Abschied nehmen von Tenero. Oliver Bierhoff, Torsten Frings und Christoph Metzelder läuteten das Finale im Medienzentrum ein.

EM-Tagebuch: Günther Pohl berichtet aus Schweiz/Österreich

Freitag, 27. Juni

27. Juni 2008, 14:38 Uhr

Abschied nehmen von Tenero. Oliver Bierhoff, Torsten Frings und Christoph Metzelder läuteten das Finale im Medienzentrum ein.

Mehr als drei Wochen lang wurde man hier über die wichtigen und unwichtigen Dinge rund um das DFB-Team informiert. Einer fehlte nicht eine Sekunde. Die Rede ist von Thomas Schnellker, seit 1991 in Diensten des DFB, als ihn der damaliger Präsident Hermann Neuberger in die Frankfurter Zentrale holte.

Der gebürtige Bochumer, der wie Herbert Grönemeyer das Gymnasium am Ostring besuchte, ist seitdem die englische Stimme aller DFB-Verantwortlichen und hier in Tenero und an den Spielorten auch die von Jogi Löw oder Lukas Podolski.

In seiner Sprecherkabine meist unbemerkt, hat er die ganz wichtigen Fragen („Welchen Stellenwert haben die Spielerfrauen“?) ins Englische übersetzt. Diskret und verschwiegen ist er und deshalb hat er die Frage nach der dusseligsten Übersetzung des Turniers nicht beantwortet, sondern nur herzlich gelacht.
Schnellker ist bei der Nationalelf immer auf der Siegerseite, privat hält er es da schon eher mit seinem VfL Bochum oder dem Team seiner Wahlheimat Offenbach.

Während er sich über die Blau-Weißen zuletzt nur noch freute, musste er seinem Sohn und seiner Tochter vor einigen Wochen über den bitteren Abstieg des OSC hinweg helfen. In Wien wird er die letzten Interviews (er spricht auch perfekt spanisch) übersetzen und endlich vom Fußball abschalten. Nicht so ganz – denn über die Ereignisse beim VfL Bochum wird er sich über RevierSport online täglich informieren. So ganz ohne Fußball geht es also doch nicht.

Wir verließen die Sportanlage in Tenero nicht, bevor uns am Mittag der Tourismusverein zu einem Barbecue eingeladen hatte. Für die Journalisten hieß es dann Koffer packen, denn spätestens am Samstag geht es zum Finalort nach Wien. Die Mannschaft reist komfortabel mit dem Flieger. Schließlich haben sie noch eine große Aufgabe zu bewältigen und Schnellker wird danach gerne das Geheimnis des deutschen Erfolges in viele Sprachen übersetzen.

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