Fernsehkameras bewirken bisweilen, dass seltsame Dinge geschehen - von der Aura eines TV-Studios ganz zu schweigen. Wenn dann auch noch der Deutschen liebster TV-Onkel in ein solches lädt, können selbst INTERnationale Fußballgrößen nicht abwinken.

Inter Bochum: Ein Mal TV-"Ruhm" und zurück

Altenbochum Globetrotters

Aaron Knopp
09. Oktober 2008, 09:13 Uhr

Fernsehkameras bewirken bisweilen, dass seltsame Dinge geschehen - von der Aura eines TV-Studios ganz zu schweigen. Wenn dann auch noch der Deutschen liebster TV-Onkel in ein solches lädt, können selbst INTERnationale Fußballgrößen nicht abwinken.

Und so kam, was vielleicht kommen musste. Der fränkische B-Ligist Germania Forchheim, die deutschlandweit einzige Gurkentruppe, die den Inter-Bochum-Kickern das (Ziel-)Wasser reichen kann, misst sich mit Adomeit & Co. und setzt dabei ganz nebenbei die Naturgesetze des Sports außer Kraft. Vielleicht hätte es sich RTL-Allzweckwaffe und Gute-Laune-Onkel Günther Jauch in seinem heimeligen Hausfrauen-Format SternTV aber auch einfach vorher überlegen sollen. Nun treten beide Teams im Wissen gegeneinander an, dass es nicht etwa darum geht, Vize-Looser zu werden. Nein, der Verlierer kriegt den Pott - und ist "schlechteste Mannschaft Deutschlands".

Wo nun genau der Reiz eines Vergleichs liegen soll, in dem es einzig daraum geht, sich nach Kräften die Hucke voll hauen zu lassen, wusste dann scheinbar selbst der Medienprofi nicht mehr so recht. Kurzerhand haute der Quizmaster im Nebenberuf für den Gewinner des dubiosen Wettbewerbs eine Siegprämie von 200 Litern Bier raus. Wie generös, Herr Jauch! Und nebenbei auch noch ein Seitenhieb auf "den Kerner". Der Kollege hat ja schließlich nur die Hälfte für das erste Germania-Tor versprochen - und ist noch immer säumig! Ja, die deutsche Journalisten-A-Prominenz unter sich... Lacher und Sympathien eingesackt und den Nonsens locker überspielt. So macht man's - als Medienprofi.

Da können Adomeit & Co. sich noch eine Menge abschauen. Potenzielle Fallen lauern ja praktisch überall. Fühlte sich der noch etwas hölzern daher kommende Coach dann vielleicht doch ein wenig zu bierbauchgepinselt, als Jauch sein theoretisches (manche wollen hier sogar Ironie wahrgenommen haben) Fußballwissen würdigte? Doch man wächst mit seinen Aufgaben: Kurzfristig wird der Inter-Trainer in Sachen Medienarbeit reichlich Praxis bekommen. Der letzte Amateurklub, dem im Ruhrgebiet ähnliche Aufmerksamkeit zuteil wurde, kickt in der Dortmunder Kreisliga B. Im Zweifelsfall einfach mal in Hacheney nach Manni Burgsmüller fragen.

Doch wer sich während der Saison durchs halbe Land tingelt, um derlei Kasperkram zu veranstalten, den haben ohnehin bereits alle guten Fußball-Geister verlassen. Bar jeden sportlichen Ehrgeizes sollten die "Internationalen" vielleicht einfach den störenden Ligabetrieb ganz vernachlässigen und gleich zu einer reinen Showtruppe umschulen, den "grottoiden" (O-Ton Jauch) Altenbochum Globetrotters.

Autor: Aaron Knopp

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