Die Fans haben die Nase voll. Um 17.28 Uhr blockierten etwa 200 Borussen-Anhänger dem BVB-Mannschaftsbus die Zufahrt zur Kabine.

BVB: Profis suchten per Hinterausgang das Weite - Sammer als "ehrliche Sau"!

raka
22. September 2003, 10:34 Uhr

Die Fans haben die Nase voll. Um 17.28 Uhr blockierten etwa 200 Borussen-Anhänger dem BVB-Mannschaftsbus die Zufahrt zur Kabine. "Wir haben die Schnauze voll" oder "Scheiß Millionäre" oder "Wir reisen viel und verlieren jedes Spiel" skandierten die aufgebrachten Anhänger.

Die Fans haben die Nase voll. Um 17.28 Uhr blockierten etwa 200 Borussen-Anhänger dem BVB-Mannschaftsbus die Zufahrt zur Kabine. "Wir haben die Schnauze voll" oder "Scheiß Millionäre" oder "Wir reisen viel und verlieren jedes Spiel" skandierten die aufgebrachten Anhänger. Als erste stellten sich dann Michael Zorc und Matthias Sammer den wütenden Attacken. Dabei kam der Borussen-Coach noch gut weg, denn ihm wurde entgegen gerufen: "Matthias, Du bist eine ehrliche Sau" und "Die Verlierer raus." Axel Weber, einer der wortführenden Anhänger, wollte dann auch nicht den von Stefan Reuter angeführten "Tiefpunkt" gelten lassen, sondern attackierte selbst: "Das ist ein Langzeit-Tief, das sich schon durch das ganze Jahr hinzieht."
Weiter ergänzte er: "Mit der Einstellung holt Ihr auswärts vielleicht einen Punkt, wenn ihr zuhause die Heimspiele gewinnt, könnte ihr zumindest den Abstieg vermeiden." Sein Nebenmann: "Das ist ein lustloses Gekicke, was im fremden Stadion dauernd von Euch geboten wird. Kein Wunder, dass immer weniger Fans auswärts mitfahren." Reuter versuchte es erneut: "Aus der Sache kommen wir nur raus, wenn wir alle an einem Strang ziehen." Das half wenig, da kamen die entschuldigenden Worte schon besser an. "Im Moment kann ich nur sagen, es tut mir leid. Jeder Spieler weiß, dass er scheiße gespielt hat."
Gegen 18.50 Uhr räumte dann die aufgebrachte Menge den Vorplatz, dennoch zogen es die Dortmunder Profis vor, durch den Hinterausgang die Stätte der Schmach zu verlassen, denn der Bus hatte sich genau auf der gegenüber liegende Seite der Arena platziert.
Leonardo Dede trottete durchaus nachdenklich zum Gefährt, das ihn zum Flughafen brachte. Kompliment an die Zuschauer. "Das war verständlich. In Brasilien passiert in solchen Situationen manchmal noch heftigeres. Jetzt ist jeder Spieler individuell gefordert. Beim nächsten Mal alles besser zu machen."
Das war durchaus brauchbar, weniger dagegen allerdings sein Schlusssatz. "So ist nun einmal Fußball. In Stuttgart hatten wir den Ärger, im nächsten Match können wir aber wieder alles besser machen."

Autor: raka

Kommentieren