Einen historischen Triumph vor Augen, bemüht sich Zweitligist Alemannia Aachen vor dem UEFA-Cup-Spiel gegen Zenit St. Petersburg um Lockerheit. Bei einem Sieg wären die Aachener möglicherweise schon durch.

Aachen vor UEFA-Cup-Match optimistisch

02. Dezember 2004, 09:44 Uhr

Einen historischen Triumph vor Augen, bemüht sich Zweitligist Alemannia Aachen vor dem UEFA-Cup-Spiel gegen Zenit St. Petersburg um Lockerheit. Bei einem Sieg wären die Aachener möglicherweise schon durch.

Zweitligist Alemannia Aachen befindet sich derzeit in einem wahren Formhoch. Bei einem Sieg gegen Zenit St. Petersburg am Donnerstag (20.45 Uhr/live im DSF) könnten die Alemannen bereits vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase den Einzug in die nächste UEFA-Cup-Runde perfekt machen - sofern das punktlose Schlusslicht AEK Athen zeitgleich beim FC Sevilla höchstens ein Remis holt. "Wir schaffen das", meinte Trainer Dieter Hecking euphorisch: "St. Petersburg ist so stark, dass wir die sicher nicht im Vorbeigehen schlagen. Aber wir haben schon öfter bewiesen, dass wir gegen jede Mannschaft mithalten können. Und wir wollen eine richtige Party feiern."

Meijer glaubt an intakten Charakter des Teams

Auch die Spieler sind fest entschlossen. "Uns allen ist klar, dass wir Geschichte schreiben können", versicherte Kapitän Erik Meijer, und Zweitliga-Torjäger Kai Michalke (zehn Treffer) versprach: "Wir werden uns nicht verstecken. Das lässt der Charakter unserer Mannschaft gar nicht zu."

Sportdirektor Jörg Schmadtke ist klar, was auf dem Spiel steht. "Das ist ein richtiges Endspiel", betonte der frühere Bundesliga-Keeper: "Und nur bei einem Unentschieden haben wir am 15. Dezember in Athen noch ein weiteres. Bei einem Sieg sind wir wohl durch und werden im UEFA-Cup überwintern. Bei einer Niederlage sind wir aber schon fast sicher draußen."

Doch auch Schmadtke ist optimistisch: "Ich habe St. Petersburg zweimal beobachtet. Das ist eine schwere, aber sicher keine unlösbare Aufgabe." Vor allem vertraut der Sportdirektor auf die Offensivqualitäten seines Teams: "Diese Mannschaft spielt frei und ausgelassen wie junge Hunde", erklärte er und dachte dabei vor allem an den 5:1-Erfolg am Sonntag gegen Bundesliga-Absteiger 1860 München.

Größeres Zuschauerinteresse erwünscht

Dies liegt vielleicht daran, dass Hecking zwischen Punktspielen und den Aufgaben im Europacup keine Unterschiede macht. "Wir bleiben bei unserer Spielweise, wollen dem Gegner unsere Stärken aufzwingen", gab der Coach die Parole aus: "Dabei sind wir keineswegs überheblich, sondern vertrauen auf unsere starke Mannschaft." Zudem hofft die Alemannia auf möglichst große Unterstützung in Köln. "In den Spielen gegen Hafnarfjördur und Lille waren jeweils knapp mehr als 20.000 Zuschauer da. Diesmal sollte schon eine drei vorne stehen", meinte Schmadtke.

St. Petersburg, das in der vor drei Wochen zu Ende gegangenen russischen Liga lange um die Meisterschaft mitspielte, letztlich aber nur Vierter wurde, kann sich außer auf Russlands "Fußballer des Jahres" Alexander Kerschakow (fünf Tore in vier UEFA-Cup-Spielen) auch auf prominente Unterstützung verlassen. Der ungeschlagene Box-Riese Nikolai Walujew wird die Partie live von der Tribüne aus verfolgen.

"Dann wäre ich Weltmeister"

"Ich fliege extra für dieses Spiel ein", sagte der 2,13 m große und 148 Kilogramm schwere Boxer dem Kölner Express: "St. Petersburg ist meine Heimatstadt. Und Zenit mein Heimatverein. Alemannia Aachen kenne ich nicht." Zenit-Coach Vlastimil Petrzela hat mehr Respekt: "Wenn ich wüsste, wie wir gegen die gewinnen können, wäre ich Weltmeister."

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