Die Weihnachtsfeier beim Sport-und Spielclub 21 Oberhausen dürfte üppig ausgefallen sein, an jenem 15. Dezember des letzten Jahres. Soeben hatte sich der Aufsteiger mit einem 4:1-Kantersieg gegen Ligakonkurrent und Lokalrivale BSV Oberhauen in die Winterpause verabschiedet.

Bezirksliga 8 NR: Der Abstiegskampf-Check (Teil 3, SuS 21 Oberhausen)

"Oftmals zu Grün hinter den Ohren"

Moritz Rieckhoff
13. März 2008, 16:14 Uhr

Die Weihnachtsfeier beim Sport-und Spielclub 21 Oberhausen dürfte üppig ausgefallen sein, an jenem 15. Dezember des letzten Jahres. Soeben hatte sich der Aufsteiger mit einem 4:1-Kantersieg gegen Ligakonkurrent und Lokalrivale BSV Oberhauen in die Winterpause verabschiedet.

Der SuS war am Matchpartner vorbeigezogen und rangierte mit nunmehr 22 Zählern auf dem achten Tabellenplatz. Der BSV blieb bei 19 Punkten stehen, nur ein Zähler vor dem ersten Abstiegsrang. Eine Momentaufnahme, die nicht lange Bestand haben sollte. Der Rückrundenstart misslang den Kickern von der Schleuse 3. Lediglich ein mageres Pünktchen aus den ersten beiden Spielen lassen Fans und Verantwortliche der Grün-Weißen vor dem Abstiegsgespenst zittern.

Dazu kommen die drei aberkannten Punkte aus dem Match gegen den TuSpo Huckingen. Das Ergebnis: 20 Zähler, Platz zwölf, nur ein Punkt trennt die Oberhausener von einem Abstiegsplatz. Im dritten Teil der Serie versucht ReviersSport online im Gespräch mit Michael Schneider, Coach des Bezirksligisten, zu ergründen, wie gut das Team auf den drohenden Klassen-Kampf vorbereitet ist.

RevierSport online: Hallo Herr Schneider. Ihre Mannschaft ist schlecht aus den Startlöchern gekommen. Was lief schief?

Michael Schneider: "Das ist leider richtig. Man hat in den Begegnungen gegen Bruckhausen und Sterkrade gesehen, dass wir ein ganz junges Team haben. Gerade gegen den TSV hätten wir nach unserer Führung ruhiger und klüger agieren müssen. So haben wir uns am Ende noch den Ausgleich gefangen. Gegen Sterkrade waren wir einfach schlecht. So ein Match hast du aber immer mal dabei. Das müssen wir abhaken und jetzt wieder Vollgas geben."

RevierSport online: Sie haben die Unerfahrenheit Ihrer Elf angesprochen. Bei einem Durchschnittsalter von 22 Jahren kommt das aber nicht überraschend, oder?

Michael Schneider: "Nein, wir wussten, resultierend aus diesem[infobox-right]Das ist Michael Schneider:

Alter: 40
Beruf: Industriegerüstbauer
Familienstand: ledig, zwei Kinder
Wohnort: Oberhausen-Mitte

Michael Schneider schnürte bereits unter dem jetzigen RWO-Trainer Hans-Günter Bruns die Fußballstiefel und ist bekennender Anhänger von Schalke 04.
[/infobox] Fakt und der Tatsache, das wir als Aufsteiger in die Saison gehen, dass es ein ganz schweres Jahr für uns wird. Dennoch haben wir ein paar "ältere Hasen" im Team. Von denen muss jetzt einfach noch mehr kommen. Ich kann von unseren 18, 19-jährigen Akteuren nicht erwarten, das sie jetzt das Heft in die Hand nehmen. Das müssen die erfahrenen Leute im Team machen."

RevierSport Online: Die Vorbereitung auf die Rückserie verlief nicht optimal. Für Sie auch ein Grund für den durchwachsenen Start?
Michael Schneider: "Ja klar. Wir hatten in den Wochen nach Karneval oft nur knapp über zehn Leute beim Training. Der Rest lag mit Grippe zu Hause im Bett. In den Vorbereitungsspielen konnte sich die Elf also kaum richtig einspielen. Glücklicherweise war diese Situation eine absolute Ausnahme. Sonst ist die Trainingsbeteiligung bei uns immer sehr gut. Ein weiterer Grund könnten die Vorstandswahlen zu Beginn des neuen Jahres gewesen sein. Möglich, dass dadurch etwas Unruhe in die Mannschaft gekommen ist."

RevierSport Online: Sie haben vor der Runde die Abwehr als das größte Plus ihrer Equipe genannt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber nur zwei Teams, die noch mehr Treffer kassiert haben als Ihre Mannschaft. Woran liegt das?

Michael Schneider: "In der Tat. Das ist sehr ärgerlich, aber auch zu erklären. Wir sind in einigen Spielsituationen einfach zu Grün hinter den Ohren. Auch hier wird uns das junge Durchschnittsalter oftmals zum Nachteil. Dazu kommt, dass mit David Kowalsky (Mittelfußbruch, Anm. der Redaktion) uns seit drei Monaten eine absolute Defensiv-Stütze fehlt."

RevierSport online:Am Sonntag kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem TB Oberhausen. Auch TB steckt in der Krise. Ist das bereits ein Abstiegsendspiel?

Michael Schneider:"Nein, dafür ist es zu früh. Allerdings ist es ein richtungsweisendes Match. Wir denken momentan wirklich von Spiel zu Spiel. Wenn ich also an den Sonntag denke, dann kann ich schon sagen, dass es für uns dort um sehr viel geht. Ich bin optimistisch. Meine "Jungs" wissen das und werden dementsprechend Gas geben."

RevierSport online: Welche Teams landen am Ende der Runde hinter dem SuS 21?

Michael Schneider: "Ich denke, es wird sich zwischen TB Oberhausen, dem BSV 66, vielleicht dem 1.FC Mülheim und uns entscheiden. Bruckhausen sehe ich bereits als Absteiger. Wahrscheinlich wird das dritte Team, das in die A-Liga muss, also aus Oberhausen kommen. Ich hoffe, dass wir es nicht sein werden."

Autor: Moritz Rieckhoff

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