Gestern Abend ging es Christian Fuchs nicht anders als seinen Mannschaftskollegen, die sich freuten, endlich wieder daheim bei ihren Lieben zu sein.

VfL: Christian Fuchs kennt im Zweikampf keine Kompromisse

„Auf dem Platz bin i a Viech“

17. Juli 2008, 15:33 Uhr

Gestern Abend ging es Christian Fuchs nicht anders als seinen Mannschaftskollegen, die sich freuten, endlich wieder daheim bei ihren Lieben zu sein.

Auf Bochums österreichischen Neuzugang wartete im Hotel Ehefrau Michaela. Die hatte ihren Mann nämlich seit der Hochzeitsnacht vor zehn Tagen nicht mehr gesehen. Fuchs: „Weil die Österreicher pfiffig sind, haben wir die Hochzeitsreise schon vor der EM gemacht.“
Der Linksfuß fühlt sich bei seinem neuen Club wohl, hat den zehntägigen Schnupperkurs in seiner Heimat richtig genossen. In Kürze wird er dann auch seine Wohnung im Bochumer Süden beziehen. Fuchs, der medial in Österreich ein Dauerthema ist, verrät seine ersten Eindrücke: „Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist schon sehr groß. Man versteht sich auch privat, jeder setzt sich für den anderen ein. Das kann für die bevorstehende Saison nur sehr förderlich sein.“

Der Auswahlspieler ist heilfroh, dass er die Vorbereitung auf die EM und auch das Match gegen Deutschland als Erfahrungsschatz mitgenommen hat. Denn schnell hat er gemerkt: „Qualitativ besteht zum Training bei meinem Ex-Club Mattersburg ein gravierender Unterschied. Jeder weiß, was er zu tun hat, die individuellen Fähigkeiten sind viel weiter ausgeprägt. Hätte ich nicht die internationale Erfahrung, wäre der Sprung schon sehr groß gewesen.“

Die wenigen Fans, die beim Training und bei seinen zwei Mal 45-minütigen Einsätzen gegen Istanbul und Cluj zuschauten, haben den Neuen schon ins Herz geschlossen. Denn der zeigte sich in den Zweikämpfen kompromisslos, haute auch mal dazwischen und verschaffte sich so Respekt. Eigenschaften, die Fuchs gar nicht von der Hand weisen will. Denn mit einem Schmunzeln verrät er: „Auf dem Platz bin i a Viech.“

Ein bisschen nüchterner und spezifischer wird Trainer Marcel Koller: „Er ist sehr präsent, versucht nach vorne Druck zu entwickeln und zeigt sich auch bei Standards.“ Dann erklärt der Schweizer, was der 22-Jährige, der in Zukunft auf der zurzeit ungewohnten linken Seite der Viererkette spielen soll, noch benötigt: „Es hapert noch in der Feinabstimmung. Er muss wissen, wann er abzusichern hat, aber das wird von Einheit zu Einheit besser. Wir werden das in den nächsten Wochen in Theorie und Praxis verfeinern.“

Doch eins möchte der Linksfuß möglichst unterlassen, wie Koller betont: „Er soll bloß nicht seinen Zug nach vorne ablegen. Er darf marschieren, darauf lege ich großen Wert.“

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