Über 72.000 Zuschauer, eine wirklich stattliche Kulisse. Beim Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen dem FC Barcelona und Schalke 04 blieben am vergangenen Mittwoch im größten Stadion Europas aber 20.000 Plätze frei. Der Grund dafür war nicht nur das Desinteresse des verwöhnten Operetten-Publikums von

Im Camp Nou mussten Schalker draußen bleiben

"Nicht für Deutsche"

14. April 2008, 20:07 Uhr

Über 72.000 Zuschauer, eine wirklich stattliche Kulisse. Beim Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen dem FC Barcelona und Schalke 04 blieben am vergangenen Mittwoch im größten Stadion Europas aber 20.000 Plätze frei. Der Grund dafür war nicht nur das Desinteresse des verwöhnten Operetten-Publikums von "Barca", sondern auch die restriktive Kartenpolitik des 18maligen spanischen Meisters.

Denn von den etwa 7.000 Schalker Fans in Barcelona durften nicht alle ins Stadion, obwohl die Tageskassen an dem legendären Camp Nou noch bis zum Anpfiff geöffnet waren. Denn angeblich aus Sicherheitsgründen wurden keine Tickets mehr an S04-Anhänger verkauft. So mussten sich einige Schalker ein paar hübsche Tricks einfallen lassen, um das Spiel seiner Königsblauen doch noch sehen zu können. "Ich hatte die Dauerkarte von einem spanischen Bekannten, der Mitglied bei Barca ist. Mit der kam ich aber nicht rein, denn diese ist nicht übertragbar", schildert S04-Fan Tobias Gottwald aus Essen. "Die Karte wurde einbehalten, die muss sich mein Bekannter jetzt bis nächste Woche abholen, ansonsten wird sie entwertet."

Der zweite Versuch: Ab zur Kasse und für schlappe 80 Euro ein Billett kaufen. An sich kein Problem, es waren ja genügend Tickets da, das aber nicht für Deutsche. Genau so stand es auch auf der Karte geschrieben (siehe Bild), die Abgabe der Tickets erfolgte nur gegen Vorlage eines gültigen Personalausweises.

Um das vielleicht größte Spiel der Vereinsgeschichte zu sehen, wird ein Schalker gerne mal erfinderisch. "Wir haben einen Spanier gebeten, für uns Karten zu kaufen. Dann haben wir ihm unsere S04-Schals geschenkt und uns stattdessen eine Barca-Mütze gekauft. Damit uns bloß kein Ordner auf spanisch anspricht, sind wir schweigend zur Einlasskontrolle gegangen. Es hat geklappt, wir waren im Stadion", erzählt Gottwald. "Als wir dann auf unseren Plätzen im Oberrang ankamen, war dort überall noch etwas frei, aber Hauptsache man hat alles versucht, keine Schalker mehr ins Stadion zu lassen."

Wie viele Schalker das Ausleseverfahren an den Eingängen noch überwunden haben, ist uns nicht bekannt. Einige hundert waren es auf jeden Fall, die vor dem Stadion mit Schildern "Karte gesucht" herumliefen, obwohl es doch an den Tageskassen noch ganz viele gab. Ein Zustand, den man von Schalker Heimspielen, wo ein absoluter Mangel verwaltet wird, überhaupt nicht kennt.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren