Thomas Zdebel ist nach gut zwei Wochen der Vorbereitung beim VfL fast schon eine feste Größe.

BOCHUM: Neururer-Forderung: "Mach ruhig mal den Mund auf!"

18. Juli 2003, 10:52 Uhr

Thomas Zdebel ist nach gut zwei Wochen der Vorbereitung beim VfL fast schon eine feste Größe.

Der polnische A-Nationalspieler, der auch gestern in der Anfangsformation gegen Borussia Dortmund stand, scheint seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld bereits gefunden zu haben. In den bisherigen Testspielen war zu erkennen, dass der Mittelfeldspieler sich geradezu ideal als Ergänzung zu Sunday Oliseh anbietet. Thomas Zdebel sieht man an, dass er mit dem Ball umgehen kann. Seine technischen Fähigkeiten sind unverkennbar und dürften dem VfL gerade im Spiel nach vorne deutlich helfen. Zwar trägt er ebenso wie sein Vorgänger die Rückennummer acht, doch ein Vergleich mit Sebastian Schindzielorz ist wohl unzulässig. Was sich die Fans allerdings fragen: Ist der Neue ein ebensolcher Rackerer wie sein Vorgänger? Thomas Zdebel muss bei dieser Frage schmunzeln: "Nein, ich habe andere Qualitäten. Aber dass ich auch ordentlich nach hinten arbeiten kann, versteht sich doch von selbst." Sechs Jahre im Ausland, da hat Thomas Zdebel an einigen Schwächen gearbeitet. Mutig stellt er fest: "Mein Zweikampfverhalten hat sich stark verbessert." Doch viel lieber redet er über seine Offensivqualitäten: "Im polnischen Team werde ich gerade zum Spieler hinter den Spitzen gemacht. Auch das liegt mir."
Doch so locker Thomas Zdebel abseits des Rasens plaudert, so zurückhaltend ist er noch auf dem Rasen. Und das hat Peter Neururer in den Tagen von Barsinghausen noch gar nicht gefallen: "Mit dem Fußball klappt es hervorragend, nur so langsam muss er auch mal den Mund aufmachen." Die Kritik des Trainers hat Zdebel registriert und sich lernfähig gegeben: "Als neuer Spieler gehört es sich nicht, gleich am Anfang die Klappe aufzureißen. Aber wenn die Saison beginnt, habe ich damit keine Probleme." Oliseh und Zdebel, das neue Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Im Trio mit Dariusz Wosz die neue Zentrale des VfL. Thomas Zdebel: "Wir haben verdammt gute Fußballer. Alle nicht so einfach zu kontrollieren."
Zurückhaltung übte Thomas Zdebel bisher auch noch bei den Standardsituationen: "Wir haben so gute Freistoß-Spezialisten, da konnte ich mich zuletzt mit einer schmerzhaften Wade auch noch mal zurücknehmen." Doch als Sunday Oliseh gestern Vormittag im Training einen Freistoß wunderschön im oberen Toreck versenkte, da wird sich auch Thomas Zdebel an seine eigenen Qualitäten erinnert haben: "Ja, Freistöße schieße ich auch sehr gerne." Aber vielleicht hält er sich damit noch bis zum nächsten Mittwoch zurück. Denn in seinem letzten Ligaspiel in der Türkei gegen Fenerbahce, Gegner des VfL am 23.7., verwandelte er ebenfalls einen Freistoß zum 3:3-Endstand.

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