Voraussichtlich heute schließt der VfL Bochum seine Personalplanungen ab. Im Sporthotel Fuchsbachtal (Barsinghausen) wird im Laufe des Tages der neue Angreifer erwartet. Und es ist nicht Arnold Bruggink vom PSV Eindhoven,

BOCHUM: Torero-Kopie nimmt einen neuen Anlauf - Peter Madsen kommt

gp
07. Juli 2003, 11:44 Uhr

Voraussichtlich heute schließt der VfL Bochum seine Personalplanungen ab. Im Sporthotel Fuchsbachtal (Barsinghausen) wird im Laufe des Tages der neue Angreifer erwartet. Und es ist nicht Arnold Bruggink vom PSV Eindhoven,

Voraussichtlich heute schließt der VfL Bochum seine Personalplanungen ab. Im Sporthotel Fuchsbachtal (Barsinghausen) wird im Laufe des Tages der neue Angreifer erwartet. Und es ist nicht Arnold Bruggink vom PSV Eindhoven, der, wie RevierSport am 26.6. berichtete, einer von zwei Kandidaten war. Der andere, von dem ein Mitspieler sagte: "Der würde zum VfL passen wie die Faust aufs Auge!", wird dagegen morgen erwartet. Es ist Mittelstürmer Peter Madsen, 25, von Bröndby Kopenhagen, der in der Rückrunde der abgelaufenen Bundesliga ein kleines Intermezzo beim VfL Wolfsburg gab.
Peter Madsen war vor einem Jahr noch im WM-Kader der dänischen Nationalmannschaft, kam aber an seinen Konkurrenten im Team Thomasson (vier WM-Treffer), Rommedahl und Ebbe Sand nicht vorbei. Im Januar war er nach Wolfsburg gewechselt. Absolvierte dort vier Spiele und zog sich dann eine Innenbandverletzung zu. Sein Pech: Jürgen Röber kam, erfuhr von der Klausel im Vertrag, nach der ab einer Absolvierung von sieben Spielen der Kontrakt sich automatisch verlängert und eine Ablösesumme von 2,34 Mio. Euro fällig wird. Röber setzte Madsen daraufhin auf die Bank. Zur Zeit soll sich die FIFA immer noch mit dem Rechtsstreit zwischen Bröndby und Wolfsburg beschäftigen. Madsen kommt auch zum VfL Bochum nicht ablösefrei. Beide Klubs sollen sich auf eine maßvolle Transferentschädigung geeinigt haben.
Der 1,78 m große Keilstürmer war im letzten Jahr noch Torschützenkönig in Dänemark. Im Bochumer Ruhrstadion sah man ihn im Jahr zuvor beim Stadionfest "VfL for fun", als er mit Bröndby dort mit 3:1 triumphierte. Liest man die Beschreibung von Peter Madsen, dann könnte man meinen, da kommt der neue Thomas Christiansen. Zwar zwei Zentimeter kleiner, aber dafür auch fünf Jahre jünger. Peter Madsen, der am gleichen Tag wie Peter Neururer Geburtstag hat (26.4.) gilt als schneller, guter Techniker, mit großen Dribbelqualitäten. Ein ehemaliger Teamkollege: "Außerhalb des Rasens ist er ein ruhiger Zeitgenosse. Aber auf dem Platz erkennt man ihn nicht wieder. Da gibt er alles."
Madsen will sich sein in Wolfsburg verlorenes Selbstvertrauen in Bochum zurück holen, und man darf sicher sein, dass er an der Castroper Straße beweisen will, dass er absolut bundesligatauglich ist. Vielleicht kann er Jürgen Röber ja schon am ersten Spieltag (2.8.) in der VW-Arena beweisen, dass sie im Norden einen Fehler gemacht haben.
Mit der bevorstehenden Verpflichtung hat der VfL seinen Kader - 20 Feldspieler und drei Torhüter - voll. Gerade im Angriff hat der Coach nun die Qual der Wahl. Die erste Sturmreihe könnte lauten: Freier - Madsen - Diabang. Die Reihe dahinter mit einem der Gudjonsson-Brüder, Hashemian und Buckley. Auch sie scheint ebenfalls gehobene Klasse zu repräsentieren. Neururer: "Das wird ein heißer Konkurrenzkampf. Zur Stunde würde ich mich nicht festlegen, wer da die ersten drei sind." Einer allerdings hinkt wieder mal, jetzt aber unverschuldet, nach - Delron Buckley. Der sollte eigentlich an diesem Wochenende in den Testspielen gestern gegen Selm (siehe Seite drei) und heute gegen den SV Nienstädt (17 Uhr) zum Einsatz kommen. Doch Buckley ist immer noch im fernen Burundi. Dort sollte eigentlich am vergangenen Freitag das Afrika-Cup-Qualifikationsspiel gegen Südafrika über die Bühne gehen. Doch plötzlich erfuhr Peter Neururer von Journalisten, dass das Spiel erst heute Nachmittag ausgetragen wird. Neururer total angefressen: "Das ist ein Witz. Ich habe das Fax, nachdem das Länderspiel am 4. Juli stattfinden soll, bei mir im Büro hängen. Delron kann nichts dafür, aber jetzt bekommt der Verband richtigen Ärger mit uns." Pech für Buckley, denn seine Sturmkollegen sind ihm, der erst am Dienstag in Barsinghausen erwartet wird, eine Woche voraus.

Autor: gp

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