Wenn man sich mit Ramazan Dagdas, Trainer des SSV Sudberg, in Ruhe unterhält, lernt man ihn als angenehmen Zeitgenossen kennen. Doch seine Spieler bekommen derzeit seine andere Seite zu spüren. „Den lieben Dagdas gibt es momentan nicht mehr“, betont der Coach, der im RS-Interview erklärt, was ihm gehörig gegen den Strich geht.

SSV Sudberg: Dagdas ist stinksauer auf sein Team

"…der Rest wird entsorgt"

Christian Krumm
05. Oktober 2008, 10:07 Uhr

Wenn man sich mit Ramazan Dagdas, Trainer des SSV Sudberg, in Ruhe unterhält, lernt man ihn als angenehmen Zeitgenossen kennen. Doch seine Spieler bekommen derzeit seine andere Seite zu spüren. „Den lieben Dagdas gibt es momentan nicht mehr“, betont der Coach, der im RS-Interview erklärt, was ihm gehörig gegen den Strich geht.

Ramazan Dagdas, Sie wirken angefressen.

In der Tat. Es läuft bei uns nicht gerade, wie man sich das wünscht. Die Mannschaft tritt derzeit nicht als solche auf. Ich habe das Gefühl, der eine oder andere Spieler weiß überhaupt nicht, worum es geht. Wir haben viele gute Einzelspieler, die aber nicht als Team funktionieren. Und genau daran arbeite ich seit einiger Zeit.

Hört sich danach an, dass bei einigen Akteuren die Einstellung nicht stimmt.

Genau das ist es. Wenn ich sehe, dass es bei uns Leute gibt, die bei einem Konter des Gegners im Zeitlupentempo zurücktraben, könnte ich mich tierisch ärgern. Einige sind zu bequem, schneller umzuschalten. Ich versuche es mit allen Varianten, das aus den Köpfen der Kicker herauszubekommen. Mittlerweile bin ich auch ein wenig aggressiver geworden. Gestern haben wir um 9.30 Uhr trainiert, auch heute werden wir eine Einheit abhalten.

Das ist hart…

...aber die Jungs hatten es doch selber in der Hand. Wenn sie gegen Burgaltendorf eine anständige Leistung gezeigt hätten, wäre ihnen das erspart geblieben. Eine Woche zuvor kämpfen alle richtig super, weil es das Derby gegen Vohwinkel war. Aber man muss auch gegen die Essener Mannschaft zu jedem Zeitpunkt konzentriert zu Werke gehen. Ich verstehe nicht, wie man sich innerhalb von einer Woche so unterschiedlich präsentieren kann.

Würden Sie noch einen Schritt weitergehen?

Natürlich, es ist mit dem Vorstand abgesprochen, dass ich diejenigen, die nicht mitziehen und nicht bereit sind, sich für den Verein zu zerreißen, sofort nach Hause schicken darf. Die Kicker, die wirklich alles für den Club geben, sind gerne gesehen, der Rest wird entsorgt.

Hat das schwache Auftreten etwas mit dem Tod des Präsidenten Heinz Schwaffertz zu tun?

Nein, der eine oder andere hat dadurch vielleicht mit Turbulenzen bei uns gerechnet, aber der Verein wird vernünftig weiter geführt. Es gibt keinerlei Probleme, die sich vielleicht manche Menschen gewünscht hätten.

Autor: Christian Krumm

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