Was für ein Wechselbad die Arbeit bei Borussia Dortmund sein kann, konnte Jürgen Klopp bereits in seinen ersten vier Tagen beim BVB erkennen.

Klopp geht seinem Team an die Hammelbeine

"Es geht darum, den Körper an extreme Belastung zu gewöhnen"

Matthias Dersch
07. Juli 2008, 22:31 Uhr

Was für ein Wechselbad die Arbeit bei Borussia Dortmund sein kann, konnte Jürgen Klopp bereits in seinen ersten vier Tagen beim BVB erkennen.

Zeigte das Thermometer beim Trainingsauftakt noch tropische 35 Grad an, bevor es am Freitag vom Regen um satte 20 Grad nach unten gedrückt wurde, kämpfte man sich gestern wieder bei bestem Mittelmeerklima über den Platz.

Aus dieser meteorologischen Verrücktheit ein schlechtes Omen für die kommende Saison abzuleiten, ginge dabei allerdings zu weit. Zumal bislang in dieser frühen Phase der Vorbereitung, von kleineren Beschwerden abgesehen, alles nach Plan verläuft. Eine Entwicklung, die sich in den kommenden Wochen fortsetzen soll, wie der frühere Mainzer betont: „Wir trainieren sehr komplex, um den Spielern körperlich viel abzuverlangen, ohne dass sie es so richtig mitbekommen. Es geht darum, den Körper wieder an die extreme Belastung zu gewöhnen. Denn mein ausdrückliches Ziel ist es, so viele Akteure wie möglich durch die kompletten Einheiten zu bekommen.“

Neuzugang Patrick Owomoyela (Schleimbeutel-Entzündung) und Rückkehrer Nuri Sahin (Knieprobleme) sind derzeit die einzigen, die sich mit Verletzungen herumschlagen und nicht am Mannschaftstraining teilnehmen können. Beide werden auch beim heutigen Halleluja Cup in Wattenscheid fehlen. Während Owomoyela definitiv im Trainingslager in Donaueschingen wieder zur Verfügung steht, gibt es bei Sahin noch einige Fragezeichen. „Wir werden sehen, ob es Sinn macht, Nuri mitzunehmen. Es ist gut möglich, dass er in Dortmund bleibt, wenn das für seine Genesung besser ist“, will Klopp zunächst die weitere Entwicklung abwarten.

Für alle anderen stand unter der Woche der mittlerweile obligatorische Laktat-Test auf dem Programm, zusätzlich untersuchte ein Team der Universität Paderborn den Körperfettgehalt und das Gewicht der Kicker. Ob jemand im Urlaub geschludert hat oder nicht, werden die Auswertungen in den nächsten Tagen ergeben. Ernsthafte Konsequenzen drohen jedoch nicht, wie Klopp versichert: „So spannend ist dieser Test im Grunde gar nicht. Es geht nur darum, zu sehen, von welchem Punkt aus die Jungs starten. Und ob einer den letzten Wochen etwas weniger gemacht hat, sieht man demnächst daran, dass er dann läuft, während die anderen spielen. Denn natürlich müsste ein etwaiger Rückstand aufgeholt werden.“

Zeit dazu ist besonders im Trainingslager vorhanden, übertreiben will es der 41-Jährige mit der Intensität allerdings nicht: „Jeder in der Stadt spricht mich darauf an, ich solle den Jungs jetzt mal so richtig die Hammelbeine lang ziehen. Denen kann ich sagen, keine Sorge, wir werden viel trainieren. Aber wir werden jetzt sicher keinen Treppenturm bauen, um einige Felix Magath Anhänger zu beruhigen.“

Autor: Matthias Dersch

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