SCHALKE - Zum letzten Mal Standing Ovations für Jörg Böhme

hb
14. Dezember 2004, 17:02 Uhr

Es war für ihn einer der emotional bewegendsten Momente, als ihm S04-Präsident Gerd Rehberg am Samstag zum Abschied den obligatorischen Blumenstrauß in die Hand drückte.

Es war für ihn einer der emotional bewegendsten Momente, als ihm S04-Präsident Gerd Rehberg am Samstag zum Abschied den obligatorischen Blumenstrauß in die Hand drückte. Jörg Böhme und der FC Schalke, das ist und war eine wechselvolle Beziehung, die über nunmehr knapp dreieinhalb Jahre immer von Hassliebe geprägt war. 18 Monate vor dem vertraglich fixierten Ende geht sie nun zu Ende, ab dem 1. Januar schnürt das „enfant terrible“ für Borussia Mönchengladbach die Schuhe.

„Ich hatte hier auf Schalke bis zu meiner schweren Verletzung im Juli 2003 eine tolle Zeit. Dass ich immer noch Publikumsliebling bin, ist für mich der wichtigste Gradmesser. Die Leute haben immer zu mir gestanden, weil sie gesehen haben, wer ehrlich arbeitet. Das allein zählt“, erklärte Böhme mit etwas Wehmut in der Stimme.

Auch wenn er sich mit der Veränderung nach Gladbach rein sportlich verschlechtert, von der Tradition und der Atmosphäre her wäre kaum ein anderer Club so gut für Böhme geeignet wie der fünfmalige Deutscher Meister. „Ich bin froh, dass es mit dem Wechsel zu Borussia geklappt hat und freue mich darauf, wieder spielen zu können. Borussia ist ein Traditionsverein mit einem tollen neuen Stadion“, nickte Böhme. „Ich hoffe, dass ich helfen kann, dass es in der Rückrunde sportlich besser läuft und der Verein seine Ziele erreicht.“

Das versprechen sich die Gladbacher Verantwortlichen in der Verpflichtung des 30-Jährigen auf jeden Fall. „Jörg bringt viel Erfahrung mit, ich bin sicher, dass wir uns mit ihm im linken Mittelfeld verstärken“, meinte Sportdirektor Christian Hochstätter.

Böhme, in der laufenden Saison erst zwei Mal in der Bundesliga im Einsatz, kam seit seinem Kreuzbandriss am 5. Juli 2003 beim 1:0-Testspiel-Sieg in Aue nicht mehr richtig auf die Beine. Trotz ständiger Querelen – seiner Leverkusener „Spionage-Affäre“ und der Rauferei mit Frank Rost beim In-Italiener „La Scala“ aus den Jahren 2002 und 2003 folgte vor zwei Monaten die Bielefelder „Disko-Affäre“ – stattete Rudi Assauer Problemfall Böhme nun mit einem Sonderlob aus. „Wenn man das Preis-Leistungsverhältnis sieht, war er einer der besten Einkäufe der letzten Jahre. Er hat zweimal mit seinen Toren entscheidend zum DFB-Pokalsieg beigetragen. Jetzt hat er aber sportlich nicht mehr die Möglichkeit gesehen, Stammspieler zu werden. Deshalb waren sich alle einig, dass es der beste Weg ist, nach Gladbach zu gehen“, betonte der Manager.

Autor: hb

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