so wie mich damals auf Händen tragen.

Sie scheinen sich sicher zu sein, dass Fortuna gewinnt. Wie lautet Ihr Tipp?

2:1! Ich weiß zwar, dass Düsseldorf sich gegen Bremen II immer schwer getan hat, aber ich glaube schon, dass die zahlreichen Fans am Ende jubeln dürfen.

Autor: Christian Krumm

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