Velbert: Vorstandsjob ist gegen Ehestreitigkeiten gut

Kuhn ist „kein militanter Alter“

Oliver Gerulat
18. Januar 2009, 11:07 Uhr

Die Hausaufgaben müssen bei der SSVg erledigt werden. Der anvisierte Neuzugang Fabian Buttgereit (BVB U23) lässt noch auf sich warten, mit Thomas Litjens (im Training) wird gesprochen und auf Tuncay Aksoy warten die Verantwortlichen noch.[PREVIEWENDE„Der Junge ist im Urlaub“, grinst Oliver Kuhn, 1. Vorsitzender in Velbert. Denn der Stürmer nimmt gerade am Türkei-Trainingslager von Rot-Weiß Oberhausen teil.

Die Mannschaft aufzumotzen ist vor der Ende Januar anstehenden JHV nicht falsch, denn das macht Kritiker mundtot. Kuhn ist seit 1995 im Vorstandsgremium: „Wer will sich diesen Job sonst antun?“ Er war durchgehend der „Boss“. „Eine kurze Zeit war ich 2. Vorsitzender“, verheimlicht Kuhn nicht. Allerdings gab es in dieser Zeit keinen Vertreter Nummer eins. In den üblichen Foren des „www“ wird indes schon einmal geschossen. „Wenn es mir zu sehr auf den Geist geht, beteilige ich mich“, bleibt Kuhn ungerührt. „Man muss den Leuten nur klar machen, dass wir oben für einen sechsstelligen Betrag im Klub stehen. Schon herrscht Ruhe.“

Der Verein ist für den Mann eine Herzensangelegenheit, schließlich spielte er für die SSVg - als Keeper in Verbandsligazeiten. In diese Klasse soll Velbert aber nie wieder abfallen. „Natürlich gefällt uns die aktuelle Lage nicht, aber so was kommt vor“, bleibt Kuhn, der einen Großteil seiner Freizeit in den Job investiert, locker. „30 Stunden pro Woche gehen für die SSVg drauf“, rechnet der selbständige Versicherungsunternehmer durch. „Ich bin selten vor 19.30 Uhr zuhause.“ Ehefrau Ilka macht das mit. „Sie wusste, auf wen sie sich einlässt“, meint Kuhn amüsiert: „Es bleibt uns keine Zeit für Streitigkeiten.“ So kann man es auch sehen. Kuhn: „Natürlich macht mir meine Aufgabe Spaß, auch wenn es zulässt nicht gut läuft.“

Der ewigen Kampf mit dem Terminkalender ist kein Beinbruch: „Wichtig ist mir, immer genügend Zeit für meine Tochter zu haben.“ Pia aus erster Ehe, 13 Jahre alt, ist eine leidenschaftliche Reiterin. Kuhn lacht: „Ich werde sie ausdrücklich daran erinnern, dass ich seit vielen Jahren Mitglied von Rot-Weiss Essen bin und mir ein Freund, der Schalker ist, nicht ins Haus kommt.“ Aber er wird auch dann komplett entspannt bleiben, weil „ich mich bestimmt nicht als militanter Alter aufspiele“.

Autor: Oliver Gerulat

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