Beim Schlusspfiff des in vielen Situationen überforderten Markus Schmidt (Stuttgart) wollte der Jubel im rewirpower-Stadion nicht enden.

VfL: Koller-Team fightet sich mit Leidenschaft und toller Moral zum Sieg

Abstiegskrimi mit Niveau

28. Februar 2009, 17:39 Uhr

Beim Schlusspfiff des in vielen Situationen überforderten Markus Schmidt (Stuttgart) wollte der Jubel im rewirpower-Stadion nicht enden.

Und mittendrin tanzten die VfL-Akteure so ausgelassen, als sei der Klassenerhalt schon perfekt. Verständlich. Dieses schwer erkämpfte 3:2 (1:1) des VfL gegen den gleichwertigen Mitkonkurrenten Energie Cottbus ist sicher ein Meilenstein in Richtung Klassenerhalt. Und ein Indiz dafür, über welch erstaunliche Moral das Team von Marcel Koller verfügt. Deshalb galten die ersten Worte des Schweizers auf der Pressekonferenz auch seinen Schützlingen: „Ich kann die Mannschaft gar nicht genug loben. Ich bin sehr stolz auf sie!“
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Der knappe 3:2-Zittersieg war schon der dritte Heimerfolg in Serie. Wann hat es das zuletzt an der Castroper Straße gegeben? Und mit zehn Rückrundenpunkten hat der VfL seine magere Hinrundenbilanz von ganzen elf Zählern nach nur fünf Runden fast schon getoppt. Wer will es den Gastgebern da verdenken, dass man sich an den Diskussionen, ob der entscheidende Elfmeter - an Sestak verschuldet und durch Marc Pfertzel verwandelt (79.) - berechtigt war, nicht beteiligen wollte.

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Es reichte auch schon, wie Cottbus Manager Steffen Heidrich fast völlig die Beherrschung verlor und wie von Geisterhand geführt wutschnaubend von einer Kamera zur nächsten sprang. Bei allem Verständnis für die Gäste, die nach wirklich toller Leistung am Ende mit leeren Händen dastanden. Aber wer einen durchbrechenden Stürmer gleich mit vier Mann im Strafraum in die Zange nimmt, darf sich über einen Pfiff eigentlich nicht wundern.
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Wer geglaubt hätte, Bochum gegen Cottbus würde mal wieder ein nervtötender Langweiler, der wurde angenehm überrascht. Die 18.103 Zuschauer jedenfalls sahen ein Spiel, das beste Unterhaltung auf gehobenem Liga-Niveau bot und von beiden Teams mit aufopferungsvoller Leidenschaft bestritten wurde. Hatte der VfL in der Hinrunde so oft mit dem Glück gehadert, so konnte nach dem Schlusspfiff VfL-Vorstand Thomas Ernst jubeln: „Endlich mal ein Spiel mit einem glücklichen Ende für uns.“

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Allmählich scheint es sich also auszuzahlen, dass der VfL nach der enttäuschenden Hinrunde nicht in Panik verfallen ist, sachlich blieb und auch die beißende Kritik aus Teilen der Fanschaft an Coach Koller ignorierte. Denn spätestens seit gestern Nachmittag gibt es keinen Zweifel darüber, dass Mannschaft und Trainerteam eine verschworene Einheit bilden.
Für Energie Cottbus blieb der Trost von Marcel Koller: „Ich kann verstehen, dass Energie heute mit dem Schicksal hadert. Wir kennen solche Situationen aus eigener Erfahrung.“

Wie wichtig der Dreier ist, zeigt der Blick auf die nächsten Spiele. Erst muss der VfL nach Düsseldorf, wo Bayer Leverkusen als Gegner wartet, dann kommt mit dem FC Bayern München ein Hochkaräter, der schon an die Fortsetzung der Heimsiegesserie zweifeln lässt. Doch mit dem Willen und der Leidenschaft von gestern ist dem VfL noch so manche positive Überraschung zuzutrauen.

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