Erik Meijer hat den deutschen Meister Bayern München ins Tal der Tränen gestürzt. Der Stürmer des Zweitligisten Alemannia Aachen traf im DFB-Pokal-Viertelfinale zehn Minuten vor Schluss zum 2:1-Erfolg.

Alemannia düpiert die "großen" Bayern

ck
04. Februar 2004, 22:39 Uhr

Erik Meijer hat den deutschen Meister Bayern München ins Tal der Tränen gestürzt. Der Stürmer des Zweitligisten Alemannia Aachen traf im DFB-Pokal-Viertelfinale zehn Minuten vor Schluss zum 2:1-Erfolg.

Bayern München hat durch eine peinliche Pleite im DFB-Pokal beim Zweitligisten Alemannia Aachen seine erste von drei Titeloptionen aus der Hand gegeben und schlittert nach nur zwei Spielen in 2004 in seine erste Krise des Jahres. Nach einer vor allem in der ersten Halbzeit desolaten Vorstellung unterlag der Titelverteidiger und elfmalige Cupsieger im Viertelfinale beim Zweitliga-Dritten Alemannia Aachen 2:1 (1:1). Der Niederländer Erik Meijer besiegelte mit seinem Kopfballtreffer in der 81. Minute das insgesamt verdiente Pokal-Aus der Münchner, nachdem Michael Ballack in der 45. Minute die erste Aachener Führung durch Stefan Blank (33.) ausgeglichen hatte. Die Alemannia feierte den ersten Einzug in die Runde der letzten Vier seit 34 Jahren.

"Wir sind über uns hinausgewachsen und haben die Bayern nicht ins Spiel kommen lassen. Es wäre ein Traum für mich, wenn ich noch einmal den Pokal gewinnen würde", meinte der 34 Jahre alte Matchwinner Meijer. "Aachen hat das Spiel verdient gewonnen", musste auch Münchens sichtlich enttäuschter Präsident Franz Beckenbauer nach dem Abpfiff zugeben.

Hexenkessel Tivoli

Vor 20.400 Zuschauern im ausverkauften Hexenkessel des Tivoli blieb die Trotzreaktion der Bayern nach dem müden 1:1 zum Rückrundenauftakt der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt aus. Schon vor Blanks Weitschusstreffer, bei dem Nationalkeeper Oliver Kahn schlecht aussah, hätte der haushohe Favorit zurückliegen müssen. Die Aachener, die für das erste Pflichtspiel der Bayern auf dem Tivoli über 100.000 Karten hätten verkaufen können, begannen erstaunlich respektlos und setzten den Bundesliga-Dritten stark unter Druck. Dabei offenbarte die Bayern-Deckung große Schwächen, vor allem der mit einer Fußprellung ins Spiel gegangene Argentinier Martin Demichelis erwies sich als Unsicherheitsfaktor.

In der 14. Minute unterlief Demichelis im Strafraum zudem ein Handspiel, das Schiedsrichter Michael Weiner jedoch übersah. Der anschließende Schuss des nach seinem Wechsel aus Bochum erstmals in der Anfangsformation stehenden Cristian Fiel strich nur knapp am Gehäuse von Kahn vorbei. Neun Minuten später musste der Nationalkeeper sein ganzes Können aufbieten, um einen Acht-Meter-Schuss des völlig freistehenden U21-Nationalspielers Emmanuel Krontiris mit den Fingerspitzen über die Latte lenken zu können.

Ballack markierte Ausgleich

Als Kahn drei Minuten später geschlagen war, rettete Nationalspieler Jens Jeremies bei einem Schuss von Fiel auf der Linie (26.), ehe Blank mit seinem 20-Meter-Schuss die hochverdiente Führung erzielte. Wie aus dem Nichts gelang den Bayern dagegen in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Ausgleichstreffer, als der bis dahin ebenfalls völlig blasse Ballack nach einer Flanke von Bixente Lizarazu ungehindert aus kurzer Distanz einköpfen konnte.

Nach dem Wechsel präsentierten sich die Bayern nur unwesentlich geordneter, dafür aber wesentlich engagierter und bekamen das Spiel nach etwa einer Stunde halbwegs in den Griff. In der 58. Minute lenkte Aachens Keeper Stephan Straub einen 22-Meter-Freistoß von Owen Hargreaves über die Latte. In der 65. und 74. Minute rettete der Keeper gleich zweimal gegen den völlig frei vor ihm aufgetauchten Roy Makaay. Dazwischen musste Routinier Willi Landgraf einen Kopfball von Ballack von der Linie schlagen (72.).

Autor: ck

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