SCHALKE / BREMEN - Ailton und Krastajic machten Lust auf mehr

hb
24. Februar 2004, 15:05 Uhr

Als Ailton und Mladen Krstajic am Samstag gegen 14.55 Uhr in der Arena einliefen, war ihnen ein freundlicher Empfang seitens der Schalker Anhänger gewiss. "Kompliment an die S04-Fans, ich habe mich sehr gefreut, wie sie mich empfangen haben. Ich habe eigentlich gedacht, sie pfeifen", wunderte sich "Toni".

Als Ailton und Mladen Krstajic am Samstag gegen 14.55 Uhr in der Arena einliefen, war ihnen ein freundlicher Empfang seitens der Schalker Anhänger gewiss. "Kompliment an die S04-Fans, ich habe mich sehr gefreut, wie sie mich empfangen haben. Ich habe eigentlich gedacht, sie pfeifen", wunderte sich "Toni".

Die Königsblauen haben ihren "Kugelblitz" schon so in ihr Herz geschlossen, dass sich der wie ein Popstar beim Konzert vorkommen musste. Als Ailton an der Victoria-Tribüne vorbei lief, flog ihm ein ordentlich verpacktes Geschenk entgegen. Auf die Frage, was denn da drin gewesen sein, grinste der Torjäger: "Das sag ich nicht, das ist mein Geschenk." Weil es gestern so kühl in der Arena war, handelte es sich um einen schönen Schal. Welche Farben dieser trug, ließ Ailton grinsend offen: "Was glaubst du denn?"

Warum sich die S04-Fans auf die beiden Bremer freuen, zeigten der Stürmer in wenigen und der Abwehrspieler in fast sämtlichen Aktionen des Spiels. "Krstajic hat sehr stark gespielt, Er hat das wahr gemacht, was er vor dem Spiel gesagt hat", erinnerte sich Schalkes Team-Manager Andreas Müller an die Worte des Serben, der etwas großspurig angekündigt hatte, "Schalke hätte gut eingekauft."

Wer den Mund so voll nimmt, muss auf dem Platz Leistungen sprechen lassen. Krstajic tat das auf eindrucksvolle Weise. "Das war für mich ein besonderes Spiel, weil ich ab dem 1. Juli ein Spieler von Schalke bin. Deswegen war ich schon ein wenig nervös vorher", gab der Abwehrrecke zu. "Als ich aus der Kabine kam, war es ein Spiel wie jedes andere. Es ist mein Job, für Werder zu spielen und bin optimistisch, dass wir Meister werden", zeigte sich Krstajic aber trotz aller Vorfreude auf Heimspiele in der Arena als Profi, der mit seinem jetzigen Verein noch etwas erreichen will.

Noch mehr im Blickpunkt stand natürlich der Brasilianer, der die ersten aufregenden Szenen der Partie für sich verbuchen konnte. Das Duell mit Nico van Kerckhoven, für den Stürmer eine klare Sache. "Es war für den Schiri schwer, die Situation zu erkennen. Ich habe es mir auf dem Fernseher im Kabinengang noch einmal angesehen. Das war ein Elfmeter", nickte Ailton. "Er trifft ihn, das ist für mich ein Elfmeter. Keine Frage", fand auch Trainer Thomas Schaaf.

Um die junge Liebe zwischen den Schalker Fans und ihrem neuen Helden nicht jäh zu zerstören, hielt sich Ailton dann auch mit Toren schön zurück. "Schade, dass ich nicht getroffen habe. Ich habe zu früh geschossen", erklärte der 30-Jährige. "Das 0:0 ist für uns okay, aber wir hätten eine große Chance gehabt, wenn wir gewonnen hätten. Schalke hat auch gut gespielt. Wir hatten zwei, drei Chancen, haben aber leider kein Tor gemacht. Im Hinblick auf die Meisterschaft war das ein Punktgewinn", fasste Ailton seine Eindrücke im letzten Auswärtsspiel in der Arena zusammen.

Ab der kommenden Saison wird "Toni" aus der "richtigen" Kabine in den Schalker Fußball-Tempel einlaufen. Dann muss auch Frank Rost, der den Linksfuß wegen dessen angeblicher "Schwalbe" noch ordentlich zusammen gesch...en hatte, nicht mehr nach einem Shake-Hands im Kabinengang anpflaumen: "Du warst zu langsam, Toni!"

Autor: hb

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