Als am letzten Spieltag der Bezirksliga 14 der TuS Stockum den FSV Witten doch noch abfangen und sich den Aufstiegsplatz sichern konnte, obwohl schon keiner mehr damit gerechnet hatte, war die Freude beim Wittener Club riesig groß. Doch durch die mittlerweile bekannt gewordene vorläufige Staffeleinteilung wird die Euphorie mehr als nur getrübt.

TuS Stockum: Wittener wollen nicht in die „Sauerland-Gruppe“

„Wirtschaftlich für uns eine Katastrophe“

Fabian Weitkämper
19. Juni 2008, 16:47 Uhr

Als am letzten Spieltag der Bezirksliga 14 der TuS Stockum den FSV Witten doch noch abfangen und sich den Aufstiegsplatz sichern konnte, obwohl schon keiner mehr damit gerechnet hatte, war die Freude beim Wittener Club riesig groß. Doch durch die mittlerweile bekannt gewordene vorläufige Staffeleinteilung wird die Euphorie mehr als nur getrübt.

Denn dadurch heißt es kommende Saison nicht Derby gegen den Nachbarn TuS Heven, sondern Rundreise durch das Sauerland in der Landesliga 2 Süd.

Als TuS-Geschäftsführer Klaus Göhner die Einteilung sah, konnte er zunächst seinen Augen nicht trauen: „Ich habe mich sofort an den Kreisvorsitzenden Ulrich Jeromin gewendet und er hat in diesem Fall seine vollste Unterstützung zugesagt. Wenn wir in dieser Liga antreten sollen, werden wir völlig aus der Bindung des Kreises genommen. Es gibt für uns keine Derbys, keine Zuschauer und somit keine Einnahmen.“

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/179-4224_preview.jpeg Würden gerne auf die langen Anreisen verzichten - die Akteure des TuS Stockum[/imgbox]Neben den fehlenden Erträgen machen Göhner und dem Verein aber vor allem auch die Kosten große Sorgen: „Wir haben ausgerechnet, dass in der Spielzeit ungefähr 2200 Kilometer an Strecke vor uns liegen würden. Erndtebrück beispielsweise liegt fast 130 Kilometer von unserer Platzanlage entfernt. Wirtschaftlich wäre das Ganze für uns eine Katastrophe. Und was passiert beispielsweise, wenn Partien ausfallen? Die können bei den Entfernungen doch unmöglich in der Woche nachgeholt werden.“

Ein weiteres Problem ergibt sich zudem noch aus der weiten Anreise: „Bei uns werden Spieler den Verein verlassen, weil sie am Wochenende nicht den kompletten Sonntag unterwegs sein können. Die verlieren sonst ihren Arbeitsplatz.“

Diese Gründe ließen die Verantwortlichen des Vereins sogar kurzzeitig über einen Verzicht nachdenken. „Das jedoch“, versichert Göhner, „können wir unseren Jungs nicht antun.“

All die Argumente kann Jeromin nur zu gut verstehen: „Die Verantwortlichen sind aufgrund der Situation völlig fertig. Ich habe deswegen auch direkt mit dem Verband und dem Vizepräsidenten des FLVW, Siegfried Hirche, telefoniert. Doch der Verband sieht keine andere Möglichkeit. In der Landesliga 2 fehlt eine Mannschaft und in der Gruppe drei spielt schon ein Verein mehr als in den übrige Landesligen und geographisch käme für Gruppe zwei nur Stockum in Frage. Daher sei da nichts zu machen.“

Ein Argument des FLVW, das Göhner nicht akzeptieren will: „Andere Clubs kämen von der Lage genauso in Betracht. Vielleicht wäre es sogar günstiger, die komplette Ligeneinteilung nochmals zu überdenken.“

Konkrete Vorschläge dafür hätte Göhner auch schon parat: „Man könnte aus der Landesliga 3 eine 18er Gruppe machen, dann hätte wenigstens nicht jede Woche eine Elf spielfrei. Außerdem wäre einigen Vereinen der Landesliga 5 eventuell auch damit geholfen, sie in der Staffel 4 kicken zu lassen, weil das geographisch besser passt.“

Sämtliche Vorschläge und Bitten an den Verband hat der TuS mittlerweile schriftlich verfasst und mit dem Titel benannt: „Warum wir in Gruppe 3 antreten wollen.“

Jetzt können die Wittener nur noch auf eine positive Antwort hoffen.

Autor: Fabian Weitkämper

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