Dass es kein leichtes Erbe ist, was Markus Rauschtenberger als Nachfolger von Uwe Rauer angetreten hat, war klar. Im Interview zieht er nun eine erste Bilanz.

Markus Rauschtenberger:

"Von der Seite sieht man mehr"

hg
21. April 2008, 18:23 Uhr

Dass es kein leichtes Erbe ist, was Markus Rauschtenberger als Nachfolger von Uwe Rauer angetreten hat, war klar. Im Interview zieht er nun eine erste Bilanz.

Doch die Herausforderung den STV Hünxe vor dem Abstieg aus der Kreisliga A zu bewahren, reizte den ehemaligen Rot-Weiß Oberhausen-Kicker. Nun ist er fast ein halbes Jahr im Amt und das alles entscheidende Schlussprogramm gegen Gegner aus jeder Tabellenregion steht an.

Am vergangenen Wochenende hat der A-Ligist nach 80 Minuten mal wieder eine Führung verspielt und muss jetzt dringend regelmäßig dreifach punkten, um nicht zur neuen Spielzeit eine Klasse tiefer antreten zu müssen. Rauschtenberger äußert sich über mangelnde Disziplin in seinem Team und die Einstellung seiner Akteure, wenn es darum geht, regelmäßig zu den Übungsheinheiten zu erscheinen.

RevierSport online: Wie sehen Sie die Situation im Abstiegskampf Herr Rauschtenberger?

Markus Rauschtenberger: Die Lage ist nicht toll, aber auch nicht hoffnungslos. Mein Tipp ist, dass wir drin bleiben.

RevierSport online: Was macht Sie so selbstsicher?

Markus Rauschtenberger: Zum einen muss ich optimistisch sein und zum anderen haben wir [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/204-7503_preview.jpeg Geht selbstbewusst mit seinem Team in das entscheidende und auch nicht leichte Saisonfinale: STV Hünxe-Coach Markus Rauschtenberger[/imgbox]gegen jeden Gegner eine Chance. Wir müssen sie nur nutzen.

RevierSport online: Aber es muss doch auch einen Grund haben, dass Sie mit Ihrer Mannschaft so weit unten stehen...

Markus Rauschtenberger: Natürlich gibt es Probleme und Klemmstellen, das ist ja ganz normal. Ich habe immer wieder mit Undiszipliniertheiten zu kämpfen. Das ist der Grund warum ich auch schon vier Akteure aus dem Kader gestrichen habe und es können weitere folgen. [infobox-right]Zur Person:
Name: Markus Rauschtenberger
Geburtsdatum: 23. April 1971
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Beruf: selbständig im Sanitärbereich
Trainerlizenz: C-Lizenz
Lieblingsverein: Borussia Mönchengladbach
Stationen als Spieler: u. a. Rot-Weiß Oberhausen, zuletzt: VfB Homberg
Stationen als Trainer: BSV 66 Oberhausen, Hamborn 07 II
[/infobox]Alle Spieler, die jetzt da sind, habe ich ja nicht ausgesucht. Ich kam ja mitten in der Saison. Fußballerisch haben jedenfalls alle Potenzial und können teilweise schon viel am Ball. Aber was haben wir davon, wenn wir jeden Sonntag ein paar Kabinettstückchen gezeigt bekommen, aber das Kämpfen vergessen? Inzwischen habe ich mich aber damit abgefunden, dass es in dieser Spielklasse vielfach an der nötigen Einstellung mangelt. Wer weiß, was die Spieler am Samstag Abend machen oder warum einige Leute einfach nicht zum Training erscheinen? Das ist der Grund, warum ich auf Dauer gerne einmal höherklassig trainieren würde, denn ich bin aus meiner aktiven Zeit anderes gewohnt. Aktuell ist es aber so, dass nur noch wenig Spiele zu absolvieren sind, und jeder wohl endgültig eingesehen hat, wie bedrohlich die Lage ist. Die Leistungen in den letzten Partien war auf jeden Fall gut, auch wenn bis auf den Sieg gegen Beeckerwerth nicht vie Zählbares dabei herausgekommen ist und ich bei einigen hitzköpfigen Aktionen meiner Spieler die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe.

RevierSport online: Apropos aktive Laufbahn. Sie sind ja selbst noch in einem Alter, wo man noch die Schuhe schnüren kann...

Markus Rauschtenberger: Ich könnte, aber meine Einstellung ist, dass man als Trainer nicht spielen sollte. Von der Seitenlinie sieht man einfach mehr.

RevierSport online: Sind Sie denn auch zur kommenden Spielzeit noch Coach der Mannschaft?

Markus Rauschtenberger: Ja, ganz sicher. Der Verein hat ja auch ein wirklich intaktes Umfeld vorzuweisen. Die Platzanlage, das Klubhaus, alles ist hier schön. Kadermäßig wird es aber garantiert Einschnitte geben. Ich plane mit bis zu zehn neuen Leuten. Einzig im Tor haben wir mit Dirk Saemann einen sowohl guten als auch zuverlässigen Rückhalt mit sehr viel Routine. Dass es nicht leicht ist gutes Personal zu finden, haben wir in der Winterpause gesehen. Aber die Aufgabe nehme ich gerne an.

Autor: hg

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