SCHALKE II - Abschied von der Glückauf-Kampfbahn

hb
12. Januar 2006, 12:04 Uhr

Es ist ein schwerer, aber notwendiger Abschied von der Heimat. Der Nachwuchs des FC Schalke wird vorerst nicht mehr in der Glückauf-Kampfbahn kicken.

Es ist ein schwerer, aber notwendiger Abschied von der Heimat. Der Nachwuchs des FC Schalke wird vorerst nicht mehr in der Glückauf-Kampfbahn kicken. In der alt ehrwürdigen Spielstätte der „Knappen“ findet bekanntlich während der WM „Public Viewing“ statt. Alle 64 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft werden dort auf einer Großbild-Leinwand gezeigt, wo einst Ernst Kuzorra und Fritz Szepan den berühmten „Schalker Kreisel“ zelebrierten. Für die zweite Mannschaft sowie die „U 19“ und „ U17“, die bisher in der Glückauf-Kampfbahn ihre Heimspiele ausgetragen haben, bedeutet das den sofortigen Umzug in die Nachbarschaft. Die Oberliga-Truppe von Mike Büskens muss ins Horster Fürstenberg-Stadion ausweichen, die in der Bundesliga beziehungsweise -Regionalliga West kickenden A- und B-Junioren siedeln auf die Sportanlage an der Baulandstraße in Scholven um.

„Der Lüttinghof in Hassel wäre eigentlich unsere erste Option gewesen, doch das Stadion teilen sich der Sportclub und YEG Hassel“, nimmt Bodo Menze, Koordinator der Schalker Nachwuchs-Abteilung, den Rauswurf auf Zeit nicht gerade beglückt hin, aber er sieht die Notwendigkeit in der Sache. „Die Glückauf-Kampfbahn ist mit ihrer guten Anbindung an die Gelsenkirchener City und den Hauptbahnhof sicher die ideale Stätte für das Public Viewing“, gibt der Funktionär zu.

Schon am 1. Februar rollen im Herzen Schalkes die Bagger an, um die Glückauf-Kampfbahn für die WM umzubauen. Basteln ist auch in Horst, wo die mittlerweile in die Landesliga abgestiegene STV zu Hause ist, sowie in Scholven beim Bezirksligisten Hansa gefragt. „Gelsensport muss in Zusammenhang mit dem Fußballkreis Gelsenkirchen sowie den Staffelleitern der betreffenden Ligen die Spielpläne so koordinieren, dass wir unsere Heim-Matches abwechselnd mit dem am Platz heimischen Verein durchführen können“, betont Menze.

Auch nicht schön für Schalke: Das Gastspiel in ungewohnter Umgebung wird nicht nur auf die Rückrunde der laufenden Saison beschränkt sein. „Wenn während der WM Tag für Tag 20.000 Menschen in der Glückauf-Kampfbahn zu Gast sein werden, dann dürfte der Rasen am 10. Juli nicht gerade im saftigsten Grün stehen. Nach meiner realistischen Einschätzung wird es vor 2007 nichts mit der Glückauf-Kampfbahn“, rechnet Menze mit einer zumindest halben weiteren Spielzeit auf fremden Feldern. „Die Alternative wäre, die WM kurzfristig abzusagen“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Autor: hb

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