Roman Abramowitsch hat ein Problem: Der russische Öl-Milliardär, Besitzer des FC Chelsea und des russischen Klubs ZSKA Moskau, muss in der Champions League möglicherweise auf eines der beiden Teams verzichten.

Russen-Milliardär Abramowitsch droht Ungemach

tw
27. August 2004, 13:15 Uhr

Roman Abramowitsch hat ein Problem: Der russische Öl-Milliardär, Besitzer des FC Chelsea und des russischen Klubs ZSKA Moskau, muss in der Champions League möglicherweise auf eines der beiden Teams verzichten.

Eigentlich hat der russische Öl-Milliardär alles was er braucht. Doch dem fußballbegeisterten Russen droht nun Ungemach. Abramowitsch, Besitzer des englischen Vizemeister FC Chelsea und des russischen Champions ZSKA Moskau, muss in der Champions League möglicherweise auf eine der beiden Mannschaften verzichten - einem Team droht der Ausschluss durch die UEFA.

Laut der UEFA-Statuten ist es nicht erlaubt, die Kontrolle über zwei oder mehr Vereine zu haben, die an dem gleichen Wettbewerb teilnehmen. Pikanterweise wurden beide Klubs auch gemeinsam in die Gruppe H der europäischen "Königsklasse" gelost. "Wir werden untersuchen, ob Abramowitsch bei beiden Klubs mehr als 51 Prozent der Anteile hält. Sollte dies der Fall sein, sind unsere Regeln ziemlich eindeutig. Dann können nicht beide Klubs am Wettbewerb teilnehmen", sagte der UEFA-Mediendirektor William Gaillard in Monaco.

Ist Abramowitsch Eigentümer von ZSKA Moskau?

Es folgen nun genauere Untersuchungen in Moskau. Dabei wird die UEFA auch den russischen Verband kontaktieren. Es geht darum, ob Abramowitsch, dessen Vermögen auf 13 Milliarden Euro geschätzt wird, tatsächlich ZSKA beherrscht oder nicht.

Abramowitsch ist seit der Saison 2003/04 Besitzer des FC Chelsea und hat für den Londoner Klub seitdem Spieler und Trainer im Wert von 200 Millionen Euro verpflichtet. Im März 2004 hat Abramowitschs Firma Sibneft auch ein Abkommen mit ZSKA getroffen und dem Armeeklub rund 50 Millionen Euro zugeschossen. Durch das Geld soll auch der russische Meister im Verlaufe von drei Jahren in die Spitze des europäischen Klub-Fußballs vorstoßen.

"Unsere Zusammenarbeit mit dem ZSKA dient der Entwicklung und Erhöhung der Rolle des russischen Fußballs im europäischen Maßstab. Wir glauben an seinem Erfolg und werden dafür maximale Hilfe leisten", erklärte Sibneft-Präsident Jewgeni Schwidler. Die Erdölgesellschaft unterzeichnete bereits vor Saisonbeginn einen Drei-JahresVertrag als Hauptsponsor beim russischen Meister.

Buntes Ensemble an der Moskwa

An der Moskwa kickt jetzt auch unter anderem der Brasilianer Vagner, der für die russische Rekord-Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro von Palmeiras Sao Paulo nach Russland wechselte. Neben Vagner wurde in dem 20-jährigen Daniel Carvallho (3,5 Millionen) ein weiterer Spieler vom Zuckerhut eingekauft. Das bunte Aufgebot verstärken der Argentinier Oscar Ferreira, Chidi Odia (Nigeria) und Milos Krasic (Serbien). Den Kader komplett machen die russischen Nationalspieler Sergej Ignaschewitsch, Jewgeni Aldonin, Sergej Semak, Rolan Gussew und Dimitri Kiritschenko, die die Schmach beim vorzeitigen EM-Aus in Portugal vergessen machen wollen.

Bei Chelsea hat Abramowitsch schon nahezu zwei komplette Teams mit Weltstars verpflichtet. Nun soll Portos Champions-League-Macher Jose Mourinho aus einer Ansammlung von Assen ein Team formen und die "Blues" zum Triumph in der Königsklasse führen.

Autor: tw

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