Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff war das Klubhaus des DSV 1900 an der Düsseldorfer Straße gut gefüllt. Bei Bier und Kaffee erfreuten sich Anhänger und Familienangehörige der Spieler an den zuletzt guten Leistungen der Jungs von Trainer Jörg Kessen. Auch was das anstehende Spiel gegen die Spvgg. Sterkrade betraf, waren sich zu diesem Zeitpunkt Fans und Verantwortliche noch  sicher:

Landesliga 3 Niederrhein: DSV ohne Chance gege Sterkrade

Burgsmüller trifft doppelt

Moritz Rieckhoff
23. Oktober 2006, 13:32 Uhr

Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff war das Klubhaus des DSV 1900 an der Düsseldorfer Straße gut gefüllt. Bei Bier und Kaffee erfreuten sich Anhänger und Familienangehörige der Spieler an den zuletzt guten Leistungen der Jungs von Trainer Jörg Kessen. Auch was das anstehende Spiel gegen die Spvgg. Sterkrade betraf, waren sich zu diesem Zeitpunkt Fans und Verantwortliche noch sicher: "Hier kann es heute nur einen Sieger geben und das ist der DSV". David Jung, Ex-DSV Aktiver und zur Zeit Pressesprecher beim Verein aus dem Duisburger Süden betonte: "Ich denke, wir haben gute Chancen, das Spiel zu gewinnen". Als der Pressesprecher um 15.03 Uhr das Klubhaus Richtung Platzanlage verließ, da war die Chance seiner Elf auf einen Sieg bereits deutlich kleiner. Doch von vorne. [i]Ein Ortstermin.[/i]

In der dritten Spielminute war die Spvgg. durch einen Treffer von Dusan Tredaljevac mit 1:0 auf der DSV-Platzanlage in Führung gegangen. Wer geglaubt hatte, dass dies ein Wachmacher für die Hausherren gewesen sei, der musste sich in der Folgezeit eines besseren belehren lassen. Von Beginn an war der mit einer 0:1-Heimschlappe im Gepäck angereiste Aufstiegsfavorit aus Oberhausen die agressivere, engagiertere Mannschaft. DSV-Torsteher Sven Adamietz forderte seine Vorderleute bereits nach zehn Minuten auf, "sich nicht dauernd verarschen zu lassen". Während der nötige Apell des Torhüters zumindest für einige Minuten Anklang zu finden schien, wurde das Spiel deutlich ruppiger. Vor allem der DSV wusste sich gegen die technisch beschlageneren Gäste oftmals nur durch überhartes Einsteigen zu helfen. Doch alle Härte brachte nichts.

Während der DSV in den ersten 30 Minuten lediglich zu einer Torchance kam - in der 16. Spielminute scheiterte Christian Kinowski nach einer Ecke von Lars Schneider aus zehn Metern mit einem schönen Direktschuß an 06/07- Keeper Alexander Fischedick - nutzten die "Blauen" ihre zweite gute Tormöglichkeit. Nach einem Abwehrschnitzer von Thomas Kersten gelang Thorsten Burgsmüller die 2:0- Pausenführung für sein Team.

Obwohl den Duisburgern nach dem Wechsel in der 50. Spielminute durch Miroslav Ostojic der Anschlusstreffer gelang, verflachte das Spiel nun zusehends. Die Gäste verlegten sich aufs Kontern, während den Hausherren im Spiel nach vorne ein ums andere Mal die zündenden Ideen fehlten. Wenn es Chancen gab, so hatte diese auch weiterhin der Gast. In der 71. Spielminute rettete Adamitz nach einem erneuten Blackout im Duisburger Abwehrverbund in höchster Not vor dem heranstürmenden Gegner.

Neun Minuten später war der Goalie dann ein weiteres Mal geschlagen. Einen mustergültig vorgetragenen Konter veredelte Christian Zier zur Vorentscheidung für den Tabellenvierten der Landesliga Niederrhein 3.

Als die meisten der gut 200 Zuschauer ihrem Klub bereits enttäuscht den Rücken zugewendet hatten, rundete Thorsten Burgsmüller seine gute Leistung mit seinem zweiten Treffer zum 1:4-Endstand ab (90+2).

Dennoch war Dirk Wißel, der Trainer der Oberhausener, nach Spielende mit der Leistung seiner Elf nur bedingt zufrieden: "Ich bin mit dem, was meine Truppe in den ersten dreißig Minuten und in den letzten fünfzehn Minuten abgeliefert hat, einverstanden. Alles, was dazwischen abgelaufen ist, vergesse ich lieber ganz schnell wieder."

Auch Schiedsrichter Mirco Everbeck dürfte nach dem Apfiff ein Stein vom Herzen gefallen sein. Obwohl der Mann an der Pfeife einige kniffelige Situationen zu beurteilen hatte und sich häufig diversen Anfeindungen von den Rängen gegenüber sah, zeigte der Referee eine ansprechende Leistung.

Eher einsilbig präsentierte sich nach dem Spiel 1900-Pressesprecher Jung: "Tja, kann man nichts machen," sagte der Ex-Spieler und ergänzte: "Bei uns lief einfach nicht viel zusammen. Das muss im nächsten Spiel wieder besser werden." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Autor: Moritz Rieckhoff

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