Na, wer erinnert sich noch an das letzte echte Topspiel mit rot-weisser Beteiligung? Abgesehen von den Highlights der letzten Jahre im DFB-Pokal liegt die letzte Spitzenpartie im Ligabetrieb etliche Jahre zurück, genauer genommen im Aufstiegsjahr 2005/2006. Und nun, Liga vier, aber: Spitzenspiel mit RWE, Zweiter gegen Dritter.

Seit wir zwei uns gefunden: Der RWE-Fanblog

Lange darauf gewartet: "RWE im Spitzenspiel"

Hendrik Gerstung
18. September 2008, 15:28 Uhr

Na, wer erinnert sich noch an das letzte echte Topspiel mit rot-weisser Beteiligung? Abgesehen von den Highlights der letzten Jahre im DFB-Pokal liegt die letzte Spitzenpartie im Ligabetrieb etliche Jahre zurück, genauer genommen im Aufstiegsjahr 2005/2006. Und nun, Liga vier, aber: Spitzenspiel mit RWE, Zweiter gegen Dritter.

Doch zu dem erwarteten Kribbeln mischt sich auch ein wenig betrübte Stimmung – und das nicht nur wegen dieses dämlichen Donnerstagabend-Termins: Ein wenig Ernüchterung ist eingekehrt rund um die Hafenstraße nach dem Euphorie auslösenden "Sechs Punkte aus zwei Spielen"-Start. Mittlerweile weiß nun jeder mit absoluter Sicherheit: Einfach wird es nicht.
[infobox-right]Erst fern von seiner Essener Heimat entdeckt Hendrik Gerstung die Leidenschaft für den Klub aus seiner Geburtsstadt. Denn wer wissen will, was „Fan sein“ wirklich bedeutet, der landet irgendwann an der Hafenstraße: Nirgends sonst erlebt man die Gefühlsverbindung Verehrung und Verzweiflung so intensiv – „Oh RWE“. Im RWE-Fanblog gibt Hendrik den rot-weissen Anhängern nun eine Stimme.[/infobox]
Saisonziel ist der Aufstieg in die dritte Klasse, daran halten die Verantwortlichen fest – natürlich, was soll man nach vier Matches anderes formulieren. Die Pessimisten unter den RWE-Anhängern sehen nun dennoch Gründe, zum weiteren Schwarzmalen, die Optimisten glauben noch immer dran, doch nun eben weit weniger zuversichtlich. Worte von "Durchmarsch" und "Dominanz" hört man im Fanumkreis bzw. liest man in Foren nur noch in Verbindung mit den Worten "kein" und "keine".

Doch eben das ist ja die Herausforderung. Psychologen sagen immer, positive Ziele sind besser zu erreichen als negative. Wenn es GEGEN etwas geht, darum, etwas zu verhindern (zum Beispiel den Abstieg, was RWE zwei Mal nicht schaffte), verkrampft man vielleicht. Spielt und kämpft man allerdings FÜR etwas (hier: der Aufstieg) setzt man vielleicht einige zusätzliche Prozente frei.

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Die Spieler müssen aus dieser Situation jetzt eben positive Energie ziehen, dürfen sich durch den teils übertriebenen Tadel nach wenigen Spieltagen nicht runterziehen oder verunsichern lassen. Und die Fans müssen das spüren, ebenfalls Anfeuerungsmotivation daraus beziehen, dass man gemeinsam etwas erreichen, nicht nur etwas verhindern kann.

Nun also Spitzenspiel. Das klingt doch immerhin nach was. In Köln muss die Kehrtwende geschafft, wieder etwas Euphorie zurückgeholt werden. Mit einem Sieg stärkt man zumindest Rang zwei und auch der Spitzenplatz ist drin, da Kaiserslautern gegen Kleve erstmal siegen muss. Die Geißbock-Amateure sind als eines von drei Teams noch ungeschlagen, es wird also Zeit. Zeit für Kölns erste Niederlage, Zeit für den nächsten RWE-Dreier.

Noch mal zu den positiven Zielen für diese Saison: Der Aufstieg ist drin, auch wenn man nichts versprechen kann. Das sollte Anlass sein, das ganze nicht jetzt schon negativ zu sehen, sondern eben anzupacken und das positive Ziel zu erreichen. RWE spielt oben mit, was kann es für Spieler und Fans schöneres geben. Und darauf freue ich mich, egal wie es am Donnerstagabend ausgeht.

Fakt wird sein, dass wir mehr Spiele gewinnen als verlieren werden. Zuletzt gab es so was in der gleichen Saison wie das letzte Spitzenspiel – in der Saison 2005/2006 nämlich. Und das gewann RWE, mit 2:1 gegen Kiel. Wiederholung folgender Überschrift erwünscht: Essen siegt im Spitzenspiel.

Autor: Hendrik Gerstung

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