Der Abstieg ist nun endgültig besiegelt. Nach dem torlosen Remis gegen Dattenfeld besteht für die TuRU aus Düsseldorf auch rechnerisch keine Chance mehr, die NRW-Liga zu erreichen. Nach der besten Hinrunde der jüngeren Vereinsgeschichte überrascht es schon, dass den Landeshauptstädtern nach der Winterpause völlig die Luft ausging.

TuRU Düsseldorf: Etat muss halbiert werden

Duran und Cimsit verpflichtet

tr
17. Mai 2008, 09:05 Uhr

Der Abstieg ist nun endgültig besiegelt. Nach dem torlosen Remis gegen Dattenfeld besteht für die TuRU aus Düsseldorf auch rechnerisch keine Chance mehr, die NRW-Liga zu erreichen. Nach der besten Hinrunde der jüngeren Vereinsgeschichte überrascht es schon, dass den Landeshauptstädtern nach der Winterpause völlig die Luft ausging.

Über die Ursachen, Gründe und Zukunftsplanungen sprach RevierSport mit Düsseldorfs "Boss" Heinz Schneider, der sich am Donnerstag mit seiner Vorstands-Crew zur Wiederwahl stellte.

Herr Schneider, wie gehen Sie mit dem besiegelten Abgang in die Niederrheinliga um?
Es ist traurig. Aber diese Entwicklung hat sich seit längerem abgezeichnet und ich trage die Geschichte natürlich mit. Da hat nicht eine Person verloren, schon gar nicht unser Trainer Frank Benatelli, sondern der Abwärtstrend war von uns allen einfach nicht zu stoppen.
Warum nicht?
Wir hatten vor der Saison zwei Sponsorenzusagen von 40.000 und 100.000 Euro, die aber nicht eingehalten wurden. Trotzdem haben wir mit Engin Kizilaslan und Samet Atulahi im Winter noch einmal personell nachgelegt. Doch die Finanzen wurden immer begrenzter. Es war sehr hart, die Löhne pünktlich zu zahlen. Aber wir haben es immer geschafft und keine Schulden gemacht. Deshalb werden wir in der neuen Saison den Etat auch herunterfahren. Das hätte ich auch in der NRW-Liga machen müssen.
Was bedeutet das für die TuRU konkret?
Ich kann es meinem Unternehmen nicht länger antun, so viel Geld in den Verein zu stecken. Ich muss auch an die Mitarbeiter denken. Fest steht, dass der finanzielle Aufwand mindestens halbiert wird. Ich hätte gerne den Nimbus NRW-Liga mitgenommen, aber aufgrund der Entwicklung wären wir dort wohl nur ein Schlachtopfer gewesen.

Da nun Planungssicherheit besteht, haben Sie doch sicherlich die Vertragsgespräche mit den Spieler geführt, oder?
Ja. Ich habe die Zusage unseres Keepers Jonas Agen. Zudem haben Atulahi, Samet Akarsu, Daniel Palac, Julian Alasan und Lubo Chovanek bereits unterschrieben. In der Überlegungsphase befinden sich noch Stephan Wanneck und Can-Marc Uzunay. Bei den anderen Akteuren denke ich, dass sie den Club verlassen werden.

Das ist ein großer Umbruch. Wie geht es weiter?
Wir starten einen Neuaufbau mit einem Düsseldorfer Trainer und Spielern aus der Region. Ich bin mir sicher, dass wir eine attraktive Truppe auf die Beine stellen werden.

Haben Sie denn schon weitere Neuzugänge an Bord?
Ja, Fatih Duran hat bereits unterschrieben. Er kommt aus der Reserve der Fortuna und hat dort seine Qualitäten als Stürmer ausreichend bewiesen. Außerdem habe ich Hakan Cimsit verpflichtet. Eigentlich wollte ich ihn schon in diesem Jahr haben, aber Frank war dagegen. Er hat in der Kreisliga A beim SC Flingern 55 Tore geschossen und hat auch in dieser Serie beim Bezirksligisten VfR Neuss bereits 25 Treffer erzielt. Er ist 22 Jahre alt und passt in unser Konzept.
Also setzen Sie ab sofort aufgrund des Finanz-Enpasses auf die Jugend?
Ja. Wir haben selber eine gute Nachwuchssarbeit, schauen aber auch im Umkreis. Unser neuer Coach Harald Becker wird zudem ab nächster Woche jeden Dienstag und Donnerstag ein Sichtungstraining abhalten.
Was erwarten Sie sportlich von der kommenden Spielzeit?
Das wird eine ganz schwere Klasse. Mehr als eine gute Mittelfeldrolle dürfte aber aussichtslos sein, denn dafür ist die Liga viel zu stark. Wenn wir im Winter gegen den Ab- oder um den Aufstieg spielen sollten, kann man sich bestimmt noch einmal personell verstärken. Aber bis dahin möchte ich mich erst einmal erholen, denn die finanziellen Anstrengungen waren enorm. Zudem bereiten wir den Verein auch auf eine Ära nach Schneider/Westhoff vor. Aber vor uns liegen ja noch erst einmal zwei Jahre.

Autor: tr

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