Der VfB Stuttgart hatte nicht viel Zeit, um sich mit der Pleite im UI-Cup aufzuhalten.

Stuttgart: Viele Problemfälle, viel Optimismus

VfB feilscht mit "Gala" um Meiras Ablöse

Adi Kodym/Thomas Niklaus (sid)
20. Juli 2008, 13:54 Uhr

Der VfB Stuttgart hatte nicht viel Zeit, um sich mit der Pleite im UI-Cup aufzuhalten.

Nach dem 0:1 (0:1) bei Saturn Ramenskoje am Samstag ging es am frühen Sonntagmorgen von Moskau über München direkt ins Trainingslager ins österreichische Going. Dort stand bereits am Nachmittag die erste Einheit an, denn am kommenden Sonntag (18 Uhr) soll schließlich im Rückspiel gegen den russischen Vertreter doch noch das frühzeitige Aus im internationalen Geschäft verhindert werden.VfB-Trainer Armin Veh zeigte sich zuversichtlich. "Wir haben alle Chancen, weiterzukommen. Ich bin optimitisch, denn dann sind wir in der Vorbereitung wieder ein gutes Stück weiter", sagte Veh nach dem Hinspiel.

Um letztendlich die Gruppenphase im UEFA-Cup zu erreichen, müsste der VfB jedoch nicht nur Ramenskoje ausschalten, sondern noch zwei weitere k.o.-Runden überstehen. In Ramenskoje, 45 Kilometer südöstlich von Moskau gelegen, zeigte der VfB ohne seine EM-Teilnehmer Jens Lehmann, Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger und Ludovic Magnin allerdings noch keine Europacup-Form. Doch dies hatte Veh "bei einem wichtigen Spiel zu einem ungünstigen Zeitpunkt" auch so erwartet: "Es war klar, dass wir noch nicht die notwendige Kondition haben." Das Spiel sei aber "für den Zeitpunkt unserer Vorbereitungsphase ganz in Ordnung" gewesen.

Auch Manager Horst Held war trotz der Niederlage nach dem frühen Gegentreffer durch Dimitri Kiritschenko (3.) zufrieden. "Wie sich die Mannschaft derzeit entwickelt, ist gut. Wir haben den Gegner weitgehend beherrscht, aber natürlich war Saturn mit Kontern sehr gefährlich. Darauf müssen wir auch in der kommenden Woche aufpassen", sagte Held. Er sei aber dennoch wie Veh "zuversichtlich, dass wir weiterkommen. Wir sind in der Lage gegen diesen Gegner zu gewinnen".

Bis Dienstag sollen auch Lehmann, Gomez und Hitzlsperger wieder ins Training einsteigen. Im Rückspiel wird Veh auf seine deutschen Nationalspieler wegen des Trainingsrückstandes aber möglicherweise noch verzichten.

Kein Thema mehr beim VfB ist Fernando Meira. Die Stuttgarter haben einem Wechsel des portugiesischen EM-Teilnehmers bereits zugestimmt. Den Kapitän der vergangenen Saison zieht es zu Galatasaray Istanbul. Strittig ist offenbar nur noch die Ablösesumme. Der türkische Meister hat bisher angeblich nur drei Millionen Euro geboten, der VfB fordert etwa das Doppelte.

Als Nachfolger für Meira hat der VfB den früheren Hamburger Khalid Boulahrouz im Visier. Zudem hofft Veh nach wie vor auf den früheren Berliner Kevin-Prince Boateng von Tottenham Hotspur. Die Stuttgarter würden Boateng gerne ausleihen, Tottenham will den Mittelfeldspieler aber verkaufen. Mit Boulahrouz und Boateng hätte der VfB zwei weitere "Problemfälle" im Kader. Schon jetzt gelten der begnadigte Danijel Ljuboja ebenso wie der in Ramenskoje starke Neuzugang Jan Simak, aber auch Nationalkeeper Lehmann als nicht gerade einfach. Doch Veh setzt auf Stars mit Ecken und Kanten, um nach dem Meistertitel 2007 und einer darauf folgenden durchwachsenen Saison wieder in die Erfolgsspur zu finden. Ein frühes Aus im UI-Cup soll deshalb unbedingt vermieden werden.

Autor: Adi Kodym/Thomas Niklaus (sid)

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