SCHALKE: Dolmetscher Szollar von Laszlo brüskiert

hb
29. November 2004, 13:17 Uhr

Es war eine aufregende Woche, die Krisztian Szollar nun hinter sich hat. Der ungarische Mittelfeldspieler in Diensten der Schalker „U23“ war am Donnerstag im Rahmen des UEFA-Cup-Spiels der Profis gegen Ferencvaros Budapest im Einsatz.

Es war eine aufregende Woche, die Krisztian Szollar nun hinter sich hat. Der ungarische Mittelfeldspieler in Diensten der Schalker „U23“ war am Donnerstag im Rahmen des UEFA-Cup-Spiels der Profis gegen Ferencvaros Budapest im Einsatz. „Die Pressestelle hat bei mir angefragt, ob ich das machen würde. Ich habe natürlich sofort zugesagt“, nickt Szollar.

Allerdings wurde der Blondschopf bei der abschließenden Pressekonferenz von seinem Landsmann Csaba Laszlo derbe brüskiert. Als Szollar die Statements des Budapester Trainers für die ungarischen Journalisten übersetzte, schnitt ihm Laszlo alsbald das Wort ab. Der Fußball-Lehrer, durch seinen fast 20-jährigen Aufenthalt in Deutschland fließend der hiesigen Sprache mächtig: „Das haben vielleicht Sie im Kopf, aber es ist nicht das, was ich gesagt habe.“ Szollar reagierte erstaunt, aber zurückhaltend. „Das war schon ziemlich unverschämt, aber ich wollte vor so vielen Leuten in dem Moment nichts sagen. Vielleicht hätte er von Anfang an alles selbst übersetzen sollen“, meinte der 24-Jährige. „Wenn jemand drei Sätze hintereinander spricht ist es nicht möglich, alles wort-wörtlich wiederzugeben. Klar war ich nervös, aber ich habe mir Mühe gegeben, alles richtig zu machen und dann so etwas.“

Erfreulicher als die Zurechtstutzung Laszlos war dafür sein Wiedersehen mit Gabor Gyepes und Tamas Somurjai. Mit beiden Budapestern, der eine sorgte mit seinem Kopfball-Eigentor für den Grundstock zum Schalker Sieg, der andere war nicht im Kader, zockte Szollar noch zusammen in der Ferencvaros-Jugend. Auch wenn seine ehemaligen Team-Gefährten inzwischen im internationalen Geschäft mitmischen, er dagegen ein überschaubares Dasein in der vierten deutschen Liga fristet, ist Szollar derzeit mit sich und der Welt zufrieden. „Der ungarische Fußball ist nicht mit dem hier zu vergleichen. Ferencvaros ist der populärste Verein dort und wird dauernd Meister, hat aber gegen eine Mannschaft wie Schalke keine Chance“, weiß der Ex-Essener. „Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder spielen kann, nachdem ich drei Monate lang nur trainieren durfte. Jetzt hoffe ich, dass wir unseren letzten Sieg über Verl heute gegen Siegen bestätigen können“, will Szollar mit seinem erst vierten Einsatz in der laufenden Serie mit dazu beitragen, dass der Weg der S04-Amateure wieder nach oben zeigt.

Autor: hb

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