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BV Herne-Süd: Spieler "sauer" über Demission von Schulz/Dohm beendet Karriere

"So etwas Unseriöses ist mir noch nie passiert"

Florian Ziegler
19. März 2008, 19:09 Uhr

Nach dem "Boykottversuch" beim BV Herne-Süd (Vorsitzender Burkhardt Graf: "Die wollten die ganze Truppe gegen den Vorstand aufhetzen") melden sich nun die Spieler zu Wort. Ihr Ziel sei es gewesen, Graf zum Rücktritt zu zwingen, nachdem der bereits 14 Tage vor dem Rücktritt von Trainer Ralf Schulz die Demission des Trainers im Jugendvereinsheim betrieben habe. Weil Graf von seinem Posten nicht zurücktreten wollte, zogen André Dohm, Adrian Czyszczon sowie Thomas und Andreas Wienroth ihre Konsequenzen.

Dohm (37 Jahre) und Thomas Wienroth wollen sich nun ein halbes Jahr bei den Alte Herren von Westfalia Herne fit halten. Während Erster damit seine Karriere beendet, hat sich Wienroth, der demnächst 38 Jahre jung wird, vorgenommen, im Sommer noch einmal in der Bezirksliga bei einem neuen Verein anzugreifen. "So kann ich nicht aufhören", betont der 37-Jährige, der das Vorgehen Grafs als "amateurhaft hoch fünf" bezeichnet. Ähnlich sieht es Dohm: "So etwas unseriöses ist mir noch nie passiert."

Stein des Anstoßes: Bereits zwei Wochen bevor Schulz nach offiziellen Aussage aus eigenen Stücken sein Traineramt bei seinem Heimatverein niederlegte, soll Graf in aller Öffentlichkeit die baldige Installierung von Dirk Sadowizc als neuen Trainer angekündigt haben, wie beide Spieler unabhängig voneinander erzählen. "So etwas macht ein seriöser Verein nicht", mahnt Dohm, der daraufhin nach Absprache mit Adrian Czyszczon sowie Thomas und Andreas Wienroth den Vorsitzenden drängte, seinen Posten niederzulegen. Vergeblich. "Deswegen haben wir unsere Konsequenzen gezogen und sind zurückgetreten. Wir haben die Mannschaft aber nicht gedrängt, unserem Beispiel zu folgen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich kann es ja sogar verstehen, wenn junge Spieler weitermachen wollen. Die Spieler werden ja teilweise auch vom Verein bezahlt", betont der ehemalige Oberliga-Spieler.

Letztlich war es für die Routiniers am Ende lediglich der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. "Da gab es zuvor viele Kleinigkeiten", sagte Wienroth. Beide Spieler kritisierten etwa unter anderem, dass ein Stammspieler der ersten Mannschaft zu einem Einsatz beim Spitzenspiel der zweiten Elf (Kreisliga C) gedrängt wurde, obwohl er in der Bezirksliga in der Anfangsformation gestanden hätte.

Wie es in Süd weitergeht, bleibt abzuwarten. Denn nach dem Weggang von Mäzen Uwe Ronge haben in den vergangenen Monaten nun elf Spieler, die zum Großteil zur "ersten Elf" gehörten, wegen Graf oder wegen der finanziellen Schwierigkeiten den Verein verlassen. Dabei nehme der Klub trotz der klammen Situation noch immer keine Mitgliederbeiträge, wie Wienroth betont. "Wo gibt es denn so etwas?"

"Das Tischtuch ist zerschnitten", weiß Dohm. Auch Wienroth sieht "da keine Zukunft mehr". Dem Team, das betonen beide immer wieder, wünschen sie alle Gute. Dohm: "Die Mannschaft hat einen einwandfreien Charakter. Ich hoffe, dass sie positive Ergebnisse bringen."

Ob das der Mannschaft, die mittlerweile einer besseren A-Jugend gleicht, aber schon in der Rückrunde gelingen kann, bleibt fraglich.

Autor: Florian Ziegler

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