Die harten ersten Trainingseinheiten steckten den Profis zwar sichtlich in den Knochen, dennoch sind die meisten Bundesligaklubs in den ersten Testspielen gut aus den Startlöchern gekommen.

Testspiele: Bundesligisten überzeugen

Bayer und Stuttgart in Frühform

Jörg Soldwisch (sid)
06. Juli 2008, 14:13 Uhr

Die harten ersten Trainingseinheiten steckten den Profis zwar sichtlich in den Knochen, dennoch sind die meisten Bundesligaklubs in den ersten Testspielen gut aus den Startlöchern gekommen.

Sechs Wochen vor Beginn der 46. Bundesliga-Saison bewiesen vor allem Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart eine ansprechende Frühform, während sich die anderen Top-Klubs noch nicht wirklich in die Karten schauen ließen. Einzig Meister Bayern München absolvierte beim 2:2 gegen die eigenen Amateure zumindest ein "inoffizielles" Testspiel und damit die erste Partie in der Ära des neuen Trainers Jürgen Klinsmann. "Wir wollten, dass die Spieler nach einer Woche, in der wir Passspiel auf engem Raum trainiert haben, wieder ein Gefühl für das große Feld bekommen", erklärte der ehemalige Bundestrainer. Klinsmann lief während des 45 Minuten dauernden Vereins-Duells vor etwa 700 Fans an der Säbener Straße meist als Beobachter hinter der Viererkette mit, gab Anweisungen, lobte und feuerte an. Die Treffer für die erste Mannschaft erzielten Toni Kroos und Gastspieler Joseph Ngwenya. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/592-4638_preview.jpeg Kann bereits schöne Spielzüge genießen: Bayers Coach Bruno Labbadia. (Foto: firo)[/imgbox]

Andere Mannschaften sind in Sachen Wettkampfhärte bereits einen Schritt weiter. So überzeugte Bayer Leverkusen beim 4:1-Sieg beim Regionalligisten SV Darmstadt 98 mit vielen gelungenen Spielzügen. "Wir haben vier schöne Tore gemacht. Wir mussten heute über den Willen gehen, weil die Spieler müde waren. Aber das ist eine gute Schulung", lobte der neue Trainer Bruno Labbadia nach dem zweiten Testsieg unter seiner Regie gegen seinen Ex-Klub. Überragender Mann auf dem Platz war mit drei Treffern Stürmer Stefan Kießling, der nach seiner Nicht-Nominierung für die EURO sichtlich motiviert ist: "Für einen Stürmer ist es immer schön, Tore zu schießen. Jetzt gilt es, meine Form in der Bundesliga zu bestätigen."

Ebenfalls eine gute Frühform deutete Stuttgart an. Die Schwaben siegten am Sonntag zum Abschluss des einwöchigen Trainingslagers in Donaueschingen beim Landesligisten FV 08 Rottweil locker mit 8:0. Den Treffer zum 2:0 markierte Neuzugang Jan Simak, der zudem in Abwesenheit von acht Nationalspielern alle Standards treten durfte. Der Karlsruher SC, Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison (Platz 11), fuhr beim 4:0 gegen den Oberliga-Aufsteiger Offenburger FC bereits den dritten Testspielsieg der Vorbereitung ein. Überragend war erneut Neuzugang Antonio da Silva, der den zu Borussia Dortmund gewechselten Tamas Hajnal als Spielmacher ersetzen soll. "Hajnal war wahnsinnig wichtig für uns, aber da Silva ist der bessere Zuspieler", lobte KSC-Coach Ede Becker den früheren Stuttgarter in höchsten Tönen.

Dagegen startete der VfL Bochum mit einer 1:2-Niederlage gegen Zyperns Meister Anorthosis Famagusta in die Vorbereitung. Für Trainer Marcel Koller, der jüngst vom "besten Kader" seit seinem Amtsantritt 2005 schwärmte, kein Grund zur Sorge: "Es ging darum, nach der harten ersten Trainingswoche den Schweinehund zu überwinden. Das haben alle getan." Die VfL-Rückkehrer Vahid Hashemian und Paul Freier kamen jeweils eine Halbzeit zum Einsatz und spielten unauffällig.

Unterdessen fuhren Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld bei ihren Pflichtaufgaben erwartungsgemäß Kantersiegen ein. Frankfurt besiegte eine Hochtaunus-Auswahl mit 11:0, Bielefeld gelang immerhin ein 10:0 gegen den Kreisligisten FC Kreuztal. Auch Energie Cottbus gab sich beim 5:0-Erfolg über den Bezirksligisten Döbelner SC keine Blöße. Etwas Mühe hatte Aufsteiger Borussia Mönchengladbach gegen den Verbandsligisten FC Wegberg-Beck. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Fohlen in Schwung und erzielten alle Treffer zum 4:0-Sieg.

Autor: Jörg Soldwisch (sid)

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