Richtig was los war gestern beim 4:1-Heimsieg des „Fast-Aufsteigers“ Inter Bochum gegen Langendreer-West. Viermal der gleiche Torschütze für den Tabellenführer, aber auch zwei Platzverweise in den eigenen Reihen. Aber erst nach dem Spiel platzte die eigentliche Bombe: Meinolf Mehls ist ab kommender Spielzeit nicht mehr an der Seitenlinie für die „Internationalen“ verantwortlich. RevierSport fragte beim „Noch-Coach“ und den Verantwortlichen des Clubs nach: Was ist da los?

Bochum: Keine Einigung über neuen Vertrag mit „Aufstiegscoach“ bei Inter

„Einige interne Punkte passen einfach nicht“

Fabian Weitkämper
07. April 2008, 23:34 Uhr

Richtig was los war gestern beim 4:1-Heimsieg des „Fast-Aufsteigers“ Inter Bochum gegen Langendreer-West. Viermal der gleiche Torschütze für den Tabellenführer, aber auch zwei Platzverweise in den eigenen Reihen. Aber erst nach dem Spiel platzte die eigentliche Bombe: Meinolf Mehls ist ab kommender Spielzeit nicht mehr an der Seitenlinie für die „Internationalen“ verantwortlich. RevierSport fragte beim „Noch-Coach“ und den Verantwortlichen des Clubs nach: Was ist da los?

Ali Celebi (1.Vorsitzender FC Inter Bochum):

„Es gab Gespräche mit Meinolf Mehls, aber wir konnten uns nicht auf eine gemeinsame Linie für die kommende Saison einigen. Der finanzielle Aspekt war dabei jedoch nicht ausschlaggebend. Bis zum Ende der Rückrunde macht Mehls auch auf jeden Fall weiter. Wir haben ihm viel zu verdanken. Er hat aus den Jungs eine eingeschweißte Einheit gemacht. Ich denke, dass wir einen neuen Trainer auch erst in zwei bis drei Wochen präsentieren können.

Was die Kaderplanung angeht, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Großteil der Akteure halten können. Mein Bruder Seyheddin, unser Sportlicher Leiter, führt momentan Gespräche mit einigen Spielern und nimmt mir damit eine Menge Arbeit ab. Es gab jedoch schon viele Stimmen, dass die Jungs weiter zusammen kicken wollen. Selbst bei Dennis Naujoks, der gestern viermal erfolgreich war, würde ich tendenziell auf einen Verbleib tippen. Das wird sich aber erst in den nächsten Wochen klären.“

Meinolf Mehls („Noch-Trainer“ bei Inter Bochum):
„Ich hatte letzte Woche Dienstag ein Gespräch mit dem Vorstand, bei dem wir in verschiedenen Punkten auseinandergelegen haben. Es ging dabei nicht nur um das Finanzielle, sondern auch beispielsweise um die Kaderzusammensetzung und einige organisatorische Probleme. Bei einem Aufstieg halte ich es einfach für sinnvoll, in der Bezirksliga dreimal zu trainieren, was abgelehnt wurde. Aber das war nur einer von mehreren Punkten. Durch die rasante Entwicklung fehlt es im Verein zum Teil an grundlegenden Strukturen, um sich auch außerhalb des Sportlichen weiterzuentwickeln.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/103-7402_preview.jpeg Ist nach der Rückrunde weg - Trainer Meinolf Mehls (Foto: Homepage Inter Bochum)[/imgbox]Es muss ein Umdenken stattfinden. Denn nur der Aufstieg in die nächsthöhere Liga reicht nicht, man muss sich auch Gedanken machen, wie man sich dort etablieren kann. Der Verein darf nicht denken: „Wir haben es geschafft.“ Die Saison war verdammt stressig, für mich bedeutend anstrengender als bei meinen anderen Aufstiegen. Trotzdem haben wir im Kollektiv versucht, dass Beste rauszuholen, was letztlich wohl auch mit der Bezirksliga belohnt werden wird.

Doch für die neue Saison bin ich aus den Planungen jetzt ganz raus. Einige interne Punkte passen einfach nicht mehr. Ich bin auch nicht sauer über die Entscheidung und wir gehen in aller Freundschaft auseinander, allerdings bin ich etwas besorgt über die zukünftige Entwicklung. Ich war doch ziemlich erstaunt, dass die Jungs gestern vor dem Spiel noch nichts von der Entscheidung wussten, obwohl der Vorstand Dienstag zugesagt hatte, mit ihnen zu sprechen. Als ich es ihnen dann gesagt habe, waren einige ganz schön geschockt und da vielen Sätze wie: „Wenn du gehst, dann geht hier einiges drunter und drüber.“

Selbst wenn der Kader zusammenbleibt, wird es mit Sicherheit schwierig, den Zusammenhalt aufrecht zu erhalten, da immer 16-17 Mann davon überzeugt sind, dass sie spielen müssten. Sollten sich also einige zu einem Wechsel entscheiden, dürfte der Vorstand ihnen dies nicht übel nehmen. Viele der Kicker sind erst kurze Zeit hier und ihnen fehlt noch eine richtige Identifikation mit dem Club. Daraus können Wechsel aus finanziellen Gesichtspunkten resultieren.

Gerade was das Finanzielle angeht, ist der Verein den Akteuren gegenüber trotzdem zu sozial eingestellt. Die Ausgaben für Erste und Zweite Mannschaft sind teilweise zu hoch. Jeder bekommt sein Geld , aber die Planung in diesem Bereich muss überdacht werden, weil sie zu stark auf die Mannschaft ausgerichtet ist und sonst vielleicht irgendwann kein Geld mehr da ist.

Das sind alles Gründe, die mit auf meine Entscheidung eingewirkt haben und nicht, wie behauptet wird, dass ich einen anderen Club gefunden hätte. Das ist nämlich völliger Quatsch.“

Autor: Fabian Weitkämper

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