In der vergangenen Bundesliga-Saison schnappte der VfB Stuttgart den Dortmunder Borussen die Direktqualifikation zur Champions League vor der Nase weg. Im Liga-Pokal-Halbfinale wollen die Schwarz-Gelben Revanche nehmen.

Dortmund ist gegen Stuttgart auf Revanche aus

dit
21. Juli 2003, 21:47 Uhr

In der vergangenen Bundesliga-Saison schnappte der VfB Stuttgart den Dortmunder Borussen die Direktqualifikation zur Champions League vor der Nase weg. Im Liga-Pokal-Halbfinale wollen die Schwarz-Gelben Revanche nehmen.

Sowohl der vom Verletzungspech heftig geplagte Ex-Meister Borussia Dortmund als auch der aktuelle Vize-Meister VfB Stuttgart wollen heute Abend (19.45 Uhr/live im ZDF) in Aalen in das Endspiel des Liga-Pokals einziehen. Doch für den BVB geht es im Halbfinale auch um eine Revanche für die erlittene Schmach aus der vergangenen Bundesligasaison. "Wir haben gegen den VfB noch eine Rechnung offen", erklärte Dortmunds Vize-Weltmeister Sebastian Kehl mit Blick auf die am letzten Spieltag im Fernduell mit den Schwaben verpasste direkte Qualifikation für die Champions League.

Mit der Form vom 2:1-Auftaktsieg am Mittwoch gegen den VfL Bochum dürften die Schwarz-Gelben bei der 7. Austragung des Liga-Pokals durchaus gute Chancen auf den ersten Finaleinzug am 28. Juli in Mainz haben. "Wir müssen aber endlich unsere vielen individuellen Fehler abstellen", forderte BVB-Coach Matthias Sammer, der gegen Bochum "fehlende Geradlinigkeit und Souveränität" bemängelte.

Sammer und die BVB-Profis sind jedenfalls heiß auf den ersten Titel der Saison. Es wird höchste Zeit, dass der BVB wieder eine bessere Rolle im Liga-Pokal spielt", meinte Sammer und stieß damit unter anderem bei Spielmacher Tomas Rosicky auf offenes Gehör. "Mein Ziel ist es, möglichst viele Trophäen mit dem BVB zu holen", sagte Rosicky, der zusammen mit dem wiedererstarkten Stürmerstar Marcio Amoroso gegen Bochum traf und die Borussia von besseren Zeiten als in der vergangenen Spielzeit träumen lässt.

Allerdings sitzt der Schock nach den schweren Verletzungen von Nationalspieler Torsten Frings und dem Brasilianer Evanilson, die beide gegen Bochum einen Kreuzbandriss erlitten, noch tief. "Ich hoffe vor allem, dass sich vor dem Bundesligaauftakt in zwei Wochen niemand mehr verletzt", sagte Sammer. Für Frings könnte gegen den VfB der Franzose Guy Demel im defensiven Mittelfeld in die Anfangsformation rücken.

Im Gegensatz zu Sammer kann VfB-Trainer Felix Magath beim "Heimspiel" im rund 50km von Stuttgart entfernten Aalen auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Für die Schwaben ist es der erste echte Härtetest. "Danach sehen wir, wie weit wir sind", meinte Magath gelassen. In Jurica Vranjes im Mittelfeld sowie Cacau und Imre Szabics in der Offensive wird Magath wohl allen drei namhaften Neuzugängen von Beginn an das Vertrauen schenken.

Allerdings sucht der Vize-Meister zwei Wochen vor dem Saisonbeginn noch seine Form. Beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz erlebten die Schwaben im steiermärkischen Bad Aussee am Freitag ein 0:5-Debakel und offenbarten dabei nur wenige Tage nach dem enttäuschenden Remis bei Regionalligist TSG Hoffenheim weiter erheblichen Steigerungsbedarf.

Vor allem die weiterhin finanziell nicht auf Rosen gebetteten Schwaben könnten aber den Liga-Pokal-Siegerscheck von 1,28 Millionen Euro gut gebrauchen. "Das ist ein Zubrot, für das sich zu kämpfen lohnt", erklärte Magath. Der zweite Finalteilnehmer wird am Dienstag in Jena zwischen Meister Bayern München und dem Hamburger SV ermittelt.

Autor: dit

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