Wegen seiner Schiedsrichter-Attacke ist Eintracht Frankfurts Trainer Willi Reimann vom DFB-Sportgericht für fünf Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe  in Höhe von 25.000 Euro verurteilt worden.

Fünf Spiele Sperre und Geldstrafe für Reimann

24. März 2004, 20:12 Uhr

Wegen seiner Schiedsrichter-Attacke ist Eintracht Frankfurts Trainer Willi Reimann vom DFB-Sportgericht für fünf Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro verurteilt worden.

Eine Sperre von fünf Spielen und eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro: So lautet das Urteil des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Willi Reimann. Der Trainer des abstiegsgefährdeten Bundesligisten Eintracht Frankfurt hatte während des Punktspiels der Hessen am vergangenen Samstag bei Borussia Dortmund (0:2) den vierten Offiziellen attackiert.

Strafmaß akzeptiert

Reimann akzeptierte am Mittwochabend zu Beginn der mündlichen Verhandlung überraschend das vom DFB-Kontrollausschuss vorgeschlagene Strafmaß, das Richter Dr. Rainer Koch (Poing) dann übernahm. Noch am Montag hatte der 54-Jährige den gleichlautenden Strafantrag des Kontrollausschuss-Vorsitzenden Horst Hilpert (Bexbach) abgelehnt.

"Der körperliche Angriff des Herrn Reimann gegenüber dem vierten Offiziellen stellt ein gravierendes Vergehen dar. Jeder körperliche Angriff auf einen Schiedsrichter kann unter keinen Umständen geduldet werden und muss folglich eine abschreckende Strafe nach sich ziehen, auf dass es möglichst nie mehr einen Wiederholungsfall gibt", begründete Koch nach der Verhandlung in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main sein Urteil gegen Reimann.

Entschuldigung und kein Kommentar

Zuvor hatte der Coach in einer von seinem Rechtsanwalt Dr. Christoph Schickhardt verlesenen Erklärung ein vollständiges Geständnis abgelegt und sich entschuldigt. "Ich bedauere mein Verhalten ausdrücklich. Ich hätte mich nicht dazu hinreißen lassen dürfen. Ich will jeden Schaden von der Eintracht sowie der Mannschaft abwenden und versichere, dass sich ein solches Verhalten nicht wiederholen wird", hieß es in der Erklärung. Nach dem Richterspruch wollte Reimann vor sieben Kamerateams und rund 50 Journalisten keinen weiteren Kommentar abgeben.

Reimann hatte nach der Gelb-Roten Karte gegen Frankfurts Henning Bürger (39.) die Fassung verloren. Der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg und FC St. Pauli wollte wutentbrannt auf den Schiedsrichter-Assistenten losstürmen, doch der vierte Unparteiische Thorsten Schriever (Otterndorf) stellte sich ihm in den Weg und wurde daraufhin vom Trainer der Hessen zwei Mal vor die Brust gestoßen. Nach dem Platzverweis durch den Unparteiischen Hermann Albrecht (Kaufbeuren) musste sich Reimann den Rest des Spiels auf einem Fernseher in den Katakomben des Westfalenstadions ansehen.

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