Zwischen all den wiederkehrenden Meldungen von Gewalt, Unfairness und Spielabbrüchen auf Fußballplätzen, tut eine positive Nachricht auch Mal richtig gut:

NK Zagreb spielt fair

Fair-Play-Geste hilft dem Verein

Felix Guth
13. März 2008, 12:22 Uhr

Zwischen all den wiederkehrenden Meldungen von Gewalt, Unfairness und Spielabbrüchen auf Fußballplätzen, tut eine positive Nachricht auch Mal richtig gut:

Im B-Kreisliga-Spiel zwischen dem NK Zagreb und dem Wambeler SV (0:3) überzeugte ein Spieler der Gastgeber den Schiedsrichter, eine rote Karte gegen den WSV-Torwart zurückzunehmen.

Es war Mitte der zweiten Halbzeit beim Stande von 2:0 für die Gäste: NK-Stürmer Stefan Steinke läuft auf das Wambeler Tor zu. Keeper Frank Köster kann ihm den Ball vom Fuß nehmen. Steinke stochert nach, trifft den Keepern. Dieser steht auf und rempelt ihn mit der Schulter. Eine ganz klare Sache für den Schiedsrichter, der mit der roten Karte in der Hand auf den Schlussmann zu läuft und sie dem Schnapper unter die Nase hält.

Doch dann passiert das, was im Amateurfußball alles andere als üblich ist. Steinke, seit zwei Jahren beim kroatisch-stämmigen Club aktiv, sucht das Gespräch mit dem Unparteiischen. "Das war doch halb so schlimm", bedeutet er ihm. Der Schiri nimmt die Entscheidung zurück, Elf gegen Elf geht es weiter. Zagreb kassiert noch ein weiteres Tor. Doch davon, was in Überzahl noch möglich gewesen wäre, redet nachher niemand.

"Ich hoffe, das so ein Beispiel bemerkt wird", sagt Ivan Vijnovic, Vorsitzender von NK Zagreb. Sein Wambeler Pendant Sven Müller ist gleichsam froh über die "sehr sportliche, sehr faire" Geste von Steinke. Zumal Torwart Köster nun im Rennen um den Aufstieg weiter zur Verfügung steht.

Für Vojnovic hat die Aktion auch im Hinblick auf die Darstellung des gesamten Vereins Bedeutung. Denn der nach dem kroatischen Serienmeister Dinamo Zagreb benannte Club habe in der Vergangenheit mit einigen Negativschlagzeilen zu kämpfen gehabt. "Wir haben zunächst mit Sanktionen gegen auffällige Spieler dagegen gearbeitet", sagt Vojnovic. Zugleich habe es aber auch eine Art Erziehung im Umgang mit dem Schiedsrichter gegeben. "Denn sie stehen auch unter Stress und haben schlechte Tage." Eine Aktion wie von Steinke gibt ihm Hoffnung, dass diese Ansicht in der aktuellen Mannschaft angekommen ist.

Autor: Felix Guth

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