Die aktuellen Informationen rund um den Bezirksligisten BV Herne-Süd sind alles andere als positiv zu bewerten. Nach dem Rücktritt von Burkhard Graf als erstem Vorsitzenden vergangene Woche konterte der noch bestehende Vorstandsstab unter der Leitung von Thomas Pätsch mit dem Vorhaben, ihn rechtlich zu belangen.

Bezirksliga 13: Negativ-Schlagzeilen um Herne-Süd reißen nicht ab

Ex-Vorsitzender Graf soll rechtlich belangt werden

Desirée Kraczyk
09. Juli 2008, 09:17 Uhr

Die aktuellen Informationen rund um den Bezirksligisten BV Herne-Süd sind alles andere als positiv zu bewerten. Nach dem Rücktritt von Burkhard Graf als erstem Vorsitzenden vergangene Woche konterte der noch bestehende Vorstandsstab unter der Leitung von Thomas Pätsch mit dem Vorhaben, ihn rechtlich zu belangen.

Den Rechtsbeiständen sei ein entsprechendes Mandat erteilt worden, bekräftigte Pätsch. Es ist der Beginn einer gegenseitigen Beschuldigung zwischen den Parteien. Graf zeigt sich über die Maßnahme gegen ihn rechtlich vorgehen zu wollen, überrascht, aber nicht besorgt: „Ich weiß von nichts. Zuletzt ging es mit Süd bergauf und ich habe meine Abrechnung für die letzten acht Monate gemacht. Pätsch hatte diesen Schritt auch im Oktober für den damaligen Vorsitzenden Uwe Ronge angekündigt.“

Unklar ist, welche Vorwürfe genau erhoben werden. Auch, weil sich Pätsch zumindest offiziell mit genauen Gründen zurückhält. „Herr Graf war äußerst zweckundienlich. Wir werden es nicht nur vereinsintern abklären, sondern richtig durchziehen“, betont Pätsch, der Leiter der Finanzen sowie Verwaltung.

Sein Gegenüber vermutet in erster Linie finanzielle Anschuldigungen. „Herr Pätsch meint sicherlich, ich hätte mehr ausgegeben statt eingenommen. Aber ich hatte nie Zugriff auf die Vereinskonten, ebenso nicht auf die Einnahmen der Heimspiele. Stattdessen habe ich lediglich alles über die Sponsoren und über mein Eigengeld geregelt“, erklärt Graf. Sein Vorwurf: „Er (Pätsch, Anmerkung der Redaktion) ist seit Jahren nicht in der Lage die Mitgliedsbeiträge einzuziehen, so dass mittlerweile ein Betrag von 10.000 Euro offen steht.“

Für ordentlich Zündstoff ist somit abseits des Geschehens auf dem Fußballplatz bei den Schwarz-Gelben gesorgt. Pätsch geht davon aus, dass die Mannschaft ungeachtet der Diskussionen zusammenbleibt, sportlich kein Schaden entsteht. „Es existieren keine Probleme in Hinblick auf die Weiterführung des Vereins. Ich bin mittlerweile seit 20 Jahren dabei. Neuwahlen werden zunächst nicht angesetzt“, bekräftigt Pätsch. Dem derzeitigen Vorstand gehören unter anderem Dirk Justinsky, der aktuell im Urlaub weilt, und Gisela Lachmann an.

Gänzlich andere Vorstellungen in Bezug auf die weiteren Entwicklungen hat währenddessen der Ex-Vorsitzende: „Es sind Neuwahlen notwendig. Unterstützung werde ich von einigen kompetenten Leuten erhalten, die mit mir an einem Strang ziehen wollen. Ich habe bereits erste Gespräche geführt und wir werden versuchen den alten Vorstand komplett abzulösen.“ Graf setzt sich zudem für eine Ansetzung der Jahreshauptversammlung ein, die er aber nicht im Vorfeld leiten möchte. „Ich könnte jetzt hergehen und 25 Mitglieder suchen, die notwendig sind um eine Versammlung anzuordnen. Damit sollen sich andere befassen.“

Wer mit seinen Anschuldigungen also Recht hat und wer letztlich als Sieger des Machtkampfs herausgeht, werden andere entscheiden müssen. Klar ist: Der nächste Vorstand dürfte neben der Herkules-Aufgabe eine konkurrenzfähige Bezirksliga-Mannschaft aufzubauen, vor allem ein Ziel haben: Den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

Autor: Desirée Kraczyk

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