Für Jupp Heynckes sind es sicher die schwersten Tage seit seiner nunmehr gut fünfmonatigen Amtszeit als Chef-Trainer des FC Schalke.

SCHALKE 04 - Heynckes fühlt sich von prekärer Situation heraus gefordert

hb
01. Dezember 2003, 09:17 Uhr

Für Jupp Heynckes sind es sicher die schwersten Tage seit seiner nunmehr gut fünfmonatigen Amtszeit als Chef-Trainer des FC Schalke.

Für Jupp Heynckes sind es sicher die schwersten Tage seit seiner nunmehr gut fünfmonatigen Amtszeit als Chef-Trainer des FC Schalke. Bereits knapp drei Wochen vor der Winterpause sind dem Fußball-Lehrer alle Ziele, die er in Gelsenkirchen erreichen wollte, aus den Händen geglitten. Aus beiden Pokal-Wettbewerben schon in der zweiten Runde ausgeschieden und in der Bundesliga dicht vor den Abstiegsrängen, steht der 58-Jährige trotzdem nicht zur Diskussion. Warum Heynckes der richtige Mann für bessere Zeiten bei den Knappen ist, macht folgendes Gespräch mit RevierSport deutlich.

Jupp Heynckes, wie gehen Sie mit der momentanen Situation auf Schalke um?
Für mich persönlich ist das eine große Herausforderung. Ich habe in meiner Laufbahn schon ähnliche Situation erlebt und konnte diese wie vor zwei Jahren in Bilbao lösen. Dort habe ich eine überalterte Mannschaft vorgefunden und gemäß der Philosophie im Verein mit jungen Spielern den Umbruch erfolgreich vollziehen können.

Kann das auch auf Schalke gelingen?
Ja. Wir haben vor geraumer Zeit einen Prozess eingeleitet, und auch wenn es ein Weg der kleinen Schritte ist, wir werden wieder erfolgreicher spielen. Dass die Ergebnisse den Umbruch nicht begleiten, macht die Sache schwieriger, aber wir müssen uns weiter konsolidieren.

Wird das Umfeld die Geduld dafür mitbringen?
Das hoffe und glaube ich. Gerade ich als Verantwortlicher im sportlichen Bereich muss die Lage mit kühlen Kopf analysieren und Ruhe bewahren. Das sind Situationen, die man analysieren und sich fragen muss: Was ist machbar, wo geht’s nach vorne? Ich glaube, dass ich so viel Erfahrung habe, um diese Situation voran zu bringen

Wie können Sie verhindern, dass die Mannschaft nicht heute in Berlin noch das bittere Aus von Bröndby im Kopf hat?
Wir werden daran nicht zerbrechen! Mit der Aufarbeitung des Spiels haben wir schon am Freitag angefangen. Ich habe versucht, die Mannschaft aufzubauen, Positives heraus zu streichen. Wichtig ist, dass die Mannschaft an sich glaubt und man ihr Selbstvertrauen stärkt.

Das ist alles schön und gut, aber letztlich zählen doch nur die Ergebnisse!
Es kommt immer auf das Wie solcher Erlebnisse an. Wenn man bedenkt, dass wir in beiden Spielen die bessere Mannschaft waren, dann kann man sich daran aufrichten. Trotz des Ausscheidens am Donnerstag müssen wir uns von der Einstellung in Berlin ähnlich präsentieren wie in Kopenhagen. Ich muss den Spielern vermitteln, dass nicht alles grau ist. Auch hier wird wieder die Sonne aufgehen.

Wie sehr belastet Sie persönlich dieser Misserfolg?
Es geht nicht um meine Situation, sondern die des Vereins. Schalke ist für mich einer Top-Klubs. Das sage ich gerade jetzt, in einer absolut prekären Situation!

Autor: hb

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