FCR DUISBURG: Thompson-"Tier" - "Biest" auf Tribüne

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23. September 2004, 08:43 Uhr

Es rappelt im Karton! Der FCR Duisburg räumt die Bundesliga zurzeit kräftig auf, mit 18:1 Toren und der maximalen Ausbeute von neun Zählern liegt die Truppe von Coach Jürgen Krust souverän an der Spitze der Tabelle, auch das 7:0 beim FSV Frankfurt war mehr als eine deutliche Duftmarke.

Es rappelt im Karton! Der FCR Duisburg räumt die Bundesliga zurzeit kräftig auf, mit 18:1 Toren und der maximalen Ausbeute von neun Zählern liegt die Truppe von Coach Jürgen Krust souverän an der Spitze der Tabelle, auch das 7:0 beim FSV Frankfurt war mehr als eine deutliche Duftmarke. Ausgerechnet in "Mainhattan", wo doch der zuletzt doppelt entthronte große Rivale FFC Frankfurt auch zuhause ist und natürlich mit einer Abordnung auf der Tribüne herumlungerte - staunend. Krust nahm borende Fragen der hessischen Journallie - durch den Verlust zweier Titel natürlich mit heftigem Ambitions-Hungerast ausgestattet - cool zur Kenntnis. "Die Meisterschaft", legte der A-Lizenz-Inhaber den gewohnten Hebel um, "steht in diesem Jahr nicht auf dem Programm." Natürlich nicht, das ist aber wie in jedem guten Kino so, wenn es aus aktuellem Anlass vielleicht Motivation gibt, das Angebot zu ändern, wird sich nicht gestreubt. So langsam robbt sich auch Krust heran - Beweis: "Wenn wir es wider Erwarten werden, werden wir uns bedanken." Wahrscheinlich mit Wonne.

Natürlich ist das jetzt alles noch viel zu weit hergeholt, Krust spricht mit 1000prozentiger Berechtigung davon, "dass von einer so jungen Mannschaft über die ganze Spielzeit noch keine Konstanz erwartet werden darf." Richtig! Die existenziell falsche Entscheidung, sich beim Zweitligisten Brauweiler aus dem DFB-Pokal zu verabschieden, ist noch in schmerzhafter Erinnerung. Allerdings weiß auch Krust, dass sich seine Auswahl nicht damit zufrieden geben wird, freiwillig den Fuß vom Gas zu nehmen. Die Truppe läuft von alleine, Krust muss nur ein wenig steuern. Er tut das.

Bei Shelley Thompson muss er das nicht, das stürmische "Tier" des FCR tobt über den Rasen, traf bislang elf Mal in drei Matches: Überragend. Ferdi Seidelt, Boss in Duisburg, taucht bei solchen Gelegenheiten gerne einmal in seinen persönlichen statistischen Pool: "Shelley ist die erste Spielerin überhaupt, die nach drei Spielen elf Treffer auf dem Konto hat." Und noch weiteres Zahlenspiel: Der Club selbst kratzte an seinem Startrekord im Meisterjahr 1999/2000, wo nach den ersten 270 Minuten im Titelrennen 19:0 Treffer auf dem Konto standen. Eine gewisse Inka Grings lochte damals satte zehnmal ein. Und sitzt zur Zeit noch auf der Tribüne, wartet auf ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss. Schick für Krust, dann neben dem "Thompson-Tier" spätestens nach der Winterpause noch ein weiteres "Biest" auflaufen lassen zu können. Seidelt mächtig zufrieden: "Neun Punkte und 18:1 Tore nach einem mittelschweren Auftaktprogramm sind zuerst einmal ein Wort." Am Sonntag, 10. Oktober (14 Uhr), geht es mit dem Heimspiel gegen Bayern München weiter. "Dann sollte die Hütte voll sein", reibt sich Seidelt die Hände, "der FCR bietet bislang Spaß pur."

Und nicht nur Grings wartet, auch der Nachwuchs stimmt weiterhin, aus der U17-Erstvertretung trommeln wieder Talente, die einer Mandy Islacker nacheifern wollen, die in Frankfurt auch ihr Treffer-Debüt in der Bundesliga feierte. Die Truppe von Coach André Birker gewann beim Rivalen Reeser SV überzeugend mit 4:0. Eine Francesca Weber wurde zusammen mit Neuzugang Yvonne Zielinski zu einem DFB-Sichtungslehrgang nach Barsinghausen eingeladen. Krust hörte diesen Takt, wippt locker mit.

Auch bei Bundestrainerin Tina Theune-Meyer, im PCC-Stadion gegen Neuenahr zu Gast, findet der FCR-Höhenflug Berücksichtigung: Silke Rottenberg, Elena Hauer, Annike Krahn sowie Thompson stehen im Aufgebot der A-Nationalelf des DFB, die am Samstag, 25. September (16 h), das letzte Spiel im Rahmen der EM-Qualifikation in Pribram gegen die Tschechische Republik bestreitet.

Autor: og

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